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Notunterkunft wird geschlossen

Langenhagen Notunterkunft wird geschlossen

Am Dienstagvormittag war Schluss: Die letzten 18 Schutzsuchenden haben die Notunterkunft an der Hans-Böckler-Straße verlassen. Das Land wird die von der Johanniter-Unfallhilfe betriebene Unterkunft zum 30. Juni schließen. In den kommenden vier Wochen wird die ehemalige Gewerbehalle zurückgebaut.

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Im September wurde aus der ehemaligen Gewerbehalle ein Not-Zuhause auf Zeit für bis zu 300 Schutzsuchende. Seit Dienstag steht das Gebäude wieder leer.

Quelle: Neander

Langenhagen. Der Start gelang in aller Hektik, das Ende indes war ein schleichender Prozess. Fakt ist: Seitdem über die sogenannte Balkan-Route nicht mehr täglich Tausende von schutzsuchenden Menschen nach Europa kommen, ist auch der Zuzug in die Notunterkunft an der Hans-Böckler-Straße verebbt. Waren in Hochphasen knapp 300 Menschen auf Stockbetten zwischen provisorischen Zeltplanen beherbergt, waren es schon vor einem Vierteljahr nur noch etwa 100 Personen. Die letzten 18 Geflüchteten sind am Dienstagvormittag in das Erstaufnahmelager in Braunschweig umgezogen.

Noch am selben Tag beginnt nun der Rückbau: Was ungezählte Helfer im September binnen weniger Tage rund um die Uhr einbauen mussten, kommt nun wieder raus. Das betrifft auch die nachträglich noch gelieferten Container für Sanitäranlagen, Waschmaschinen oder auch für die Betreuung von Kindern. "Alle gemieteten Dinge werden zurückgegeben", sagte Sylke Heun, Sprecherin der Johanniter, dieser Zeitung. In den kommenden vier Wochen werde dann geprüft, wem in dem verzweigten Gewerbebau was gehöre. Am 30. Juni sei dann endgültig Schluss.

Was bis dahin mit den zuletzt 28 angestellten Mitarbeitern wird, ist offen. Sie setzen sich zusammen aus Festangestellten, die schon zu Beginn der Aktion Mitarbeiter der Johanniter Unfallhilfe waren, solchen, die gleich zu Beginn eingestellt wurden (darunter der Leiter der Unterkunft, Florian Müller) und jenen, die jetzt noch in ihrer Probezeit sind. "Wir versuchen, dass es am Ende für alle gut wird", sagte Heun. Dazu gehört auch möglicherweise die Zuordnung in andere, feste Einrichtungen, die von den Johannitern betrieben werden.

Eigentlicher Mieter der Halle ist das Land Niedersachsen. Svenja Mischel, Sprecherin des Innenministeriums, erläuterte auf Nachfrage, das Land werde einige der im September als Akutmaßnahme geöffneten Notunterkünfte schließen, andere dagegen in einen "ruhenden Zustand" überführen, falls die Zuzugszahlen wieder steigen. Für Langenhagen gilt dieses nicht. Alle Vereinbarungen mit den Johannitern, so Mischel, werden vertragsgemäß im September auslaufen. "Für die Erstaufnahme steht künftig eine deutlich stärkere Landesaufnahmebehörde mit ihren fünf Standorten für mehrere tausend Menschen in ganz Niedersachsen zur Verfügung."

Von Rebekka Neander

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