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Neues Gewerbe am Flughafen?

Langenhagen Neues Gewerbe am Flughafen?

An drei Stellen möchte der Flughafen in Langenhagen neue Gewerbeflächen entwickeln. Der Stadtplanungsausschuss wird darüber erstmals beraten. Betroffen ist unter anderem das abgerissene Dorf Schulenburg-Nord.

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Das Waldstück an der Müncher Straße möchte der Flughafen unter anderem aufgrund der stetigen Vermüllung abholzen und danach wie geplant bebauuen lassen.

Quelle: Neander

Langenhagen. Ob jetzt wirklich etwas in Bewegung gerät, ist fraglich. Gesichert ist jedoch der Streit um altbekannte Fragen: Soll der Flughafen weitere Gewerbeflächen entwickeln können? Und, wenn ja: Welche Branchen sollen sich ansiedeln dürfen?

Ja und möglichst alles, was sich anbietet, sagt die Flughafen-Gesellschaft. Auch im integrierten Stadtentwicklungs-Konzept (ISEK) sind insgesamt 41 Hektar Gewerbeflächen im Westen des Flughafens vorgesehen. Denn, und darin sind sich alle einig, größere Gewerbeflächen können expansions- oder ansiedlungswilligen Unternehmen nicht angeboten werden. Die Stadt ist voll.

Die Langenhagener Politiker jedoch tun sich trotz Sorge um die Gewerbesteuer mit einer Entwicklung schwer. Die Lärm- und Verkehrsbelastung durch die vornehmlich zur Logistik gehörenden "Flughafen affinen" Unternehmen sei bereits zu hoch. Solange der Flughafen keine konkreten Unternehmen benennen könnte, will auch die Stadtverwaltung keine Bauleitplanung "auf Vorrat" vorantreiben. Ohne diesen Vorrat, so der Flughafen, sei aber keine Akquise möglich. "Wenn sich ein Unternehmen hier vorstellt, können wir die nicht drei Jahre vertrösten", sagt Flughafen-Chef Raoul Hille.

Um drei Grundstücke wird es im Stadtplanungsausschuss nun gehen, zwei davon an der Münchner Straße. Darunter eines, für das es bereits einen sogenannten Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan gibt. Diesen möchte Hille gerne verändert sehen, um vor allem das "stets vermüllte" Waldstück direkt an der Straße "arrondieren" zu können. Die zweite Fläche ist der ehemalige Parkplatz für die einst in Langenhagen beheimatete Internationale Luftfahrt-Ausstellung (ILA). Heute werden dort 2500 Parkplätze privat bewirtschaftet.

Der eigentliche Schritt aber ist die Idee, westlich des Flughafens in zwei Schritten jenes Grünland zu Gewebe werden zu lassen, wo einst das Dorf Schulenburg-Nord stand. Die gut zwei Dutzend Gebäude hat die Flughafen-Gesellschaft in den vergangenen zwanzig Jahren aufgekauft und abreißen lassen. Verblieben ist ein einziges bewohntes Privathaus, dessen Eigentümer mit dem Flughafen bis heute nicht handelseinig werden konnte.

Die jetzt von der Stadtverwaltung für den Ausschuss zusammengestellte Liste von Gewerbegrundstücken ist entstanden nach einer nicht öffentlichen Ratssitzung Ende 2015, in der die Geschäftsführung des Flughafens ihre Zukunftsvorstellungen präsentierte. Und Hille zeigt sich erfreut, dass nach Jahren der Verkantung nun eine Diskussion um die Gewerbeentwicklung beginnt. Dabei habe er durchaus die Interessen der Stadt im Blick. "Wir können die Flächen auch mit der Stadt zusammen entwickeln." 

Eine Zukunft hat die Liste jedoch nur, wenn die verkehrlichen Probleme gelöst werden. Ob es diese überhaupt gibt, schon darüber gehen die Ansichten auseinander. Hille legt auf Nachfrage ein Verkehrsgutachten von 2013 vor, nach dem bei einer Entwicklung der beiden Flächen an der Münchner Straße sowie dem ersten Teilstück in Schulenburg-Nord alle betroffenen Ampelkreuzungen zwischen Evershorster und Münchner Straße nicht überlastet würden. Unter Langenhagens Ratspolitikern sind indessen Zweifel zu vernehmen, wie belastbar die Untersuchungen im Auftrag des Flughafens seien. Allein an der Münchner Straße seien inzwischen mit DHL und Schenker zwei namhafte Logistiker hinzugekommen. 

Kinderhaus und Rieselfelder weitere Themen

Die Sitzung des Stadtplanungsausschusses beginnt am Dienstag, 23. Februar, um 17.45 Uhr im Ratssaal. Auf der Tagesordnung steht zudem die erste Präsentation des Kinderhauses Kaltenweide, das Mitte 2017 eröffnet werden soll. Außerdem haben CDU, SPD, Bündnis 90/DIE GRÜNEN und BBL einen gemeinsamen Antrag vorgelegt, die Stadt möge die Rieselfelder an den Stadtpark anbinden. Zu Beginn und am Ende der Sitzung können Fragen an Politik und Verwaltung gestellt werden.

Blog: Ein Dorf verschwindet

20 Jahre lang hat die Flughafen-Gesellschaft die Grundstücke der Spittersiedlung Schulenburg-Nord aufgekauft. Der letzte große Abriss dort war im Herbst 2013. Die Nordhannoversche Zeitung hat die Menschen dieses Dörfchens am Ende Welt über fast zwei Jahre begleitet und ihre Geschichte(n) in einem Internet-Tagebuch zusammengetragen. Zu finden ist es unter Schulenburg-Nord.Haz.de

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Von Rebekka Neander

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