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Das Vogelgezwitscher ist verstummt

Langenhagen Das Vogelgezwitscher ist verstummt

Davon ist auch der Grundstückseigentümer – die Stadt Langenhagen – überrascht worden: Nach vielen Jahren hat der Verein das Vogelschutzgehölz aufgegeben. Die Rathausverwaltung versucht den Vorstand vom Weitermachen zu überzeugen.

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Im Vogelschutzgehölz Langenhagen drehen die Trauergänse auf dem Teich nicht mehr ihre Runden. Alle Volieren sind geräumt.

Quelle: Hartung (Archiv)

Langenhagen. Die Volieren sind leer und das Vogelgezwitscher verstummt: Nach mehr als 50 Jahren hat die Langenhagener Ortsgruppe der Vereinigung für Artenschutz, Vogelhaltung und Vogelzucht, kurz AZ, das Vogelschutzgehölz an der Görlitzer Straße 21 in aufgegeben. Was nun mit dem Gelände passiert, ist noch unklar.

„Wir waren nicht mehr in der Lage, das Projekt aufrecht zu halten“, sagt Otfried Wegener, ehemaliger Obmann des Geländes. Er habe aus persönlichen Gründen kürzer treten müssen. „Sonst war keiner bereit, meine Arbeit weiter zu machen“, sagt er mit Bedauern. Daher wurde das Vogelschutzgehölz, das bereits 1962 gegründet wurde, Ende März geschlossen.

Von der Entwicklung ist die Langenhagener Stadtverwaltung komplett überrascht worden, sagte am Dienstag Bürgermeister Mirko Heuer auf Anfrage. Man sei aber im Gespräch, hob der Rathauschef weiter hervor. Denn das Areal wäre im Lauf der Jahre durchaus zu einer „zentralen Anlaufstelle“ für diverse Langenhagener Kindergärten und Schulen geworden. Heuer weist aber auch daraufhin, dass es zwischen Stadt und Verein einen weiter gültigen Pachtvertrag gäbe. Gleichzeitig tritt der Bürgermeister aber auch möglichen Gerüchten entgegen, die Stadt wolle das kommunale Grundstück verkaufen. Das sei definitiv nicht der Fall.

Auch der Nabu Langenhagen wurde bereits angesprochen, ob er nicht beim Erhalt des Areals helfen könne, sagt  Nabu-Vorstandsmitglied Georg Obermayr. "Allerdings ist unser Ansatz ein ganz anderer, als der, der im Vogelschutzgehölz verfolgt wird." Denn auf dem Areal würden zahlreiche Arten in Volieren gehalten. "Wir wollen die Vögel lieber in Freiheit wissen", sagt er. Natürlich sei das Angebot vor allem für Schulen und Kitas sehr schön, allerdings erinnere es ihn eher an eine Art kleinen Zoo. "Dennoch werden wir uns sicherlich Gedanken zu dem Thema machen", sagt Obermayr.

Auf dem etwa 15000 Quadratmeter großen Areal tummelten sich bis dahin nicht nur etwa 25 wilde Vogelarten, sondern auch circa 150 zum Teil exotische Exemplare, die in unzähligen Volieren präsentiert wurden. Die Mitglieder hatten zudem ein Clubhaus gebaut, Bäume und Sträucher angepflanzt, ein Feuchtbiotop angelegt und einen Lehrpfad quer durch das Gelände mit Hinweisschildern aufgebaut, auf denen die Artenvielfalt der einheimischen Vogelwelt erklärt wird.

Von Lisa Malecha und Sven Warnecke

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