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Waldkauz brütet im Wasserturm

Langenhagen Waldkauz brütet im Wasserturm

er Erfolg spricht für sich: Der Waldkauz brütet nun im Langenhagener Wasserturm im Eichenpark und fühlt sich unter dem Dach offensichtlich pudelwohl. Der Nabu ernannte ihn zum Vogel des Jahres 2017. Seit fast 30 Jahren sind auch Schleiereulen im Park zu Hause.

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Der Waldkauz residiert unter dem Dach des Wasserturms im Eichenpark.

Quelle: Thye (Privat)

Langenhagen. Wie fing alles an? 1988 begann die Erfolgsgeschichte damit, dass die Klasse 7f der IGS Mühlenberg mit ihrem Lehrer Hans-Jürgen Ratsch – er ist gleichzeitig Chef der Naturkundlichen Vereinigung Langenhagen (NVL) – bei einer Exkursion in den Zoo Hannover das Angebot erhielt, drei junge Schleiereulen vom Zoo zu übernehmen, um sie in Langenhagen auszuwildern.

Gesagt getan. Für dieses Projekt sei die oberste Etage des Wasserturms von der NVL artgerecht für die Schleiereulen hergerichtet worden. In der Folge brüteten die Elterntiere rund 70 junge Eulen aus, die anschließend in die Freiheit entlassen worden sind, berichtet der NVL-Chef und ergänzt: „Und auch nach dem Ende dieses Projekts brüteten die Schleiereulen weiterhin regelmäßig oben im Turm.“ Jahre später waren die Vögel dann auf einmal verschwunden, weil ein Waldkauzpaar diesen idealen Brutplatz für sich entdeckt hatte. Die Schleiereulen zogen in die ehemalige Friedhofskapelle auf der anderen Wegseite der Stadtparkallee um. Seitdem brüten die Waldkäuze regelmäßig unter dem Turmdach – und der versierte Ornithologe Konrad Thye schoss ein eindrucksvolles Bild des Vogels im Turmdach.

Der Ornithologe weist darauf hin, dass die Jungkäuze, die möglicherweise demnächst von Passanten im Eichenpark am Boden gesehen werden, keinesfalls hilflos oder „aus dem Nest gefallen“ sind, sondern arttypisch solche Ausflüge unternähmen. „In aller Regel klettern die flugunfähigen Ästlinge sehr geschickt am Stamm der Bäume wieder nach oben.“ Dort würden sie meist gemeinsam mit ihren Geschwistern auf einem Ast den Tag verdösen, erläutert er. „Daher der Name Ästlinge.“ Spaziergänger sollten die Jungtiere keinesfalls mitnehmen oder auch nur anfassen, das könnten die Altkäuze, die stets in der Nähe sind, übel nehmen und angreifen“, warnt Thye.

Dennoch würden immer wieder Jungvögel mitgenommen und in die Tierärztliche Hochschule Hannover gebracht. Wichtig für alle Parkbesucher sei, dass ab sofort die Brut- und Setzzeit gelte und Hundebesitzer die Anleinpflicht für ihre Vierbeiner respektieren müssten. „Auch wenn Hasso nur spielen will, kann das für einen jungen Kauz durchaus tödlich enden, wenn im Hund plötzlich der Jagdinstinkt durchbricht“, erklärt der NVL-Chef. Im Übrigen gelte dies uneingeschränkt auch für streunende Hauskatzen, für die es natürlich keinen Leinenzwang gebe, die im Gegensatz zu Hunden aber immer jagen, selbst wenn sie satt sind, weiß Ratsch. Deshalb appelliert er an die Tierliebe der Katzenhalter, ihre Tiere während der Brutzeit einzusperren oder zumindest mit Glöckchen auszustatten, die Vögel vor der nahenden Gefahr warnen können.

Info: Wer mehr über den Waldkauz erfahren möchte, kann sich über das Programm der NVL auf www.nvl-langenhagen.de informieren. Im zweiten Halbjahr wird Gunter Halle vom Langenhagener Nabu die Eulenart im Vortragsraum der NVL im Wasserturm vorstellen.

Von Katerina jarolim-vormeier

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