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Wie macht man eigentlich ein Schwimmbad aus?

Langenhagen Wie macht man eigentlich ein Schwimmbad aus?

Das Hallenfreibad Godshorn ist Geschichte. Und nun? Licht aus, Stöpsel raus? So einfach ist das nicht. Die Abwicklung der seit Freitag stillgelegten Anlage wird kompliziert. Zumindest für die Technik. Einfach wird es dagegen für die Hunde.

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Die Kerzen brennen zum Abschied der Badegäste von alleine nieder. Aber das technische Ende der Anlage gestaltet sich weitaus komplizierter.

Quelle: Neander

Godshorn. Denn für die Vierbeiner gibt es Nachschlag. Am Sonnabend, 9. September, von 15 bis 18 Uhr sowie am Sonntag, 10. September, von 10 bis 13 Uhr dürfen Hunde im Becken schwimmen. Entschieden werden konnte das erst am Freitagvormittag. Stefan Otte, Noch-Geschäftsführer der Noch-Betreibergesellschaft des Hallenfreibades Godshorn, hatte auf Anregung von Bürgermeister Mirko Heuer Gespräche mit dem Ordnungsamt der Stadt geführt. Am Ende hing es an Versicherungsfragen. Da die nötigen Versicherungen jedoch trotz Betriebsende noch bis Ende September laufen, steht laut Heuer der Aktion nichts im Wege. Die Organisation wird, wie bei der Premiere nach dem Saison-Ende im vergangenen Jahr, wieder Werner Kayser übernehmen. Nachdem am Freitag nun die Chlorzufuhr des Beckens gestoppt ist, muss das Wasser eine Woche ruhen, wie Otte erklärte.

Für Mittwoch kommender Woche erwartet Otte allerdings erst einmal eine Gruppe der Stadtverwaltung, um die technische Abwicklung des Bades zu besprechen. Wie ist mit der Chloranlage umzugehen? Wohin kommen die gefüllten Filter? "Ich bin ganz froh, dass wir das jetzt gemeinsam besprechen", räumte Otte ein. "Einen einfachen Aus-Schalter jedenfalls gibt es nicht." Gemeinsam wolle man sich erst einmal einen Überblick verschaffen. In jedem Fall dauere es einige Zeit, eine solch komplexe Anlage herunterzufahren.

Auch für die Stadtverwaltung beginnt nach 19 Jahren des Betriebs unter fremder Führung nun erst die erneute Erkundung des Areals. Die Stadt hatte das eigene Bad nach dem Beschluss für einen Neubau im Stadtkern an eine Gemeinschaft der schwimmsporttreibenden Vereine übergeben und seither jährlich einen Betriebskostenzuschuss gezahlt. Auf größere Investitionen hatte die Stadt vor diesem Hintergrund verzichtet. Unklar ist neben dem Abbau der technischen Komponenten beispielsweise, wie viel chlorhaltiges Wasser durch die bekanntermaßen undichten Außenbecken ins Erdreich gesickert ist. Derlei Bodenaushub müsste bei Überschreiten festgelegter Grenzwerte entsprechend entsorgt werden. 

Wohnungen oder Sportplätze?

Was auf dem Gelände des Schwimmbades künftig passiert, ist derzeit nicht nur offen. Es ist programmierter Streit. Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (Isek), das mit öffentlicher Beteiligung vom Rat beschlossen worden ist, sieht die Fläche für Wohnbebauung vor. Zum einen seien Wohnungen in den Dörfern knapp. Zum anderen gehöre die Fläche der Stadt. Bis zu 80 Wohneinheiten könnten dort entstehen.

Mit diesem entsprechenden Vorschlag wurde die Stadt jedoch im vergangenen Jahr und damit in Sichtweite des schmerzlichen Abschieds vom Bad in der örtlichen Politik hart ausgebremst. Der Ortsrat Godshorn hat sich wiederholt so vehement gegen eine Wohnbebauung ausgesprochen, dass die Stadt bis heute keinen Beschluss zur Zukunft des Areals hat. Der Ortsrat hat zuletzt im November 2016 angeregt, die Fläche einzig für die Nutzung von Sportvereinen zu erhalten. Jetzt beginnt die Diskussion aufs Neue.

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