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Nicht alles ist Sache der Feuerwehr

Langenhagen Nicht alles ist Sache der Feuerwehr

Die Feuerwehr Langenhagen wird in jüngster Zeit zu immer mehr Einsätzen gerufen, für die sie eigentlich nicht zuständig ist. Speziell betroffen sind die Krähenwinkler Tierretter.

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Krähenwinkels Ortsbrandmeister Kai Jüttner präsentiert das neue Chip-Lesegerät.

Quelle: Sven Warnecke

Langenhagen. Die für die Tierrettung zuständigen Mitglieder der Feuerwehr Krähenwinkel sind in diesem Jahr bereits 14-mal zu Hilfe gerufen worden. Jedoch sind sie nicht immer dafür zuständig gewesen. „Leider ist es in letzter Zeit so eingerissen, dass die Feuerwehr gerufen wird, wenn es um Wildtierrettung geht“, sagt Krähenwinkels Ortsbrandmeister Kai Jüttner. Denn die Menschen wüssten, dass die Feuerwehr ständig verfügbar sei.

Als jüngstes Beispiel berichtet er von einer Stockente am Silbersee. Der Vogel habe eine Bläschenbildung am Hals gehabt. "Doch dafür sind wir nicht zuständig", betont Jüttner mit Verweis auf das Niedersächsische Brandschutzgesetz. Gleiches gilt etwa für auf der Straße an- oder überfahrene Rehe oder Hasen. Für Wildtiere sind vielmehr die Jagdpächter zuständig. Bei dieser zunehmenden Zahl an Einsätzen bestehe die Gefahr, dass bei den Arbeitgebern die Akzeptanz für die Nebentätigkeit ihrer Mitarbeiter sinke, warnt Jüttner.

Langenhagens Polizeisprecher Mario Mantei betont auf Anfrage, dass das Kommissariat erster Ansprechpartner bei verletzten Wildtieren sei. Die Beamten würden in anderen Fällen im Zweifel auch den Kontakt zum Tierheim oder zum Tiermobil Struppi herstellen.

Anders sieht es indes bei in Zäunen festhängenden Schafen und Rehen oder auf Bäumen sitzenden Katzen aus. Diese Einsätze fielen unter die technische Hilfeleistung, sagt der Ortsbrandmeister. Auch für den am Sonntag im Silbersee ertrunkenen Hund sei die Feuerwehr zuständig. Die Einsatzkräfte waren um 16.22 Uhr alarmiert worden. Das Tier war aus unbekannten Gründen untergegangen und vom Halter an die Wasseroberfläche zurückgeholt worden, schildert Jüttner den ungewöhnlichen Einsatz. „Beim Eintreffen der Feuerwehr lief eine Reanimation durch den Besitzer und die ortsansässige DLRG.“ Anschließend habe die Feuerwehr den Hund unter „Reanimationsbedingungen in die Tierärztliche Hochschule nach Hannover“ gebracht. Dort sei der Hund leider verstorben, sagt Jüttner am Montag.

Bereits vor einigen Wochen waren die Tierretter wegen eines Autounfalls mit einem Hund nach Godshorn ausgerückt. Der Vierbeiner überlebte den Zusammenstoß aber nicht. Wie in derartigen Fällen üblich, wurde wegen fehlender Informationen über den Halter die für den Abtransport zuständige Rufbereitschaft der Stadt Langenhagen alarmiert. In der Folge habe es in den sozialen Medien viel Kritik an der Arbeit der Feuerwehr gegeben, berichtet Jüttner. Dabei seien häufig die Worte „Pietät- und Gefühllosigkeit“ gefallen. „Doch was sollten wir tun“, fragt der Ortsbrandmeister. Gleichwohl haben sich die Tierretter nun ein Chip-Auslesegerät angeschafft, um bei derartigen Fällen Informationen über die Halter zu bekommen und sie gegebenenfalls zu informieren. „Das ist ein Dienst am Bürger, über die eigentlichen Pflichtaufgaben hinaus“, betont Jüttner. Zudem sei eine Absprache mit dem Tierheim getroffen worden, dass die Krähenwinkler Einrichtung Informationen über gechipte Fundtiere erhält. „Das ist viel mehr, als wir eigentlich machen müssen.“

Nur bei Gefahr ist die Feuerwehr auch bei Insekten zuständig

Beim Auftreten von Wespen, Hornissen oder Bienen ist die Feuerwehr nur bedingt der richtige Ansprechpartner. Denn jede Bekämpfung dieser unter Naturschutz stehenden Insektenarten muss von der Unteren Naturschutzbehörde der Region Hannover genehmigt werden. Diese Regelung soll verhindern, völlig harmlose oder geschützte Arten zu gefährden. Lediglich in „absoluten Notfällen“, also im Bereich öffentlicher Flächen und Gebäude wie Kindergärten oder Schulen darf die Feuerwehr eingreifen, sagt Krähenwinkels Ortsbrandmeister Kai Jüttner. Im privaten Bereich gilt indes, dass ein fachlich ausgebildeter Insektenbekämpfer beauftragt werden muss. Die Kosten dafür trägt der Auftraggeber.

Von Sven Warnecke

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