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Zahl der Straftaten nimmt deutlich zu

Langenhagen Zahl der Straftaten nimmt deutlich zu

Die gestern vorgestellte Kriminalstatistik weist gleich zwei Besonderheiten für Langenhagen auf: Die Anzahl der Straftaten hat in 2016 mit 4687 den höchsten Stand im Fünf-Jahresvergleich. Das gilt aber auch für die Aufklärungsquote: Nahezu 60 Prozent aller Delikte wurden aufgeklärt.

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Die Zahl der Einbrüche ist im vergangenen Jahr in Langenhagen leicht gesunken.

Quelle: Symbolbild (Archiv)

Langenhagen. Bei der Vorstellung der Statistik sprach Kommissariatsleiter Andreas Alder von einer extremen Steigerung der Fallzahlen – speziell auch die Körperverletzungen hätten stark zugenommen, von 308 auf 468. Alles in allem habe das eine hohe Belastung der Ermittler bedeutet, sagte am Freitag der Leiter des Kriminal- und Ermittlungsdienstes (KED), Rüdiger Vieglahn. „Das war ein ziemlich anstrengendes Jahr für uns.“ Doch die Bemühungen geben dem Kriminalpolizisten angesichts einer Aufklärungsquote von 59,83 Prozent recht. Vieglahn spricht von einem „Spitzenwert.“ „Darauf können wir stolz sein“, betont der KED-Leiter.

Bei der Präsentation der Statistik des Jahres 2016 konnten Alder und Vieglahn mit einer Neuerung aufwarten: Zum ersten Mal konnte die Polizei auch zur Entwicklung der Straftaten Auskunft geben, die von Flüchtlingen verübt worden sind. Die Langenhagener Beamten registrierten demnach im vergangenen Jahr insgesamt 273 dieser Vergehen. Die Zahl schließt die ausländerrechtlichen Verstöße mit ein. Im Jahr zuvor waren es mit 138 deutlich weniger Fälle. Die Polizei konnte indes aber auch 230 Straftaten und 185 Tatverdächtige ermitteln.

Der statistische Anstieg lasse jedoch nicht die Schlussfolgerung zu, dass Flüchtlinge einen unverhältnismäßig hohen Anteil der Straftaten verübten. „Die absoluten Zahlen sind nicht besorgniserregend“, betont Vieglahn. Für ihn sei der Anstieg auch eine Konsequenz aus dem nicht unerheblichen Zuzug von Geflüchteten. Der Statistik zufolge fiel die Gruppe im vergangenen Jahr vermehrt insbesondere durch Schwarzfahren, Verstöße gegen das Asylrecht, Diebstähle und Körperverletzungen auf.

Überhaupt habe die Körperverletzung vergangenes Jahr um 52  Prozent stark zugenommen. 308 der Straftaten wurde aber von Deutschen verübt, betont Vieglahn. „Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die gefährlichen und die schweren Körperverletzungen mit 120 Prozent mehr als verdoppelt“, berichtet er weiter. Die Täter sind zumeist zwischen 18 und 40 Jahren. Diesen erheblichen Anstieg erklärt er auch mit der Zunahme von Gegenanzeigen. „Das ist inzwischen fast schon die Regel“, weiß der Ermittler. Wer zugeschlagen habe, zeige seinen Kontrahenten ebenfalls umgehend an. Auch bei der häuslichen Gewalt registrierte die Polizei eine Zunahme um 116,67 Prozent von 12 auf 26 Taten. Bei den 424 aufgeklärten Gewalttaten gibt es 291 Einzeltäter, der Rest seien Mehrfachtäter, die zwei- bis viermal auffällig wurden. Beinahe 80 Prozent der Gewalttätigen waren Männer. Etwa 20 Prozent von ihnen stand unter Alkoholeinfluss.

Polizei legt Fokus auf Betäubungsmitteldelikte

Einen besonderen Fokus hat die Polizei im vergangenen Jahr auf den Bereich der Betäubungsmittelkriminalität gelegt – in der Folge hat sich die Anzahl der Delikte von 69 im Jahr 2015 auf 144 mehr als verdoppelt, sagt KED-Leiter Rüdiger Vieglahn. Polizeichef Andreas Alder kündigt unterdessen weitere Bemühungen in diesem Deliktsbereich an. „Das wollen wir hier nicht“, auch wenn das arbeitsintensiv sei. Sprunghaft angestiegen ist der Diebstahl von Fahrzeugteilen von einst 333 Taten auf nunmehr 458. Als Haupttatort hat die Polizei die Parkbereiche am Flughafen identifiziert. Das Problem sei die Unüberschaubarkeit der Areale und der diversen Ein- und Ausfahrtmöglichkeiten, sagt Alder. Gleichwohl stehe die Polizei „im Dialog mit dem Airport“. Dabei gehe es in erster Linie um bauliche Veränderungen und den Einbau von Sicherheitstechnik.

 

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Von Sven Warnecke

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