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Vier Schul-Modelle besichtigen

Langenhagen Vier Schul-Modelle besichtigen

Vier modellhafte Schulen in Nordrhein-Westfalen sind das Ziel einer 23-köpfigen Delegation aus Langenhagen in der kommenden Woche. Die Reisenden wollen sich Anregungen holen für den Neubau des Schulzentrums und der GuGLs. Nur das Gymnasium ist nicht vertreten. Hintergrund sind Kommunikationslücken.

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Wie soll das neue Schulzentrum gestaltet werden? Eine Delegation wird vier modellhafte Schulen dazu in Nordrhein-Westfalen besichtigen und Anregungen sammeln.

Quelle: Franziska Kraufmann /dpa (Archiv)

Langenhagen. "Mein letzter Wissensstand ist, dass die für August geplante Schulbereisung mangels Beteiligung ausgefallen ist. Und der neue Termin ist offenbar an uns vorbeigegangen." Matthias Brautlecht, Rektor des Gymnasiums, äußert sich auf Nachfrage nicht wirklich unleidlich, dass kein Vertreter seiner Schule an der Reise teilnimmt. "Für mich ist die Bereisung modellhafter Schulen zweitrangig. Wichtig ist für das Gymnasium vor allem, dass es schnell eine Entscheidung gibt." Dazu werden der Stadtplanungs- und der Bildungsausschuss in einer Sondersitzung am Donnerstag, 29. September, zusammenkommen. Einziger Tagesordnungspunkt ist der von beiden Schulen favorisierte Umzug des Gymnasiums an die Rennbahn.

Am Dienstag und Mittwoch unmittelbar zuvor werden sich deshalb nur Vertreter der IGS und ihrer kleinen Schwester, der "Grund- und Gesamtschule Langenhagen-Süd" (GuGLs) auf den Weg machen. Begleitet werden sie von Mitgliedern des Rates, Vertretern der Stadtverwaltung sowie des Ingenieur-Büros Constrata, das die Stadt derzeit in den Planungsvorbereitungen begleitet.

Ausgewählt wurden vier Schulen, die entweder aus pädagogischer oder bautechnischer Sicht bemerkenswert sind, wie Sozialdezernentin Monika Gotzes-Karrasch auf Nachfrage erläuterte. Vorschlagen wurden sie unter anderem aus der Politik und von dem Ingenieur-Büro Constrata. "Leider mussten zwei Schulen, die wir besuchen wollten, durch die Terminverschiebung gestrichen werden. Wir haben dafür zwei andere aus der Vorschlagsliste nachgezogen", sagte Gotzes-Karrasch. Jens Kerkhoff, Projektleiter bei Constrata, hält es überdies für möglich, dass es im Laufe der kommenden Jahre noch weitere Bereisungen geben wird.

Folgende Schulen stehen auf der Reiseroute:

Internationale Friedensschule Köln

Sie wirbt auf ihrer Homepage im Internet (www.if-koeln.de) unter anderem mit ihrem Konzept "Campus - Der Raum ist der dritte Erzieher". Dazu heißt es in den Erläuterungen: "Das Architekturbüro plus+bauplanung aus Neckartenzlingen mit Prof. Peter Hübner und Olaf Hübner hat in enger Zusammenarbeit mit dem Lehrerteam der IFK/CIS und dem Büro IDEOS aus Köln-Widdersdorf ein schülernahes Gebäudekonzept zum Leben und Lernen entwickelt und umgesetzt.

Der „Raum als dritter Erzieher“ geht zurück auf ein pädagogisches Konzept, das davon ausgeht, dass eine bestimmte Gestaltung der Schulräumlichkeiten positive Auswirkungen auf das Lernen hat. Dazu gehört u.a. räumliche Vielgestaltigkeit und eine klare, aber nicht starre funktionale Akzentuierung der Räume. Die Raumgestaltung soll eine Atmosphäre schaffen, in der Kinder sich wohlfühlen und die sie gleichzeitig anregt. Dies in bestmöglicher Weise zu verwirklichen, war und ist Anspruch unserer Schule."

Leibniz-Montessori-Gymnasium in Düsseldorf

Dieses nach dem Prinzip des freien Arbeitens agierendes Gymnasium beschreibt in seinem Schulprogramm (www.leibniz-gymn.de) ausführlich je nach Jahrgang differierende Unterrichtsmodelle. Deutlich wird dabei der auch räumliche Bedarf für Differenzierung im Unterricht. Zudem heißt es in dem 41 Seiten umfassenden Konzept: "Was allen gehört, muss von jedem Einzelnen mit Respekt behandelt werden: Deshalb haben sich die Schüler (unter Anleitung von Raumpaten) an der regelmäßigen Reinigung und Instandhaltung ihrer Klassenräume zu beteiligen. Schüler, Eltern und Lehrer können den Klassenraum nach Bedarf gemeinsam gestalten. Damit soll erreicht werden, dass die Schüler diesen Klassenraum als ihren Hauptarbeitsraum akzeptieren, gern darin arbeiten und ihn pfleglich behandeln." Und weiter: "Um orthopädische Folgeschäden zu vermeiden, haben wir uns um Möglichkeiten zur Aufbewahrung der Bücher bemüht. Das zugehörige Miet-Schranksystem wurde 2004 aufgestellt und kann bei Bedarf erweitert werden; auch für dieses Mobiliar tragen die Schüler die Verantwortung."

Evangelische Gymnasium Gelsenkirchen-Bismarck

Diese Schule legt einen besonderen Schwerpunkt unter anderem auf die Inklusion. Dazu hat die Schule ein eigenes, gleich elf Seiten umfassendes Programm (www.e-g-g.de) erarbeitet. Zur Raum- und Hilfsmittel-Ausstattung heißt es darin unter anderem: "Grundsätzlich lernen alle Schülerinnen und Schüler unabhängig von ihrem Leistungsstand, ihrer Lernentwicklung und ihrer Begabung in allen Fächern gemeinsam im eigenen Klassenraum bzw. Fachraum. Um offene Formen des Unterrichts zu ermöglichen, verfügen alle Klassenräume mit der so genannten „Empore“ über einen kleinen Differenzierungsbereich innerhalb des Klassenhauses. Auf der Empore und im Vorraum der Klasse haben einzelne Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, in Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeit zu arbeiten. Darüber hinaus gibt es in jedem Jahrgang einen weiteren Differenzierungsraum. 

Der Einsatz von unterschiedlichen Medien wird bewusst im Unterricht gefördert. Die Materialien sollen möglichst praktischer Natur sein und zur eigenständigen Arbeit, Übung und Forschung anregen. Interaktive Medien ermöglichen eine Vielfalt von Darstellungs- und Übungsformen für unterschiedliche Lernwege. Jeder Klassenraum besitzt einen eigenen Laptop mit Internetzugang mit der Möglichkeit der Bildprojektion über einen Beamer. Darüber hinaus gibt es eine an den Beamer angeschlossene Dokumentenkamera zu Präsentationszwecken.

Insbesondere in den Förderschwerpunkten Körperliche und motorische Entwicklung, Hören und Kommunikation und Sehen sind Schülerinnen und Schüler auf spezifische Hilfsmittel angewiesen. Die Auswahl und Anpassung der Hilfsmittel erfordert spezifische Kenntnisse und bedarf der Kooperation mit Hilfsmittelberatungsstellen, Ärzten und Herstellern sowie den Kostenträgern. Die jeweiligen Sonderpädagogen übernehmen die Funktion, in diesem Prozess beratend und koordinierend tätig zu sein.

Neben der individuellen Hilfsmittelausstattung haben wir im Schuljahr 2014/15 zudem damit begonnen, in einzelnen Fachräumen Arbeitsplätze auf die spezifischen Bedarfe von Schülerinnen und Schülern mit Förderbedarf auszurichten. So wurden beispielsweise in den beiden Computerräumen zwei Arbeitsplätze sehbehindertengerecht angepasst: vergrößerter, entspiegelter Monitor an einem Schwenkarm, Großschrifttastatur, eine spezielle Vergrößerungssoftware, blendungsfreier Arbeitsplatz."

Evangelisches Gymnasium Bad Marienberg

Diese Schule (www.evgbm.net) gehört unter anderem dem Netzwerk "Ganztägig lernen" an und ist unter den vier Schulen der einzige Neubau. Gestaltet worden ist sie von Architektengruppe 4a. Diese hat auch den Zuschlag für den Bau des Langenhagener Schwimmbades erhalten.

Dazu ist auf der Homepage Folgendes zu lesen: "Als eine von nur vier rheinland-pfälzischen Schulen wurde unser Gymnasium für das bundesweite Netzwerk „Ganztägig lernen“ ausgewählt. Hier geht es darum, sich mit anderen Schulen deutschlandweit über Ganztagsförderkonzepte im Bereich der inklusiven Didaktik auszutauschen und somit Anregungen für den eigenen Schulalltag zu erlangen. Das Besondere an dem Netzwerk ist die Möglichkeit, durch den bundesweiten Austausch den Horizont über das rheinland-pfälzische System hinaus zu weiten."

Für die fünften Klassen wurde zudem vor kurzem ein neues Konzept "Fit für den Tag" erarbeitet. Dazu heißt es: "... beschäftigte sich der Mensa-/Bistroausschuss gemeinsam mit engagierten Eltern und der Geschäftsleitung ausgiebig mit dem Angebot des Schulbistros. Ab Februar 2014 wird testweise ganz im Sinne einer gesunden Ernährung ein neues Sortiment im Bistro angeboten. Unter anderem wird zukünftig eine „Frühstückstüte“ zu erwerben sein, die ein vollwertiges belegtes Brot (oder Brötchen), ein Milchgetränk und ein Stück Frischobst enthält."

Von Rebekka Neander

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