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Stadt will günstigen Wohnraum schaffen

Langenhagen Stadt will günstigen Wohnraum schaffen

Bei der Suche nach geeigneten Grundstücken für den Bau von bezahlbarem Wohnraum in Langenhagen ist die Verwaltung fündig geworden. Auf einer ursprünglich für einen Spielplatz freigehaltenen Fläche - er wurde nie gebaut - sollen nun Wohnungen für Flüchtlinge und B-Schein-Berechtigte entstehen.

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Der Stadtplanungsausschuss hat für den Bau von bezahlbaren Wohnungen am Elbeweg grünes Licht gegeben.

Quelle: Symbolbild Archiv

Langenhagen. Not macht erfinderisch: Bei der Suche nach Flächen für den dringend benötigten Bau von bezahlbaren Wohnungen ist der Stadtverwaltung eine Grünfläche an der Ecke Bothfelder Straße und Elbeweg ins Auge gefallen. Sie ist bereits im städtischen Eigentum. Ursprünglich sollte auf dem gut 1300 Quadratmeter großen Grundstück ein Kinderspielplatz entstehen. So sieht das auch der dort gültige Bebauungsplan vor. Doch realisiert wurde dieser Plan nie. Dieser musste aus Spargründen 2010 zu den Akten gelegt werden. Auch weil es in unmittelbarer Nähe  bereits ein Spielparadies für Kinder gibt.

Nun kommt der Stadtverwaltung das im Jahr 2008 aufgehobene Niedersächsische Spielplatzgesetz zu Hilfe. Es besagt, dass die Kommune selbst über den Bau oder den Rückbau von Spielarealen befinden kann. Aus diesem Grund schlägt die Verwaltung nun vor, den dort gültigen Bebauungsplan zugunsten von bezahlbarem Wohnraum zu ändern. Schließlich liegt die Fläche seit Jahren brach und "bildet im Hinblick auf die Schaffung von Wohnraum ein nicht unerhebliches Nachverdichtungspotential" heißt es in einer am Donnerstagabend in der Politik diskutierten Beschlussdrucksache.

Die angestrebte dreigeschossige Bebauung mit einer maximal zulässigen Gebäudehöhe von 14 Meter stellt aus städtebaulicher Sicht ein vertretbares Bauvolumen sowie eine für diese zentrale Lage wünschenswerte Dichte dar, heißt es in der Vorlage weiter. Der Plan der Stadt sieht dort nun vor, zweidrittel der neu geschaffenen Wohnungen für Personen mit B-Scheinberechtigung zur Verfügung zu stellen, der Rest soll zunächst der Unterbringung von Flüchtlingen dienen. Beim Abnehmen des Zuzugs von Schutzsuchenden können die Wohnungen ebenfalls für B-Schein-Empfänger beziehungsweise als günstiger Wohnraum vermietet werden.

Doch der damit befasste Stadtplanungs- und Umweltausschuss hatte nicht wirklich Diskussionsbedarf. Einstimmig passierte die Vorlage das Gremium. Gleichwohl konnte sich Wolfgang Langrehr (SPD) einen Kommentar vor der Abstimmung nicht verkneifen: "Wenn dort gebaut wird, hoffen wir, dass es keinen Widerstand gibt", meinte er in Anlehnung an den Gegenwind, den die Langenhagener Stadtverwaltung wie auch die Kommunalpolitik für die Planungen zum Bau von Unterkünften, etwa in Godshorn und Langenhagen aktuell entgegenweht. "Ich kann es langsam nicht mehr hören", meinte der Sozialdemokrat mit Blick auf die Äußerung einiger, die den Bau von Flüchtlingsunterkünften oder eben für B-Schein-Berechtigte in ihrer Nachbarschaft aus unterschiedlichsten Gründen - etwa wegen des vermeintlichen Wertverlustes der eigenen Immobilie - ablehnten. Das sei unmoralisch, befand Langrehr.

Langenhagens Stadtbaurat Carsten Hettwer wartete am Donnerstag noch mit einer anderen Botschaft auf: Die Region wird in Langenhagen an zwei Stellen Modulbauten errichten, um darin Flüchtlinge unterzubringen. Zunächst werde das in Godshorn südlich der Straße Am Moore geschehen. Und zwar rasch. Doch das bedeute nicht automatisch das Aus für die ebenfalls geplanten 18 Wohneinheiten in zweigeschossiger Bauweise an der Grenzheide, betonte Hettwer. In Godshorn sollen zunächst 68 Schutzsuchende bereits Ende des Jahres eine Bleibe finden können. Und die spätere Nachnutzung als preisgünstiger Wohnraum sei für beide Einrichtungen auch gewährleistet.

Um die Nachbarn über die Pläne zu informieren, ist bereits für nächsten Montag eine Sondersitzung des Ortsrates Godshorn um 19 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus am Spielplatzweg geplant. Gleiches will die Stadtverwaltung auch in Kürze für die Anlieger der Grenzheide geplant, kündigte Hettwer ferner an.

Von Sven Warnecke

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