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Diakonie hat alle Menschen im Blick

Langenhagen Diakonie hat alle Menschen im Blick

Die Ankunft vieler Flüchtlinge hat die Diakonie vor Herausforderungen gestellt. Das wird in der vorgestellten Bilanz deutlich. Doch dank des Zusammenspiels der sozialen Träger wurden diese gut gemeistert.Trotz der Mehrbelastung würden auch künftig Menschen mit sozialen Problemen aller Art unterstützt.

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Anne-Marei Stamme (von links), Angela Carld und Dorothea Beckermann sind im Diakonieverband für die Sozialberatung aktiv.

Quelle: privat

Langenhagen. „Es hat uns durchaus an die Belastungsgrenzen gebracht“, sagte André Lang, Sprecher des Diakonieverbands Hannover-Land jetzt bei der Präsentation der Jahresbilanz in Langenhagen. Zwar hieß das Motto im vergangenen Jahr „Willkommen bei uns“. „Doch wir wollen alle Menschen willkommen heißen, ob mit oder ohne Fluchterfahrung“, betont Lang.

„Wir haben als Diakonie alle Menschen im Blick“, ergänzt Superintendent Holger Grünjes. Die Flüchtlingsarbeit habe in den Kirchengemeinden aktuell einen großen Stellenwert. Dabei ginge es um eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung“, betont Grünjes. Zudem sei es „ein tolles Gefühl der Selbstverständlichkeit des Helfens“. Dabei hätten die Kirchengemeinden mit ihrem haupt- und ehrenamtlichen Engagement einen großen Beitrag geleistet.

Im Kirchenkreis Burgwedel-Langenhagen ist der Anteil der Ratsuchenden im vergangenen Jahr erheblich gestiegen. Lang spricht von einer „zunehmenden Belastung“, zumal die Zahl der Sozialberater nicht im gleichen Umfang gestiegen sei. Insgesamt wurden 2015 im Kirchenkreis Menschen aus 282 Haushalten aus den vier Nordkommunen in 520 persönlichen Gesprächen (2010: 398 Gespräche) beraten, berichtet Kirchenkreissozialarbeiterin Angela Carld. Zusätzlich hätten sie und weitere Mitarbeiter ungezählte Telefongespräche etwa in Sachen sozialanwaltlicher oder psychosozialer Beratung geführt.

Einen nicht unerheblichen Anstieg an Gesprächen hat auch die von der Diakonie in Langenhagen initiierten Schwangerenberatung verzeichnet. Anne-Marei Stamme registrierte im vergangenen Jahr 68 Fälle in der Einrichtung an der Walsroder Straße 141, vornehmlich von Menschen mit Migrationshintergrund. „Die Idee, dass sich ,Fremde‘ um intime familiäre Belange kümmern könnten, führt oftmals zu Verunsicherung und Angst,“ weiß die Beraterin. Die Vielzahl der Beratungsgespräche beweise aber auch die Notwendigkeit dieser Anlaufstelle.

Trotz des steigenden Beratungsbedarfs sei der Kirchenkreis bemüht, allen Anfragen von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund gerecht zu werden. Alle, die vorher Hilfe gebraucht haben und weiterhin brauchen, sollen sie auch bekommen, heißt es vonseiten der Diakonie-Verantwortlichen.

Menschen mit sozialen, finanziellen oder psychischen Problemen werde unabhängig von ihrer Nationalität, Konfession oder ihrem familiären Hintergrund geholfen, sagt Kirchensozialarbeiterin Dorothee Beckermann. Dazu brauche es aber langfristige Strategien, um etwa dem Bedarf an sozialem Wohnraum gerecht zu werden. Denn dieser werde durch den Flüchtlingszuzug noch größer. „Doch man darf benachteiligte Gruppen nicht gegeneinander ausspielen“, mahnt Sozialarbeiterin Beckermann.

Von Sven Warnecke

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