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Ehrenamtlich fallen Johanniter weniger auf

Langenhagen Ehrenamtlich fallen Johanniter weniger auf

8829 mal sind die Rettungswagen der Johanniter Unfallhilfe im Norden der Region Hannover unterwegs gewesen - besetzt mit hauptamtlichen Kräften. Doch zeitgleich haben Ehrenamtliche aus Langenhagen und Umgebung weit weniger auffällig ihren Dienst verrichtet.

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Die Johanniter-Jugend hat im vergangenen Jahr nicht unerhebliche Stunden Dienst geleistet.

Quelle: Johanniter

Langenhagen. "Wenn in Langenhagen ein Rettungswagen mit Blaulicht und Martinshorn durch die Straßen fährt, wissen die Langenhagener, dass die Johanniter ihres Nordhannoverschen Ortsverbandes wieder für sie und natürlich auch andere im Einsatz sind", berichtet Johanniter-Sprecher Hubertus von Wick. Das geschah im vergangenen Jahr 8829 mal. "Der ebenfalls in der Rettungswache Am Pferdemarkt stationierte Notarzt eilte mit dem Notarzteinsatzfahrzeug 2901 mal schwer erkrankten oder verletzten Menschen zur Hilfe", ergänzt er. Doch daneben seien die die 40 hauptamtlichen Kräfte des Rettungsdienstes auch noch bei 432 Krankentransporten unterwegs gewesen.

"Nicht ganz so augenfällig in Langenhagens Straßen, aber nicht weniger engagiert, zeigten sich die ehrenamtlichen Helfer des 15. Einsatzzuges für den Bevölkerungs- und Katastrophenschutz, die Aktiven in der seit dem dritten Quartal ebenfalls im Ortsverband beheimateten Kleiderkammer und das Team des Mobilitätsservice der Johanniter", ergänzt von Wick. Unter anderem leisteten die 35 Aktiven des Einsatzzuges 128 Sanitätsdienste, "teilweise unterstützt durch Kameraden anderer Ortsverbände." So seien 2.600 Stunden zusammengekommen. "Dazu kamen drei Einsatzalarme, in denen unter anderem die Kameraden der Feuerwehr durch den Verpflegungstrupp des Einsatzzuges (EZ) versorgt oder bei einer Personensuche unterstützt wurden", bilanziert er.

„Wenn man bedenkt, dass wir nur 52 Wochenenden im Jahr haben, von denen einige wegen Urlaubs- und Winterzeit gar nicht besetzt werden müssen, dann wird schnell deutlich, welchen Herausforderungen sich unsere Ehrenamtlichen in der Sanitätsdienstsaison stellen“, unterstreicht dann auch Alexander Kautz, Koordinator für die Sanitätsdienste und Zugführer der Johanniter. "Da kommen schnell mal vier bis fünf Sanitätsdienste pro Wochenende zusammen."

Ein weiteres Betätigungsfeld ist die Betreuung Tausender Fluggäste mit Behinderungen oder eingeschränkter Mobilität. Sie würden auf dem Weg zu ihrem Flug oder beim Verlassen ihres Fliegers von Langenhagener Johannitern unterstützt, sagt von Wick. Dieser Dienst werde von den Johannitern liebevoll "Rolli-Dienst" genannt, berichtet der Sprecher.

Ebenso beeindruckend sind die Zahlen der Kleiderkammer der Johanniter. Von Wicks Angaben zufolge nahmen im vergangenen Jahr 25 Ehrenamtliche jede Woche Spenden entgegen, sortierten und ordneten sie. Davon würden etwa 300 Menschen jeden Monat profitieren, bilanziert er. "Das alles funktioniert nur mit großem zeitlichen Aufwand", betont von Wick. Die Kollegen leisteten dort etwa 7.800 Stunden.

Dabei galt der Umzug der Kleiderkammer als eine der großen Herausforderungen. Hinzu kämen "Großprojekte" wie die Erweiterung der Unterkunft um einen weiteren Hallenteil, verbunden mit einer kompletten Reorganisation großer Teile der nunmehr vier Fahrzeughallen mit etwa 30 Stellplätzen, der Austausch von Fahrzeugen und die Übernahme und Einlagerung von fast 10.000 Feldbetten vom Landesverband, resümiert Johanniter-Dienststellenleiter Tim Heinrich.

"Besonders hervorzuheben ist, dass in der Kleiderkammer nach wie vor auch einige syrische Kriegsflüchtlinge mitarbeiten, die in Langenhagen Schutz gefunden haben und seit der ersten Stunde freiwillig in der Kleiderkammer dabei waren", berichtet Hubertus von Wick weiter. "Besonders stolz sind wir auf unseren Ismael, der vor kurzem sogar eine Stelle des Bundesfreiwilligendienstes bei uns angenommen hat, ein Zeichen gelungener Integration."

Inzwischen sei die Kleiderkammer der Johanniter eine nicht mehr wegzudenkende feste Institution in Langenhagen geworden, hebt der Sprecher hervor. Gleiches gelte wohl auch für die Johanniter-Kita SöSeeLöwen am Söseweg. Dort betreuten 15 hauptamtliche Mitarbeiter 80 Kinder in der mittlerweile voll belegten Einrichtung, die ihren Betrieb Ende 2015 aufgenommen hat.

Nicht nur die Erwachsenen sind fleißig

Knapp 5.000 Stunden Dienst hat die Johanniter-Jugend im Nordhannoverschen Ortsverband (NOV) im vergangenen Jahr geleistet. Dazu gehörten das Tanztraining der Kleinen, aber auch ihre Aufführungen und das Kinderschminken an Familientagen, am Tag der Sicherheit im City Center Langenhagen oder in der Karnevalszeit. Ein besonderer Höhepunkt war die Teilnahme der Jugendgruppe am Bundes-Pfingstzeltlager der Johanniter in Neufrankenroda in Thüringen. Das im vierten Quartal neue gewählte Leitungsgremium um Jacqueline Kestner ist gerade dabei, für die 52 Mitglieder der Jugend eine Konzeption für das aktuelle Jahr zu erstellen.

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Ismael Albakkour arbeitet seit seiner Ankunft als Kriegsflüchtling im Jahr 2015 freiwillig in der Kleiderkammer der Johanniter in Langenhagen.

Quelle: Johanniter

Von Sven Warnecke

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