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Wie soll sich das Stadtzentrum entwickeln?

Langenhagen Wie soll sich das Stadtzentrum entwickeln?

In welche Richtung soll sich das Zentrum entwickeln? In dieser Frage gibt es in Politik und Verwaltung durchaus kontroverse Meinungen. Klar ist allenfalls, dass der Verlust von Parkplätzen nicht überbewertet werden soll. Gleichwohl wurde eine vom Rathaus nun vorgelegte Drucksache zunächst kassiert.

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Nach dem Willen der Langenhagener Stadtverwaltung soll das Areal des Handelshofes östlich des CCL als ersten entwickelt werden. Am Donnerstag hat dort eine Performance-Künstlerin dem Platz bunte Farbtupfer in Form von installierten Regenschirmen verpasst.

Quelle: Sven Warnecke

Langenhagen. Mehr „Urbanität“ oder doch eher „Parkplätze erhalten“? Vielleicht mehr „Belebung der Innenstadt“ oder Bau eines „Ärztezentrums“? Oder aber auch zunächst den Anbau an das Rathaus realisieren?: Die Politik kann sich für das Zentrum vieles vorstellen, eckt damit aber an den aktuellen Planungen der Stadt an. Diese fordert nun vom Rat grünes Licht für die Idee, statt der bislang zunächst ins Auge gefassten Entwicklung der Parkplätze südlich des CCL an der Schützenstraße „jetzt die Bebauung des Handelshofes voranzutreiben und gegebenenfalls das Grundstück auszuschreiben“, wie es von der Verwaltung heißt.

Mit dieser Forderung hat sich der Stadtplanungsausschuss in seiner jüngsten Sitzung befasst. Um es vorwegzunehmen: Das Thema wurde auch ob seiner Komplexität und Bedeutung zurück in die Fraktionen verwiesen. Ungeachtet dessen wurde jedoch ausführlich darüber diskutiert.

Da half auch die Ankündigung von Stadtbaurat Carsten Hettwer nichts, für das Areal Handelshof – im Integrierten Stadtentwicklungskonzept (Isek) als Baufläche vorgesehen – erneut einen potenziellen Investor gefunden zu haben. Was dieser dort plant, ließ Hettwer indes nur im Ungefähren. Dort sollen entsprechend der städtischen Gestaltungssatzung sowohl Gewerbe und Büros als auch Wohnungen und die neue Heimstätte der Stadtbibliothek entstehen, so der Stadtbaurat. Doch damit das realisiert werden könne, müsse auf dem benachbarten Grünwald-Gelände auch eine Tiefgarage eingeplant werden. Die Krux: Für dieses Areal gibt es aktuell einen gültigen Ratsbeschluss, dort eine Freifläche mit Aufenthaltscharakter vorzusehen.

Darum geht es eigentlich: Rund um den Marktplatz hat sich die Stadt diverse Flächen gesichert. Neben dem Handelshof und dem Grünwald-Areal gibt es auch Planungen für den Parkplatz südlich der Schützenstraße, für das Postgelände sowie für das als Erweiterungfläche für das Rathaus angedachte bisherige Parkplatz-Grundstück am Waggumer Hof..

Allerdings: Aus Sicht der Stadtverwaltung hat der Investor für das Areal südlich der Schützenstraße – geplant sind dort ein Wohn- und Ärztehaus samt Gewerbe – bislang nicht die gewünschten Detailplanungen vorgelegt. Zudem hat exakt für diese Fläche das CCL ebenfalls Interesse zwecks Expansion bekundet. Doch das sei nicht das, „was die Stadt sich wünscht“, sagte Hettwer. Die Kommune sehe es lieber, wenn das City-Center sich auf dem Postareal – wie ursprünglich geplant – ausdehnen würde. Denn eine Erweiterung des CCL in Richtung Süden bedeute neben dem Verlust des Schützenfestplatzes auch den des von der Stadt mitfinanzierten Goldbeck-Parkhauses, argumentierte er. Und zu guter Letzt gibt es für die Rathauserweiterung in Richtung Waggumer Hof noch zu viele offene Fragen, untermauert die Stadt nun die favorisierten Pläne für den Handelshof.

Doch das bedeutet – wie die anderen Planungen auch – einen Verlust von öffentlichen, ebenerdigen Parkplätzen. Diese werden aber ausdrücklich gefordert, betonte die Vorsitzende des Seniorenbeirats, Christa Röder. „Ich frage mich, wo die hin sollen“, unterstützte das dann auch Domenic Veltrup (BBL). Denn ob und wie sie kompensiert werden können, ist noch nicht klar. Hettwer sieht aber Alternativen im Zentrum und darin kein Problem.

Angesichts dieser vielen Unwägbarkeiten warb SPD-Ratsherr Wolfgang Langrehr schließlich darum, das Thema in den Fraktionen erneut zu beraten. „Es gibt noch viel zu diskutieren“, betonte er. Gleichwohl sprach er sich auch dafür aus, dass die Interessenten für die städtischen Flächen in einem Workshop ihre Konzepte der Politik einmal vorstellen. „Und die Bürger müssen einbezogen werden“, ergänzte SPD-Mitglied Matthias Gleichmann. Angesichts der jahrzehntelangen Planungen forderte er aber auch Entscheidungen. „Wir müssen mal in die Pötte kommen.“ Innenstadt soll belebt werden

Unterdessen warb die CDU-Fraktionschefin Claudia Hopfe für mehr Grün im Zentrum sowie auf den städtischen Flächen wieder mehr Gewerbe und Wohnen stärker zusammenzuführen. Wolfgang Kuschel (SPD) indes bat seine Kollegen, „Parkplätze weniger emotional zu diskutieren“. Schließlich gehe es um „ein zentrales Vorhaben, nämlich um die Gestaltung der Stadt“. Langenhagen habe kein Zentrum, zumindest keines mit Aufenthaltsqualität, betonte Kuschel. „Darüber müssen wir uns Gedanken machen.“ Ihm gehe es um eine Belebung der Innenstadt.

„Eine weitere Entwicklung der Innenstadt ist unabdingbar“, unterstrich dann auch Hettwer. Auch er hält es für wichtig, das „Thema Parkplätze nicht in den Mittelpunkt zu stellen“. Denn das dürfe kein „leitendes Instrument für eine attraktive Innenstadt“ sein. Hettwer sagte aber auch, dass die Stadt „gar nichts tun müsse“. Allerdings komme aus der Politik durchaus regelmäßig in Haushaltsdiskussionen Fragen, warum die Stadt bei Anfragen von Investoren nicht handele. Gleichwohl kündigte er an, dass die Verwaltung nun die Wünsche der Politik für die Gestaltung der Innenstadt explizit abfragen werde.

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Von Sven Warnecke

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