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Gesamtschulen losen nur noch

Langenhagen Gesamtschulen losen nur noch

An Langenhagens Gesamtschulen regiert nur noch der Lostopf. Eine prozentuale Verteilung von Schülern unterschiedlicher Leistungsstärke gibt es nicht mehr. Hintergrund sind das Ende der Schullaufbahnempfehlung - und der Hauptschule in der Stadt. Damit haben auswärtige Schüler gar keine Chance mehr.

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An der IGS an der Konrad-Adenauer-Straße regiert künftig nur noch der Lostopf bei der Auswahl von Schülern.

Quelle: Neander

Langenhagen. 171 Schüler wird Timo Heiken, Rektor der IGS an der Konrad-Adenauer-Straße, im kommenden Schuljahr begrüßen. Genau so viele Kinder passen in die sechs Klassenräume, die er für die neuen fünften Klassen zur Verfügung hat. Ermittelt wurden sie auf bemerkenswert einfache Weise: "Alle in einen Lostopf, und dann haben wir gezogen."

In den vergangenen 40 Schuljahren klang des komplizierter: Schüler mit einer Empfehlung für die Haupt- oder Realschule sowie für das Gymnasium wurden prozentual in festgelegten Anteilen zusammengeführt. So sollte eine ausgewogene Mischung aus zu fördernden und zu fordernden Schülern entstehen. Mit Beginn des kommenden Schuljahrs aber gibt es landesweit keine Empfehlung mehr für die jetzt abgehenden Viertklässler. In Langenhagen aber, so Heiken jetzt auf Nachfrage, kommt eine Besonderheit hinzu: "Wo es keine Hauptschule mehr gibt, gelten Gesamtschulen als ersetzende Schulform. Sie dürfen deshalb keine Differenzierung nach Noten mehr vornehmen." Und weil es in Langenhagen außerdem zwei Gesamtschulen gibt, durfte Heiken nach sechs fünften Klassen den Lostopf schließen. "Alle Schüler, die wir abgelehnt haben, können sich ja noch bei der Grund- und Gesamtschule Langenhagen-Süd bewerben." Betroffen sind davon allerdings satte 120 Schüler.

Gesamtschulen in Städten, die noch über eine eigene Hauptschule verfügen wie die Wedemark, dürfen laut Heiken weiterhin differenzieren bei der Aufnahme. "Das geschieht dann aber weitgehend über die Noten." Eine Mischung aus Noten und Sozialkompetenz oder eine Spiegelung des Arbeitsverhaltens, wie es in der Laufbahnempfehlung vollzogen wurde, gibt es dabei nicht mehr. In Langenhagen haben damit künftig Schüler von außerhalb nur noch eine sehr theoretische Chance, aufgenommen zu werden. "Früher konnten wir einen der Leistungstöpfe bei ausbleibenden Bewerbern aus Langenhagen mit Auswärtigen auffüllen", sagt Heiken. Dies scheide künftig aus.

Von Rebekka Neander

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