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Scheitern kann Ansporn sein

Langenhagen Scheitern kann Ansporn sein

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist theoretisch klasse – praktisch aber nicht ganz einfach. Eine Kaltenweiderin stellt sich der täglichen Herausforderung und gibt als sogenannte Mompreneur (Mutter und Unternehmerin) öffentlich Tipps und Anregungen.

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Beim Gründerabend in Langenhagen berichtet Melina Leibelt darüber, wie Familie und Beruf auch als Selbstständige unter einen Hut zu bringen ist.

Quelle: Christiane Neupert

Langenhagen. Als studierte Grafikdesignerin kombiniert Melina Leibelt Schrifttypen mit Bildern und Materialien wie Papier. Auch im täglichen Leben wird gepuzzelt, denn berufliche Selbstständigkeit und Mutterschaft bringt die 32-Jährige ebenfalls unter einen Hut. Für die berufliche Entwicklung entwarf sie einen Businessplan, auch bei ihren persönlichen Wünschen setzte die Kaltenweiderin gemeinsam mit ihrem Partner klare Schwerpunkte. Beides stellte Leibelt am Dienstagabend beim Gründungsabend im Langenhagener Ratssaal vor – um mutige Nachahmerinnen zu motivieren.

Um es klar zu sagen: „Königin geht anders“ und eigentlich verdankt sie die Idee der Selbstständigkeit auch einer abgesagten Hochzeit. „Einladungen, Tischkarten, die ganze Deko hatte ich schon mit viel Liebe zum Detail entworfen, als das Brautpaar die große Feier stornierte.“ Melina Leibelt fand die romantischen Entwürfe viel zu schade für die Schublade und bot sie auf einem Internetportal an. Ein eigener Onlineshop folgte, doch inzwischen kommen die Kunden lieber ins Atelier, um Papier und Tinte, Deko-Accessoires und Stoffe selber fühlen zu können.

„Es geht nicht immer steil aufwärts, auch scheitern gehört dazu“, so ihre Erfahrung nach zwei Jahren. Gleich zu Beginn sprangen zwei große Kunden ab, die in der Finanzierung des jungen Unternehmens fest eingeplant waren. Inzwischen weiß Leibelt: „Man kann eine positive Fehlerorientierung gut gebrauchen.“ Scheitern könne auch als Chance begriffen werden, anschließend gehe es meist besser weiter.

Das ist charmante Theorie, bis die Realität weitere Facetten liefert. Im Netzwerk mompreneurs.de sowie in der gleichnamigen Facebook-Gruppe tauschen sich bereits rund 3000 Gründerinnen über ihre Erfahrungen aus. Dabei liefert Leibelt nicht nur Anregungen, sie findet dort auch Informationen, die ihr weiterhelfen. „Als Selbstständige lässt sich die Arbeitszeit sehr gut selbst einteilen, wodurch sich Mutterschaft besser leben und genießen lässt.“ Bei dem schönen Sommerwetter geht es zum Beispiel mit Kind und Kegel an den Silbersee.

Wenig Arbeit ist es dagegen nicht. Onlineshop, Entwürfe und Lehrtätigkeit müssen ebenso verlässlich unter einen Hut gebracht werden wie das familiäre Wunschprogramm. Aber als grafische Romantikexpertin kann Melina Leibelt das Wort „Glück“ nicht nur besonders schön aufs Papier bringen, sondern ist auch zuversichtlich, dass ihr bei unbekannten Anforderungen weiterhin passende Lösungen einfallen werden. Außerdem kann sie bei den mompreneurs nachfragen.

Von PATRICIA CHADDE

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