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Debatte um neues Rathaus zur Unzeit?

Langenhagen Debatte um neues Rathaus zur Unzeit?

Ein Schwimmbad im Bau, ein Schulzentrum kurz vor dem Abriss - muss Langenhagen jetzt auch noch über einen Neubau des Rathauses diskutieren? Um Kosten zu sparen, sollen alle angemieteten Verwaltungsgebäude aufgegeben werden, lautet ein älterer Ratsbeschluss. Jetzt wird die Zeit knapp.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Langenhagen. „Ja, diese Debatte kommt eigentlich zur Unzeit.“ Stadtbaurat Carsten Hettwer machte am Donnerstag in der Sitzung des Stadtplanungsausschusses aus der Eigentümlichkeit des Tagesordnungspunktes keinen Hehl. Warum sollte die Stadt angesichts eines bevorstehenden Abrisses des Schulzentrums eine weitere Großbaustelle eröffnen? „Weil wir es müssen“, sagt Hettwer.

Ende 2018 laufen die Mietverträge aus, sowohl für das Stadthaus an der Schützenstraße mit Bibliothek und Jugend-Fachbereich wie auch für das Gebäude am Frankenring in Godshorn, in dem seit gut einem Jahr Teile der Bauverwaltung untergebracht sind. Der Rat hatte vor längerer Zeit zur Konsolidierung des Haushaltes beschlossen, diese Mietverträge zu beenden. Stattdessen soll über einen Anbau an das Rathaus oder einen Neubau diskutiert werden.

Zwei Gutachten hat die Stadt dafür in Auftrag gegeben: Vor einigen Monaten wurde dem Ausschuss eine mögliche energetische Sanierung des Rathauses präsentiert. Botschaft: Eine Sanierung wird teuer, aber nicht unwirtschaftlich. Nun folgte die Vorstellung dreier Bauvarianten. Das Fazit daraus liest sich, beschränkt auf die Zahlen, nicht so eindeutig. Ob nun alles bleibt, wie es ist (bei Sanierung des Altbaus), es einen Anbau am Waggumer Hof gibt oder gar einen Neubau am Handelshof neben dem Grünwald-Gelände - alle Varianten schlagen mit zweistelligen Millionenbeträgen zu Buche. Spannend, dies betonte Hettwer am Ende der knapp zweistündigen Präsentation, seien aber auch die „weichen Faktoren“. Dazu zählt die Flexibilität eines Gebäudes. Wie weit und schnell es also auf spezielle Anforderungen an Arbeitsplätze reagieren kann. Annette Prill und Stephan Schweizer vom Büro Drees & Sommer aus Hamburg haben die drei Varianten in einem Punktesystem bewertet. Dabei schneidet der Neubau in Punkten wie Funktionalität, städtebaulicher Bedeutung und zukunftsorientierter Anpassungsfähigkeit am besten ab.

Weil es für alle Varianten terminlich eng wird, selbst wenn der Rat sofort eine Entscheidung trifft, bat Hettwer die Politiker eindringlich darum, trotz der mindestens so dringenden Diskussion um Schulzentrum und Flüchtlingsunterkünfte auch die Rathaus-Gutachten in den Ferien zu bewerten. „Wir müssen auch die Bedürfnisse der Arbeitnehmer im Rathaus beachten“, sagte Hettwer mit Blick auf die zeitweise unzumutbaren Temperaturen in dem energetisch unzureichenden Altbau.

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