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Kirche von innen abgesperrt für mehr Ruhe

Langenhagen Kirche von innen abgesperrt für mehr Ruhe

Das Ehepaar Finke feiert am Donnerstag, 13. Oktober, das seltene Fest der eisernen Hochzeit. Die Engelbosteler sind seit 65 Jahre verheiratet.

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Das Ehepaar Finke damals am Tag ihrer kirchlichen Trauung - und heute, sie sind nun 65 Jahre verheiratet.

Quelle: Stephan Hartung

Engelbostel. Bereits vor fünf Jahren berichtete diese Zeitung über die Finkes, damals zur diamantenen Hochzeit. Das Ehepaar erzählte von seinem Kennenlernen beim Ball des Reitvereins Engelbostel – konnte sich aber nicht mehr erinnern, wer wen angesprochen oder zum Tanz aufgefordert hatte. Und, wissen es die beiden heute? „Doch, ich habe sie aufgefordert“, sagt Richard Finke. Widerstand übrigens zwecklos. „Sie konnte gar nichts mehr sagen, da haben wir schon getanzt“, sagt der heute 83-Jährige und lacht.

Beide wohnten damals bereits in Engelbostel, kannten sich aber nur flüchtig. Finkes Eltern besaßen eine Schmiede, zum Leistungsumfang gehörten aber auch Reparatur und Wartung von Landmaschinen. Der junge Richard trieb unter anderem Geld auf einem landwirtschaftlichen Hof ein, der den Eltern von Elisabeth Kölling gehörte. „Ich habe damals immer gehofft, dass ich sie sehe. Aber irgendwie hat sie sich immer vor mir versteckt“, erinnert sich Richard Finke.

Dennoch wurde aus Elisabeth Kölling am 13. Oktober 1951 Elisabeth Finke – und zwar bei der Trauung im Standesamt Engelbostel, das sich an der heutigen Kurve der Straße Alt-Engelbostel in Höhe Krähenbergstraße befand.

Was folgte waren aufregende Wochen für das junge Glück. Denn Elisabeth Finke, heute 82 Jahre alt, war zum Zeitpunkt der Hochzeit bereits schwanger – heute normal, damals ein Thema für den Dorfklatsch. „Die Leute haben sich über uns die Mäuler zerrissen und prophezeit, dass das mit uns nicht lange halten würde“, sagt sie. Von wegen! 65 Jahre hält ihre Ehe nun schon, besiegelt wurde alles zusätzlich am 20. Januar 1952 mit der kirchlichen Trauung, bei der Elisabeth Finke auf Geheiß des Pastors in Schwarz heiraten musste, inklusive der Taufe von Tochter Margret. Der Andrang vor der Kirche war groß, schließlich wollten sich die neugierigen Engelbosteler selbst ein Bild vom Dorfthema Nummer eins machen. „Mein Vater war im Kirchenvorstand. Daher hatte er einen Schlüssel und hat dann einfach die Kirche von innen abgesperrt. So waren wir mit Freunden und Familie allein“, erinnert sich Richard Finke und lacht.

Auch in den Jahrzehnten danach kannte man die Finkes in der Ortschaft – dank ihrer guten Integration bei den Schützen und in der Feuerwehr. Bis heute sind sie Mitglied im Kegelclub „Die flotte Runde“ – so dürfte das Motto auch heute lauten, wenn sie in der Gastwirtschaft Tegtmeyer feiern.

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Das Ehepaar Finke damals am Tag ihrer kirchlichen Trauung - und heute, sie sind nun 65 Jahre verheiratet.

Quelle: Stephan Hartung

Von Stephan Hartung

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