Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 4 ° Sprühregen

Navigation:
Die Sparkasse streicht die Segel

Langenhagen Die Sparkasse streicht die Segel

Die Sparkasse zieht sich aus Teilen Langenhagens zurück. Die Filialen in Godshorn und Engelbostel sowie am Berliner Platz werden bis 2019 geschlossen. Kaltenweide kommt glimpflicher davon. Dort bleibt das Beratungscenter zwar erhalten – die Öffnungszeit wird aber reduziert. Die Bestürzung ist groß.

Voriger Artikel
Vier Bürgermeister sind Ball-Schirmherren
Nächster Artikel
Klinikleitung 
ist 
wieder komplett

Die Filiale in Godshorn steht auf der Liste der Standorte, die geschlossen werden sollen.

Quelle: Stephan Hartung

Langenhagen. Keine Kommune in der Region ist derart getroffen wie Langenhagen. Die Sparkasse schließt in der Stadt allein drei Filialen. Über die gesamte Region Hannover verteilt sind es derer 19. Auch in Kaltenweide wird sich etwas ändern. Dort soll die Öffnungszeit des Beratungscenters von bislang fünf auf zwei Tage in der Woche drastisch reduziert werden.

Willi Minne hat bereits geahnt, dass sich die Sparkasse irgendwann zurückziehen wird. Spätestens seit das Geldinstitut im vergangenen Jahr die Öffnungszeiten auf zwei Tage die Woche reduziert hat, sagt der Godshorner Ortsbürgermeister am Donnerstag auf Anfrage. „Persönlich kann ich das nicht gut finden“, betont er angesichts der 6000 Einwohner und vielen Gewerbebetriebe. „Wenn nun die Volksbank noch nachzieht, sieht es in Godshorn bald dunkel aus“, meint Minne, der selbst Geldgeschäfte an Selbstbedienungsterminals abwickelt. Speziell für die Älteren im Dorf hofft er aber, dass zumindestens diese Terminals erhalten blieben oder aber Supermärkte diesen Service anböten.

Engelbostels stellvertretender Ortsbürgermeister Mike Scheer ist richtig sauer. „Wir werden eine Kampagne gegen die Sparkasse starten“, sagt er und will die Engelbosteler auffordern, ihre Konten zu kündigen. Das werde seine gesamte Familie auch tun. Er ist inzwischen mit anderen Instituten im Gespräch, um eine Lösung für Engelbostel zu finden. Es könne nicht sein, für einen Service Geld zu verlangen, diesen aber nicht mehr zu bieten, kritisiert Scheer.

Der Kaltenweider Ortsbürgermeister Wolfgang Langrehr fordert indes, dass sich am Service nichts ändern dürfe. Die Bank weitgehend auf Selbstbedienung zu reduzieren, findet er „tragisch“. Auch Langrehr erinnerte an die vielen Senioren, die das Gespräch mit den Bankmitarbeitern suchten – vielfach auch bräuchten. „Die Sparkasse sollte sich nicht auf die Service-Stufe wie andere Großbanken stellen“, meint er.

Pastor Rainer Müller-Jödicke ist ob der Nachricht regelrecht konsterniert. Denn die Martinskirchengemeinde als Kunde der Sparkasse muss künftig die sonntägliche Kollekte entweder nach Langenhagen oder ins benachbarte Berenbostel bringen. Das koste die Ehrenamtlichen der Kirchengemeinde oder aber auch die Pfarrsekretärin unnötig Zeit, meint er.

Auch die Stadt ist von den Plänen des Geldinstituts überrascht worden. Nach Auskunft der Ersten Stadträtin Monika Gotzes-Karrasch wurde das Rathaus von der Sparkasse kurzfristig über die beabsichtigte Schließung beziehungsweise Kürzung der Kaltenweider Öffnungszeiten in Szene gesetzt. „Wir bedauern die Einschränkungen und Nachteile, die sich daraus insbesondere für die Kunden der Sparkasse in den Ortsteilen ergeben“, betont Gotzes-Karrasch. „Hinsichtlich des Personalabbaus vertrauen wir auf die Zusage, dass dieser sozialverträglich, ohne Kündigungen, erfolgen wird.“

Von Sven Warnecke

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Schulzentrum Langenhagen

Nahezu vollständig müssen das Gymnasium und ein Teil der IGS abgerissen und neu gebaut werden, weil der Brandschutz nicht gewährleistet ist. Mehr zum Schulzentrum Langenhagen lesen Sie hier. mehr