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Schulzentrum: Bau startet 2018

Langenhagen Schulzentrum: Bau startet 2018

Das erste Schuljahr in Containern geht dem Ende zu. Und noch ist rund um das seit letztem Sommer dem Abriss geweihte Schulzentrum kein Bagger zu sehen. Das wird auch noch lange so bleiben. Dabei laufen im Hintergrund die Planungen auf Hochtouren. Gleiches gilt auch für die Grund- und Gesamtschule.

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Sozialdezernentin Monika Gotzes-Karrasch (von links), Stadtbaurat Carsten Hettwer, Bürgermeister Mirko Heuer und Jens Kerkhoff von der Firma Constrata informieren über den Fortschritt der Planungen.

Quelle: Neander

Langenhagen. Elf Monate sind vergangen seit der Hiobsbotschaft: Fast das gesamte Gymnasium und weite Teile der Gesamtschule an der Konrad-Adenauer-Straße haben seit ihrer Eröffnung noch nie den vorgeschriebenen Brandschutz besessen. In einem Kraftakt ermöglichten Stadt und Schulen binnen weniger Wochen Provisorien, die seither einen regulären Schulbetrieb ermöglichen. Seitdem ist nicht viel Sichtbares passiert. Hinter den Kulissen aber wurden wichtige Vorbereitungen abgearbeitet, so dass jetzt mit der Planung begonnen werden kann. Ähnliches gilt für den Großumbau der Grund- und Gesamtschule Langenhagen-Süd (GuG). Bürgermeister Mirko Heuer, Sozialdezernentin Monika Gotzes-Karrasch, Stadtbaurat Carsten Hetter und Ingenieur Jens Kerkhoff, von der Planungsfirma Constrata, liefern Antworten auf die wichtigsten Fragen:

Wie ist der Stand der Dinge?

Experten nennen es Phase 0. "Dann wird sortiert", sagt Kerkhoff. Gymnasium und IGS haben ihre Raumwünsche erarbeitet. Diese wurden von der Verwaltung jetzt an Kerkhoffs Team weitergereicht, im Konsens mit der Politik ohne jeden Abstrich. Constrata begleitet das Projekt in dieser Phase. An der GuG wurde die Verschmelzung der beiden Schulen vom Land genehmigt, so dass jetzt klar ist, für wie viele Kinder geplant werden muss.

Was passiert als nächstes?

Jetzt wird grob geplant. Für das Schulzentrum heißt das: Passt alles, was der Rat beschlossen hat, an die Konrad-Adenauer-Straße? Im Beschluss wird als Ziel vorgegeben, dort beide Schulen, die Stadtbibliothek sowie eine neue Veranstaltungssporthalle unterzubringen. "Wir werden jetzt grob Modelle erarbeiten, wie das gehen könnte", sagt Kerkhoff. "Wenn es aber nicht geht, werden wir Entwürfe zeichnen mit unterschiedlichen Standorten für die Schulen", ergänzt Hettwer. Bei der GuG habe man sich noch nicht so detailliert mit den Gebäuden auseinandergesetzt. Gleichwohl sei aber klar, dass die Erweiterung zur Ganztagsschule nicht auf dem vorhandenen Gelände gelingen kann. Auch dort wird es im Laufe der Jahre um den Teilabriss gehen. "Wir prüfen deshalb momentan auch, welche Grundstücke wir ergänzend kaufen müssen", sagt Hettwer.

Warum Schulen trennen?

Im Ratsbeschluss ist ein Verbleib von IGS und Gymnasium an der Konrad-Adenauer-Straße als Ziel vorgegeben. Dies stößt im Rathaus auf Kritik. Einen komplexen Neubau mit Sanierung der Altbauten im Bestand bei laufendem Schulbetrieb in Kombination mit neuer Stadtbibliothek und Veranstaltungssporthalle halten Baufachleute für überaus schwierig. "Der Bau wird dadurch viel mehr Zeit verbrauchen", sagt Hettwer. Zudem benötige die Stadt mehr Übergangsbauten, die teuer sind, ergänzt Kerkhoff. Überdies zögen hochgeschossige Bauten für die Schüler innerhalb der Gebäude weite Wege nach sich.

Was sagen die Schulen?

Bislang bestanden beide Schulleitungen auf einem Verbleib am Standort. Dies basiert auf der Furcht vor einem Standortnachteil bei einem Weggang. Immerhin würden am neuen Platz ja auch eine neue Mensa, eine Aula und eine Sporthalle notwendig. Zudem lief die Diskussion um den Neubau parallel zur emotional hoch belasteten Debatte um eine mögliche Bebauung der Rieselfelder an der Theodor-Heuss-Straße, die im Rat einhellig abgelehnt wird. Nachdem die Stadt klargestellt hat, zentrumsnahe Alternativen vorhalten zu können, kommen aus den Schulen aber durchaus Signale, für eine Diskussion über einen Umzug innerhalb des Zentrums offen zu sein.

Was sagt die Politik?

Auch hier ist Diskussionsbereitschaft erkennbar. Schon der Ratsbeschluss selbst wurde nach den deutlichen Bedenken des Stadtbaurates weicher formuliert. Eine öffentliche Debatte hat es dazu seither nicht gegeben.

Was ist mit E-, F- und G-Trakt?

Diese drei Trakte sind aus Sicht des Brandschutzgutachters sanierbar. Gleichwohl aber wäre auch dies teuer und sie entsprechen längst nicht mehr dem Standard, den die Schulen heute als Konzept wählen würden. Deshalb halten sowohl Verwaltung als auch Politik auch ihren Abriss für diskussionswürdig. Kerkhoff wird beide Varianten in die Entwürfe einarbeiten. Die Entscheidung, so Heuer, soll die Politik im Gesamtpaket fällen.

Was kostet was?

Exakte Summen gibt es nicht. Kerkhoff kündigt sehr grobe Schätzungen an in Verbindung mit den ersten Modellen. Die Mehrkosten für einen etwaigen Neubau auf einem Alternativgrundstück, betont Heuer, werden nach ersten Schätzungen nicht soviel höher liegen. "Deshalb wird die Frage nach Verbleib oder Aufteilung der Schulen nicht zwingend über die Kosten zu entscheiden sein." Auch Gotzes-Karrasch legt viel mehr Wert auf das Tempo, in dem die Schulen vollendet werden. Bei einem Neubau ohne laufenden Betrieb könne vieles schneller abgewickelt werden. Hettwer betont die städtebauliche Komponente: "Wir müssen auch betrachten, wo Schüler künftig sich ihre Wege suchen werden." Nicht umsonst gelte der Spruch, die Imbiss-Buden machten gerne entlang von Schulwegen auf.

Wie geht es weiter?

Die frisch gegründete Lenkungsgruppe mit Vertretern aus Rathaus, Politik und den drei betroffenen Schulen hat Ende Mai das erste Mal getagt. Für die zweite Sitzung vor den Sommerferien wird Kerkhoff alle neuen Daten, Zahlen und Fakten zusammentragen. Zeitnah ist zudem eine Bereisung modellhafter Schulen geplant. "Alle politischen Gremien tagen dazu öffentlich", sagt Gotzes-Karrasch. Zudem gehörten auch Elternvertreter der Lenkungsgruppe an. "Die werden alle Informationen an die Eltern weiterleiten." Frühestens in acht bis neun Monaten könne mit der Suche nach einem Architekten begonnen werden. Welches Verfahren dabei zu wählen ist – ein Vergabeverfahren wie beim Badneubau oder ein Architekten-Wettbewerb wie von der Politik ins Spiel gebracht –, ist ebenfalls noch offen. In jedem Fall muss dafür mindestens ein halbes Jahr veranschlagt werden. Ein Baustart liegt damit aller Voraussicht nach erst in 2018. Im Rathaus schreckt das niemanden: "Langenhagen hat eine große Chance, jetzt etwas wirklich Bleibendes zu gestalten", betont Kerkhoff. Und dafür sollte sich die Stadt die nötige Zeit nehmen.

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Von Rebekka Neander

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