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Klimaschutz ist Langenhagen wichtig

Langenhagen Klimaschutz ist Langenhagen wichtig

Langenhagen ist in der Region Hannover der "Leuchtturm" in Sachen Klimaschutz. Dieses Lob hat der Umweltdezernent, Professor Axel Priebs, bereits vor Jahren bei einem Besuch ausgesprochen. Doch wie sehen die Bemühungen heute aus? Das wollte Priebs zum Auftakt der Klimaschutztour wissen.

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Die im Passivhausstandard errichtete neue Mensa ist ein Leuchtturmprojekt in Sachen Klimaschutz. Umweltdezernent Professor Axel Priebs (zweiter von rechts), die Leiterin der Klimaschutzleitstelle der Region, Rike Arff (dritte von rechts), und Udo Sahling, Geschäftsführer der Klimaschutzagentur, lassen sich von Langenhagens Bürgermeister Mirko Heuer (zweiter von links), EPL-Geschäftsführer Manfred Schüle (links) und der Umweltbeauftragten Marlies Finke über die Aktivitäten der Stadt für den Klimaschutz informieren.

Quelle: Christian Stahl (Region Hannover)

Langenhagen. Die energieeffiziente Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) und die Versorgung mit Nahwärme spielen im Klimaschutz-Aktionsprogramm der Stadt Langenhagen eine wichtige Rolle. "Der Ausbau des Nahwärmenetzes ist eine tragende Säule, um unsere ehrgeizigen Klimaschutzziele zu erreichen", verdeutlichte jetzt Langenhagens Bürgermeister Mirko Heuer dem Umweltschutzdezernenten der Region Hannover, Professor Axel Priebs, bei einem Besuch in der Stadt. Die Stippvisite bildete in diesem Jahr den Auftakt seiner Klimaschutztour - der vermutlich letzten, bevor sich Priebs aus seiner Tätigkeit bei der Region in Richtung Professur nach Wien verabschiedet.

Zukunftsweisende Klimaschutzvorhaben und die Fortschritte bei der Umsetzung der Klimaschutz-Aktionsprogramme in den Kommunen stehen im Mittelpunkt der "Regionalen Klimaschutztour", die Priebs nun mit Heuer zusammenführte. Dabei ging es insbesondere um den Ausbau des Nahwärmenetzes und die Solarwochen 2017 in der Stadt.

Dabei konnte sich Priebs auch über den schrittweisen Ausbau des Nahwärme-Versorgungsnetzes im Stadtzentrum unter der Regie der Energie-Projektgesellschaft Langenhagen (EPL) informieren. "Dadurch können heute auch Kunden die klimaschonende und komfortable Nahwärme nutzen, die vor einigen Jahren noch auf Öl und Gas angewiesen waren", erläuterte EPL-Geschäftsführer Manfred Schüle der Besuchergruppe. Er erinnerte daran, dass mit einer unterirdischen Versorgungsleitung unter der Bothfelder Straße hindurch nun auch Gebäude am nahe gelegenen Söse- und Graneweg mit Nahwärme versorgt werden könnten. Das Versorgungsgebiet im Stadtzentrum erhält die Wärme aus der im Schildhof gelegenen Energiezentrale.

"Mehr als 30 Prozent der von EPL in Langenhagen abgegebenen Wärme entsteht mit regenerativer Energie", betonte Schüle. Als besondere Meilensteine bezeichnete er die Nahwärmeanschlüsse der Mensa des Schulzentrums und eines neuen Wohngebäudes ebenfalls an der Konrad-Adenauer-Straße. Heuer ergänzte: "Die Mensa des Schulzentrums ist ein echtes Vorzeigeprojekt. Sie wurde im energiesparenden Passivhausstandard errichtet, zudem ist auf dem Dach eine 240 Quadratmeter große Photovoltaikanlage installiert."

Wie bei seinem letzten Besuch während der Klimaschutztour konnte sich Priebs angesichts des innovativen Projektes ein Lob nicht verkneifen: Stadt und EPL zeigten vorbildlich, wie sich ein Gebäude mit klimaschonender Nahwärme samt Solarenergie versorgen lasse. "Das hat eine hervorragende Signalwirkung – auch für die Schülerinnen und Schüler."

Priebs betonte, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien ein Eckpfeiler auf dem Weg zur klimaneutralen Region bis 2050 sei. "Die Region wird den Ausbau der Solarenergie im gesamten Regionsgebiet noch stärker forcieren und am 23. Mai eine Solar-Offensive mit einer öffentlichen Auftakt-Veranstaltung starten", kündigte er an. In Vorbereitung sei unter anderem eine Richtlinie zur finanziellen Förderung von Solarwärmeanlagen in der Region Hannover.

Langenhagen ist bereits seit Jahren auf dem Sektor Solarenergie unterwegs. Für dieses Jahr stünden die Solarwochen kurz vor dem Start, konnte die städtische Umweltschutzbeauftragte Marlies Finke verkünden. Dabei bietet die Stadt vom 2. bis 31. Mai neutrale und kostenlose Solar-Checks für Hauseigentümer an. Weitere Aktionen sollen das Programm abrunden, das die Klimaschutzagentur, der Enercity-Fonds proKlima und die Verbraucherzentrale Niedersachsen unterstützen. "Solche Aktivitäten in den Kommunen leisten einen wichtigen Beitrag, um die Solarenergie weiter voranzubringen", ist sich Priebs indes sicher.

Udo Sahling, Geschäftsführer der gemeinnützigen Klimaschutzagentur Region Hannover, verwies auf die langjährige und gute Zusammenarbeit zwischen der Stadt Langenhagen und der Agentur im Bereich Umweltbildung und bei den Energieberatungen für Unternehmen und Bürgern. "Anfang des Jahres haben gerade erst wieder 62 Langenhagener eine kostenlose Heizungsvisite erhalten", berichtete Sahling.

Die Klimaschutztour und deren Ziele

Wie steht es um den Klimaschutz in den Kommunen der Region, wie kann dieser weiter vorangebracht werden und wie kann die Region diesen Prozess fördern? Diese und andere Fragen diskutiert der Umweltdezernent der Region Hannover regelmäßig vor Ort, etwa mit Bürgermeistern und anderen Experten während seiner "Regionalen Klimaschutztour". Das Ziel von Axel Priebs: Innovative Konzepte und die wichtigsten Projekte sollen mit Unterstützung der Region Hannover schnell verwirklicht werden können. Eine Möglichkeit hierzu bietet etwa die Richtlinie über "die finanzielle Förderung regionalbedeutsamer Projekte und Vorhaben im Bereich Klimaschutz in der Region Hannover". Sie steht auf www.hannover.de/leuchtturmrichtlinie im Internet zum Nachlesen. Außerdem bietet das von den Städten und der Region getragene Förderprogramm e.coSport zur energetischen Sportstättensanierung den Vereinen Beratungen und finanzielle Zuschüsse an. Weitere Infos zum Programm unter www.hannover.de/e.coSport ebenfalls im Internet.

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