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Rotgrün bremst die Stadt aus

Langenhagen Rotgrün bremst die Stadt aus

Der politische Wille ist da: Die Stadt soll bezahlbaren Wohnraum schaffen. Dabei legt die Verwaltung ein erhebliches Tempo an den Tag – zu schnell für die rotgrüne Mehrheit. Sie fordert für das Projekt am Bauernpfad in Krähenwinkel die Einbindung des Ortsrates. Und mehr Zeit.

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Am Bauernpfad entsteht bereits die ersten Holzhäuser für preisgünstiges Wohnen. Direkt daneben will die Stadt eine zweite Anlage bauen.

Quelle: Sven Warnecke

Langenhagen/Krähenwinkel. Die Langenhagener Politik hat der Verwaltung angesichts des Zuzugs von Flüchtlingen und dem leer gefegten Wohnungsmarkt einen klaren Auftrag erteilt: es muss preisgünstiger Wohnraum her. Etwa am Bauernpfad in Krähenwinkel. Dort entstehen aktuell zweigeschossige Gebäude in Holzbauweise für bis zu 60 Menschen. Diese Tatsache will nun die Stadt nutzen und auf dem angrenzenden Areal noch einmal den gleichen Gebäudetyp wie bei der Flüchtlingsunterkunft zu bauen. „Um Synergieeffekte zu nutzen“, betonte Bürgermeister Mirko Heuer im Finanzausschuss am Dienstagabend.

Für 2,5 Millionen Euro sollen zwei weitere Gebäude mit insgesamt 1000 Quadratmetern in Holzrahmenbauweise errichtet werden. Die Größe der Wohnungen steht noch nicht fest. Die Stadt geht derzeit von mindestens sechs Wohnungen je Gebäude aus. Doch um das realisieren zu können, muss die Stadt aufs Tempo drücken, sagt Heuer.

Nicht die Notwendigkeit preisgünstigen Wohnraums steht in Frage, wohl aber die Eile der Verwaltung, kritisiert die rotgrüne Mehrheit. Zumal in dieser Angelegenheit der Ortsrat noch nicht beteiligt worden ist, monierte Grünen-Fraktionschef Dirk Musfeldt. Und das müsse er per Gesetz. Diese Regelung sei einzuhalten, forderte er. „Wir sollten nichts überstürzen.“

Das sieht auch der Koalitionspartner so. SPD-Fraktionschef Marc Köhler erinnerte an die jüngst von der Stadt vorgegebene Eile bei der geplanten Flüchtlingsunterkunft Am Moore in Godshorn. Auch da sei vom Rat die Zustimmung erfolgt, ohne den Ortsrat zu beteiligen. „Und das ist dann der Politik auf die Füße gefallen“, sagte Köhler. „Wir sollten aus den Fehlern lernen“, meint der Fraktionschef. Um „die Bürger mitzunehmen“, fordert er mehr Zeit. Auch wenn er und seine Partei den Bau preiswerter Wohnungen prinzipiell begrüßt.

Heuer betonte am Mittwoch auf Anfrage, dass der Ortsrat Krähenwinkel durchaus zu den Plänen gehört worden ist. Auch wenn dabei möglicherweise noch nicht alle Zahlen genau feststanden. Außerdem habe es Gespräche mit den Nachbarn gegeben. „Dieser Vorgang ist seit November in der Politik.“ Zu der zögerlichen Haltung der rot-grünen Ratsmehrheit sagte Heuer nur kurz: „Da fehlen mir die Worte.“ Denn nur wenn jetzt an die Ausschreibung der am Bauernpfad laufenden Arbeiten angedockt werden könne, ließen sich Synergien erzielen und damit Geld sparen.

Doch da der Ausschuss keine Entscheidung gefällt hat, kann der Plan vermutlich erst in der Ratssitzung im Mai diskutiert werden. Heuer betont, dass es bis Ende April aber unbedingt einen Beschluss dazu geben muss, ob die Stadt das Geld für das Projekt freigeben darf oder nicht. „Sonst gibt es keine Synergien.“

Das sieht die Vorsitzende des Finanzausschusses Irina Brunotte  indes ganz anders. Denn das Gremium habe die kurzfristig vorgelegte Drucksache durchaus als behandelt gelten lassen, "um eben die Beratung nicht zu verzögern", betont die Sozialdemokratin im Gespräch mit dieser Zeitung.

Von Sven Warnecke

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