Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
Offene oder gebundene Ganztagsschule?

Langenhagen Offene oder gebundene Ganztagsschule?

Dass die Grundschule Kaltenweide nachmittags Betreuung anbieten soll, ist unstrittig. Doch vom Modell der offenen Angebote ist Rektorin Ursula Starker nicht überzeugt. Sie setzt auf eine gebundene Form und hofft auf fünf erste Klassen. Am Dienstag tagt zur Zukunft der Schule der Ortsrat.

Voriger Artikel
Eine Anwältin für die Patienten
Nächster Artikel
Polizei sucht Graffiti-Sprayer

Soll aus der Grundschule Kaltenweide eine offene oder teilgebundene Ganztagsschule werden? Die Debatte wird erst nach den Sommerferien entschieden.

Quelle: Neander

Kaltenweide. Gebunden oder offen? Wie soll die Nachmittagsbetreuung in Kaltenweide künftig aussehen? Rektorin Ursula Starker wird jetzt in die Diskussion mit Kollegium und Elternschaft eine neue Idee einbringen: "Für die ersten Klassen einen verpflichtenden Nachmittag, für die zweiten und dritten Klassen jeweils zwei sowie für die vierten Klassen drei Nachmittage."

Starker hat als ehemalige Leiterin einer solchen teilgebundenen Ganztagsgrundschule in Hannover gute Erfahrungen mit diesem System gemacht. Zentrale Vorteile gegenüber einer sogenannten Offenen Ganztagsgrundschule sind ihrer Einschätzung nach: "Vor allem die Qualität der Betreuung und eine Rhythmisierung des Unterrichts." Denn zum einen bekommen teilgebundene Ganztagsschulen entsprechend mehr Lehrerstunden zugewiesen. Zum anderen muss an den langen Tagen der Unterricht nicht in den Vormittag gepresst werden. "Wir können über den Tag auch Pausen mit anderen Beschäftigungen einfügen und in den Nachmittag beispielsweise den Musikunterricht mit einer Doppelstunde einbauen." Dann lohne es sich auch mal, größere Instrumentenstrecken aufzubauen.

Ein solches Modell gibt es in Langenhagen derzeit nur an den beiden Gesamtschulen. In Godshorn bietet die Grundschule eine Mischung aus teilgebunden und offen an, die Grundschulen in Engelbostel und Wiesenau sind offen, arbeiten aber ihrerseits mit zwei unterschiedlichen Konzepten. Kaltenweide wäre mit Starkers Modell ein weiteres Mosaikstück.

Dass eine teilgebundene Grundschule auch Kinder einschließen würde, deren Eltern gar keine Ganztagsbetreuung benötigen, nimmt Starker in Kauf. Die vom Unterricht nicht betroffenen Nachmittage würde Starker am liebsten in direkter Kooperation mit dem Hort abdecken. "Nach diesem Modell verfährt jetzt die Grundschule Bissendorf in der Wedemark." Eine soziale Entlastung für wirtschaftlich schlechter gestellte Familien, die die rotgrüne Ratsmehrheit über das kostenlose Angebot der offenen Ganztagsgrundschule mit pädagogischen Mitarbeitern abfedern möchte, müsste die Stadt nach Starkes Einschätzung über ein Zuschussverfahren lösen. Derlei gibt es derzeit auch für die Kindergartengebühren.

Starker wird in den kommenden Wochen dazu das Gespräch mit dem Kollegium und den Elternvertretern suchen. Entscheiden, für welche Form die Schule einen Antrag bei der Landesschulbehörde stellen soll, wird am Ende die Gesamtkonferenz. Das, so Starker, wird aber erst nach den Sommerferien geschehen. 

Zahl der Erstklässler noch unklar

Wie viele neue ersten Klassen im August eingeschult werden, ist noch immer offen. Auf dem Papier sind zwar derzeit 115 Kinder der Schule gemeldet und damit elf Kinder mehr, als eine Vierzügigkeit erlauben würde. "Doch davon haben 40 noch immer keine Schuleingangsuntersuchung erlebt", sagt Schulleiterin Ursula Starker. Für drei davon liege ein Rückstellungsantrag vor, über den die Amtsärztin aber entscheiden müsse. "Das kurze Schuljahr, Personalengpässe im Gesundheitsamt und die hohe Zahl der Flüchtlingskinder haben den Zeitplan durcheinander gebracht", sagt Starker.

Die Rektorin hofft darauf, dass die Schülerzahl nicht unter die Teilungsgrenze rutscht. "Auch wenn das bedeutet, dass wir in Container ausweichen müssen." Denn kleine Klassen wären auch aus einem anderen Grund wichtig: "Uns wurde jetzt signalisiert, dass nicht genügend Förderlehrer vorhanden sind, um den Grundbedarf an Förderstunden bei uns abzudecken." Starker möchte deshalb inklusive Kinder nicht auch noch in übervollen Klassen versorgt wissen.

Unterdessen zeigt sich im Vorfeld der Ortsratssitzung am Dienstag auch auf politischer Ebene Bewegung: Weil die Brandschutzvoraussetzungen im neuen Kinderhaus zwar für Hortgruppen ausreichen, nicht aber für Schulunterricht, rücken die Bündnisgrünen von der Idee ab, das Kinderhaus der Grundschule auch für Unterricht zuzuschlagen. Andeutungen in diese Richtung hatte auch schon Ortsbürgermeister Wolfgang Langrehr (SPD) unlängst gemacht.

Der Ortsrat tagt am Dienstag, 3. Mai, von 19 Uhr an im Zelleriehaus.

Von Rebekka Neander

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Schulzentrum Langenhagen

Nahezu vollständig müssen das Gymnasium und ein Teil der IGS abgerissen und neu gebaut werden, weil der Brandschutz nicht gewährleistet ist. Mehr zum Schulzentrum Langenhagen lesen Sie hier. mehr