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win will Wiesenau aus der Isolation holen

Langenhagen win will Wiesenau aus der Isolation holen

Glücklich in Wiesenau? Wenn es um das Wohnviertel geht, würden vermutlich viele Langenhagener hinter diese Aussage tatsächlich ein Fragezeichen setzen. Der Verein Wohnen in Nachbarschaften (win) sieht das anders – und hat eine Menge Pläne, um das Quartier weiter aufzuwerten.

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Glücklich in Wiesenau? Unbedingt, finden Siegfried Volker (von links), Karl Heinz Range, Claudia Koch und Ulrich Schmersow. Sie sind der Vorstand des Vereins Wohnen in Nachbarschaften (WiN), der sich darum kümmert, dass es im Quartierstreff jede Menge Programm gibt.

Quelle: Zottl

Langenhagen. Die Bestandsaufnahme in puncto Infrastruktur ist in Wiesenau zurzeit ernüchternd – da sind sich die win-Miglieder einig: Es gibt keine Arztpraxis, keinen Physiotherapeut, keine Apotheke, kein Geschäft als Treffpunkt, Wiesenau ist zwischen A 2, Vahrenwalder Straße und dem Kanal eingekesselt. Böse Zungen würden die Lage Wiesenaus schlicht als „abseits“ bezeichnen. Ulrich Schmersow, Vizevorsitzender des Vereins Wohnen in Nachbarschaften, nennt das lieber „Solitärlage“. Seit fast eineinhalb Jahren steuern er und seine Vereinskollegen die Geschicke des Quartierstreffs an der Freiligrathstraße. Die Einrichtung hat sich mittlerweile zum wichtigsten Treffpunkt vor Ort gemausert.

Dass Wiesenau kein eigener Ortsteil ist, sondern zur Langenhagener Kernstadt gehört, sei vielen Menschen gar nicht bewusst, erläutert die Leiterin des Treffs, win-Schriftführerin Claudia Koch. Seitdem der Verein im Treff gemeinsam mit Kooperationspartnern Aktionen und Kulturveranstaltungen, beispielsweise Ausstellungen, anbietet, kommen auch wieder Kernstädter nach Wiesenau. „Manche sagen, dass sie seit Jahren nicht mehr hier waren, sie sind erstaunt, wie viel sich hier getan hat“, berichtet Koch.

Seit neun Monaten ist win als gemeinnützig anerkannt – nur so ist es möglich, Förderzuschüsse für soziale Projekte in Wiesenau zu bekommen. Und davon haben die aktuell 15 Mitglieder etliche in Planung: So soll es im Herbst in Zusammenarbeit mit der Polizei einen Kinder-Quartiersspaziergang geplant, unter anderem sind auch Projekte zum Thema „sauberes Viertel“ sowie Aktionen zur politischen Bildung angedacht. Auch mit dem Thema Integrationshilfe von Geflüchteten – in Wiesenau leben derzeit in 30 Wohnungen Familien aus Krisenländern – will sich der Verein weiter beschäftigen. Dabei arbeitet win mit der KSG zusammen: Der wichtigste Bauträger in Wiesenau will seine Partner-Handwerksbetriebe dazu bringen, Geflüchteten, die erfolgreich einen Sprachkurs absolviert haben, eine berufliche Perspektive zu bieten.

Fortgeführt werden soll auch der Leseclub für Kinder, ein Förderangebot für Grundschüler. Erst kürzlich ist win Partner der Stiftung Lesen geworden. Durch diese Zusammenarbeit erhofft sich der Verein bessere Schulungsmöglichkeiten für seine Mitarbeiter.

Dass der Verein jetzt auch neue engagierte Mitglieder sucht, steht laut dem Vorsitzenden und KSG-Chef Karl Heinz Range gar nicht so sehr im Vordergrund. Wichtiger sei der Dialog mit den Bürgern im Quartier. Nur so, sagt Range, könne man soziale Konflikte früh erkennen und abmildern. „Wir wollen die Ideen und Anregungen der Menschen aufgreifen und versuchen, schnelle Lösungen zu finden“, sagt auch Koch und fügt hinzu: „Daraus entwickeln wir Wiesenau ein Stück weiter.“ Zu diesem Zweck plant der Verein eine Fragebogenaktion unter den 2500 Bewohnern. Um im Viertel bekannter zu werden, hat der Verein nun bunte Postkarten produziert: Diese tragen die Slogans „Glücklich in Wiesenau“ und „Schnupper mal rein“ – mit einem Punkt dahinter, keinem Fragezeichen.

KSG plant neue Bauten - und Sozialstation

Der gemeinnützige Verein Wohnen in Nachbarschaften ist von der KSG, dem wichtigsten Bauträger in Wiesenau, gegründet worden. Die KSG plant für 2017 weitere Bauprojekte im Viertel: In Wiesenau sollen Angebote für betreutes oder seniorengerechtes Wohnen geschaffen werden. Außerdem plant die KSG den Bau einer Sozialstation. Der Träger ist laut KSG-Chef Range schon gefunden: Es ist das Deutsche Rote Kreuz.

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