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Der neue begreift die Misere als Chance

Langenhagen Der neue begreift die Misere als Chance

Matthias Brautlecht ist seit drei Wochen Leiter des Gymnasiums. Auch sonst ist er in der Stadt bereits angekommen. Den drohenden Abriss eines Teils des Schulzentrums sieht er auch als Chance, um zu gestalten.

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Matthias Brautlecht leitet nun die Geschicke des Gymnasiums Langenhagen.

Quelle: Sven Warnecke

Langenhagen. Neben dem Schulalltag hat er zwei Dinge auf alle Fälle schon realisiert: Der drohende Abriss eines Teils des Schulzentrums wegen fehlenden Brandschutzes stellt nicht nur Lehrer und Schüler vor eine große Herausforderung. Er sieht das vielmehr auch als Chance, um zu gestalten.

Der 42-jährige Pädagoge stellt im Gespräch mit dieser Zeitung aber unmissverständlich klar, dass diese Chance zum Gestalten nur an dem bisherigen Standort möglich ist. Damit erteilt er den bereits diskutierten Plänen Gymnasium und IGS zu trennen, eine Absage. Da steht er auch in engem Kontakt mit seinem ebenfalls neuen Schulleiterkollegen Timo Heiken von der Gesamtschule. „Diesen gemeinsamen Wunsch werden wir auch an die Stadt herantragen“, sagt Brautlecht.

Allein schon wegen der bislang gemeinsam genutzten Schulmensa und Sportplätze, führt der gebürtige Hessisch-Oldendorfer weiter aus. Er spricht von einem „spannenden Prozess“, wenn in vielleicht fünf Jahren eine quasi neue Schule am alten Standort entsteht. Auch wenn Brautlecht, der nach dem Abitur in Hameln in Münster und Hannover Deutsch und Erdkunde auf Lehramt studiert hat, nicht abstreiten will, dass das ein mühsamer Weg werden wird.

„Doch das motiviert mich und das lebe ich auch vor.“ Auf alle Fälle wünscht er sich, dass die Interimslösung mit Containern und beengten Verhältnissen so schnell wie möglich beendet wird. „Ich möchte, dass es endlich losgeht“, betont der Studiendirektor, der während des Studiums acht Jahre in der Altenpflege gearbeitet hat, um die im Erdkunde-Fach erforderlichen Exkursionen bezahlen zu können. Daraus habe er „wichtige Einblicke und Erkenntnisse“ gewonnen, die bis heute Bestand hätten.

„Ein Fundus, aus dem ich heute noch als Lehrer schöpfen kann.“ Denn das habe ihn tief geprägt. Zu den einst betreuten Senioren habe er bisweilen noch Kontakt. Genau diese „Lebenswirklichkeit“ versuche er auch seinen Schülern zu vermitteln. Wenn er mal nicht an die Schule denken will, zieht es den Hundeliebhaber in die Natur. Mit seinem Golden Retriever durchstreift er gern morgens um halb sechs die Ricklinger Masch. „Das schätze ich sehr“, betont er und spricht von einer „positiven Abgängigkeit“, die er mit seinem Hund eingegangen ist.

Und ist ihm der Wechsel von der KGS Hemmingen schwer gefallen? Eigentlich nicht. „Die gedankliche Auseinandersetzung damit hat ja schon länger gedauert“, sagt Brautlecht. Schließlich sei dies auch sein Wunsch gewesen. Allerdings musste er dann am letzten Tag an der alten Schule bei der Vergabe der Zwischenzeugnisse vermutlich doch das eine oder andere Mal schlucken, gesteht er. Denn nicht nur das Lehrerkollegium habe ihm als nun ehemaligen stellvertretenden Schulleiter eine Abschiedsfeier beschert. Vielmehr seien es seine Schüler des siebten Jahrgangs gewesen, die ihn emotional stark berührt hätten. Sie hätten ihm gegenüber völlig authentisch ihre Wertschätzung rübergebracht. „Das hat mich dann noch sehr mitgenommen.“

Sein zuvor schon an der KGS praktiziertes Konzept - nämlich nicht nur Lernstoff zu vermitteln, sondern den Schülern auch die Chance einzuräumen, sich entsprechend ihrer Neigungen und Interessen zu entwickeln, will er auch in Langenhagen beibehalten. „Sie sollen Teamfähigkeit und Sozialkompetenz erlernen“, betont der in Hannover lebende Schulleiter. Das helfe ihnen, füreinander einzustehen. Zudem legt Brautlecht nach eigenen Angaben wert auf „offene Kommunikation“ und will mit dem Kollegium „gemeinsam Ziele gestalten, um die Schule weiterzuentwickeln“. Zudem wolle er auch das Prinzip „der offenen Tür weiterführen“. „Denn nur so funktioniert Schule“, ist sich der neue Gymnasialleiter sicher.

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