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Der Nabu entkusselt die Hasenheide

Langenhagen Der Nabu entkusselt die Hasenheide

Kaum anderswo in der Region leben so viele Laubfrösche wie in der Kananoher Hasenheide. Sieben sommertrockene Tümpel schaffen dort einen idealen Lebensraum für die gefährdeten Amphibien. Ohne die Unterstützung des Menschen könnte die sensible Landschaft der Hasenheide allerdings nicht existieren.

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Zwölf Naturfreunde unterstützen den Nabu Langenhagen beim Pflegeeinsatz.

Quelle: Mario Moers

Kaltenweide. Zweimal im Jahr ist deshalb entkusseln angesagt. Am Sonnabend organisierte der Naturschutzbund (Nabu) Langenhagen den ersten gemeinsamen Pflegeeinsatz des Jahres in Kananohe. Mit Axt und Spaten machten sich die Teilnehmer daran, junge Gehölze zu entfernen.

Der Weg zu den etwas versteckt liegenden Tümpeln ist gespickt mit Kuhfladen und dichten Binsenstauden. Gut, dass die meisten Teilnehmer vorbereitet sind. „Ich habe mir extra neue Gummistiefel gekauft“, sagt Monika Miesala-Dronia lächeln. Bevor es losgeht, verteilt Einsatzleiter Ricky Stankewitz Äxte und Spaten an das gute Dutzend Unterstützer. Die 80-jährige Christa Donath hat bereits viel Erfahrung beim Entkusseln. „Mir liegt es sehr am Herzen, die Artenvielfalt in der Natur zu erhalten“, erklärt sie ihr Engagement.

Rund vier Stunden dauert der gemeinsame Einsatz auf der abgesteckten Fläche um einen ausgetrockneten Tümpel. Junge Birken, Kiefern und Weiden müssen beseitigt werden. Eine scheinbar ungewöhnliche Aufgabe für Naturschützer, doch ohne die Aktionen würde die Landschaft in wenigen Jahren verschwinden, ließe man dem Wachstum der eingewehten Laubbaumsamen freien Lauf. Die abgefallenen Blätter würden die Tümpel verschlammen und damit die Lebensgrundlage viele Amphibien zerstören. Die in den Neunzigerjahren von der Region zur Förderung der Artenvielfalt angelegten Kleingewässer würden verschwinden. „Früher haben Wisente oder Urochsen die jungen Gehölze abgefressen“, erklärt Stankewitz, der das markante Quaken der Laubfrösche sogar als Klingelton in seinem Handy abgespeichert hat.

2008 hatte der Nabu Langenhagen die Patenschaft für die Kleingewässer in Kananohe übernommen. Insgesamt betreut der Verein 38 solcher Flächen in der Gegend, Tendenz steigend. „In der Regel braucht eine Fläche zwei Pflegeeinsätze im Jahr“, berichtet Stankewitz. Dieses Jahr wuchs das Gras um die Tümpel im Sommer besonders hoch. Als Folge fraßen die Kühe, die dort zur Unterstützung stehen, wenig von dem ungeliebten Junggehölz. „Das muss alles weg“, instruiert der Einsatzleiter die emsig arbeitenden Helfer. In der Mittagspause gibt es heiße Suppe und Baguette. Wer gut entkusselt, muss schließlich auch gut essen. Die Arbeit ist nicht leicht, macht den Teilnehmern dennoch sichtlich Spaß. „Gartenarbeit“ hält schließlich jung.

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Von Mario Moers

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