Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -8 ° wolkig

Navigation:
EDC kündigt fast der Hälfte der Belegschaft

CD-Presswerk EDC kündigt fast der Hälfte der Belegschaft

263 Mitarbeiter der Entertainment Distribution Company verlieren zum Jahresende ihren Job. Das ist fast die Hälfte der Belegschaft. Die Firma kämpft gegen den Bedeutungsverlust von CD und DVD. Das Geschäft verlagert sich auf Streaming-Dienste.

Voriger Artikel
Gymnasium zieht an die Rennbahn
Nächster Artikel
Baupläne für das Schulzentrum

Die Entertainment Distribution Company kündigt in ihrem CD-Presswerk in Langenhagen zum Jahresende fast der Hälfte der Belegschaft.

Quelle: Archiv

Langenhagen. Der ins Trudeln geratene CD-Hersteller Entertainment Distribution Company (EDC) hat in seinem Presswerk in Langenhagen zum Jahresende 263 Mitarbeitern und damit fast der Hälfte der Belegschaft gekündigt. Über den Stellenabbau sei zwischen Geschäftsführung, Gewerkschaft und Betriebsrat Einvernehmen erzielt worden, teilt das Unternehmen mit. Um langfristig überleben zu können, braucht EDC einen Investor. „Dazu befinden wir uns mit mehreren in- und ausländischen Interessenten in Gesprächen“, heißt es in der Mitteilung.

Vor 25 Jahren stellte die Entertainment Distribution Company in Langenhagen die industrielle Produktion von Schallplatten ein. Nun haben sie die Arbeit mit den schwarzen Vinyl-Scheiben wieder aufgenommen.

Zur Bildergalerie

Das traditionsreiche Unternehmen leidet unter schrumpfenden Märkten für CDs und DVDs und gescheiterten Versuchen in neuen Geschäftsfeldern wie der Produktion von Autozubehörteilen, E-Zigaretten oder Vinyl-Schallplatten. Diese wurden zwischenzeitlich alle aufgegeben. Zum Jahresende wird in Langenhagen auch die Logistik­sparte geschlossen.

Im Jahr 2015 hat die EDC bei einem Umsatz von 82 Millionen Euro Verluste im hohen einstelligen Millionenbereich geschrieben. Das Geschäft mit regionalen Kunden aus den Bereichen Musik, Video, Spielen und Dienstleistungen laufe 2016 bisher aber gut und liege deutlich über dem Vorjahr, erklärt die Geschäftsleitung.

Wegen der finanziellen Schieflage hatte das Unternehmen Ende Mai Insolvenz beantragt. Seitdem berät der Anwalt und Restrukturierungsexperte Manuel Sack das Management. Von ursprünglich rund 740 Mitarbeitern haben den Sommer über mehr als 100 die EDC durch Nichtverlängerung auslaufender Verträge und Fluktuation verlassen. Wenn die 263 Kündigungen wirksam werden, bleiben in Langenhagen noch mehr als 300 Stellen in der CD-Produktion und der Verwaltung übrig.

„Die Restrukturierung führt dazu, dass 2017 keine Verluste mehr anfallen“, sagte Sack der HAZ. Dies gelte allerdings nur unter der Voraussetzung, dass keine Umsätze wegbrechen. Vor allem den Hauptkunden, den Unterhaltungskonzern Universal, will man unbedingt im Boot behalten. „Wir brauchen trotzdem einen Investor, weil das Unternehmen notwendige Investitionen beispielsweise in neue Produkte im Kunststoffbereich aus eigener Kraft nicht leisten kann“, erklärte Sack. Dass das Geschäft mit CDs und DVDs insgesamt noch einmal wächst, sei wegen der Konkurrenz sogenannter Streaming-Dienste wie Spotify und Netflix nicht zu erwarten.

Für Dienstagmittag ist eine Betriebsversammlung anberaumt. „Die Stimmung in der Belegschaft schwankt zwischen Niedergeschlagenheit bei denen, die gehen müssen, und Hoffnung bei denen, die bleiben können“, sagt der Betriebsratsvorsitzende Uwe Rittentrop.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Schulzentrum Langenhagen

Nahezu vollständig müssen das Gymnasium und ein Teil der IGS abgerissen und neu gebaut werden, weil der Brandschutz nicht gewährleistet ist. Mehr zum Schulzentrum Langenhagen lesen Sie hier. mehr