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"Ich hatte ja ein Bild von ihm"

Langenhagen "Ich hatte ja ein Bild von ihm"

Goldene Hochzeit - das Ehepaar Wiebusch hat ein privates Jubiläum gefeiert. Der Öffentlichkeit sind die Godshorner aber durch ihr großes Engagement als Ehrenamtliche bekannt. Im Gespräch mit dieser Zeitung verraten sie, wie sie das Ehrenamt mit Privatleben und Beruf unter einen Hut bekommen haben.

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Ursula und Helmut Wiebusch feierten ihre Goldene Hochzeit im Hotel Jägerhof - im heimischen Godshorn war von diesem Anlass auch etwas zu sehen.

Quelle: Stephan Hartung

Godshorn. Er ist Widder, sie ist Stier. "Eigentlich passt das überhaupt nicht zusammen. Das haben wir nur noch nicht kapiert", sagt Helmut Wiebusch und lacht. Zusammen passen sie jetzt schon über 50 Jahre, verheiratet sind sie seit einem halben Jahrhundert. Jetzt feierten die Wiebuschs in Krähenwinkel ihre Goldene Hochzeit. Zurückblicken können sie damit nicht nur auf 50 Jahre Ehe, sondern eine fast genauso lange Zeit als Helfer im Ehrenamt.

Denn wenn es die Zeit der Bauzeichnerin und des Bauingenieurs zuließ, engagierten sie sich freiwillig für das Gemeindewohl - bei Helmut Wiebusch natürlich etwas mehr als bei seiner Frau, die angesichts früher traditionellen Aufgabenverteilung vier Kinder großziehen musste. Als es passte, war Ursula Wiebusch aktiv als Elternsprecherin in Grundschule, Orientierungsstufe und Gynmasium, gründete zudem in der katholischen Kirche St. Hedwig in Vinnhorst einen Eltern-Kind-Kreis.

Helmut Wiebusch ist noch heute stellvertretender Vorsitzender des Tennisclubs Godshorn. In den 1970-er Jahren war er CDU-Vorsitzender in Godshorn sowie Mitglied im Stadtrat sowie in diversen Fachausschüssen, außerdem Elternsprecher im Kindergarten und im Gymnasium. "1981 habe ich damit aber aufgehört. Denn beruflich war es nicht mehr zu schaffen", erinnert sich der heute 77-Jährige, der mit seiner Firma für den Fassadenbau von Industriehallen zuständig war. Geblieben ist nur die Funktion im Tennisclub, dem er in den 1980er-Jahren sogar vorstand und seit rund 20 Jahren der Stellvertreter von Clubchef Ulrich Görtemöller ist.

Wie sind solche Ehrenämter zu bewerkstelligen? Natürlich in erster Linie durch eine verständnisvolle Ehefrau, die auf viel Freizeit mit ihrem Mann verzichtet. "Ja, davon kann ich ein Lied singen", sagt Ursula Wiebusch - und denkt zurück an manche Sitzungen von Gremien wie Ausschuss oder Ortsrat. "Dann war ich eben länger alleine zu Hause. Aber ich hatte ja ein Foto von ihm", sagt die heute 73-Jährige mit einem Augenzwinkern. "Aber er war engagiert für die Gemeinschaft, das habe ich natürlich mitgetragen." Nicht minder wichtig ist die Lebenseinstellung des ehrenamtlich Tätigen. "Man muss sehr arbeitsfreudig sein, um sich Freiräume für das Ehrenamt zu schaffen. Wichtig ist also, gut organisiert zu sein", sagt Helmut Wiebusch.

Argumente, wonach es heute viel schwerer ist, Menschen für das Ehrenamt zu begeistern, kann Helmut Wiebusch aber nicht teilen. "Früher war es auch nicht leichter, die Leute zu überzeugen. Damals waren die Leute genauso faul und waren froh, wenn jemand anders das Amt übernimmt."

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Von Stephan Hartung

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