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Ein Muslim will auf dem britischen Thron?

Langenhagen Ein Muslim will auf dem britischen Thron?

Ein König mit muslimischem Glauben scheint für Großbritannien unmöglich. Trotzdem spielt Alistair Beaton in "König der Herzen" mit dem Gedanken, ihn auf den englischen Thron zu setzen. Was das im Stück für Folgen hat, zeigt das Theater für Niedersachsen (TfN) im Langenhagener Theatersaal.

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Mit "König der Herzen" bringt das TfN ein kurioses Szenario auf die Bühne, in dem die anglikanische Kirche und die britische Monarchie plötzlich auf dem Spiel stehen.

Quelle: Rolf K. Wegst

Langenhagen. Auch wenn wir in einer Welt leben, in der vieles möglich scheint: Einen Papst, der dem Islam angehört, wird es auch in hundert Jahren nicht geben. Doch wer schließt aus, das Deutschland eines Tages einen muslimischen Bundespräsidenten hat? Oder Großbritannien einen muslimischen König?

Alistair Beaton tut letzteres nicht. Beaton, einer der führenden britischen Politsatiriker, entwirft in seinem Werk „König der Herzen“ ein kurioses Szenario: Die Krönung von Thronfolger Prinz Richard (Marek Egert) steht kurz bevor. Volk und Politiker können es kaum erwarten – schließlich gilt der angehende König als bürgernah, weltoffen und modern. Sogar die Anführer von Regierung und Opposition sind sich ausnahmsweise einig – und überzeugt: Richard wird sich ihren politischen Interessen fügen.

Doch die grenzenlose Harmonie hält nicht lange an: Plötzlich präsentiert der Thronfolger seine neue Freundin Nasreen (Joëlle Rose Benhamou). Sie ist gebildet, hübsch und eloquent, wirkt auf den ersten Blick also wie die perfekte First Lady. Doch Nasreen ist Muslima – eine schwierige Situation für die anglikanisch geprägte Monarchie. Obendrein besteht Prinz Richard darauf, Nasreen zu heiraten und selbst zum Islam zu konvertieren. So wirbelt das Paar mit seinem Glauben die überraschend heile politische Welt im Königreich ordentlich durcheinander.

Wie soll es mit der Anglikanischen Kirche weitergehen, dessen Oberhaupt eigentlich seit Generationen der britische König ist? Steht gar die Stabilität des ganzen Staats auf dem Spiel? Ausgerechnet der Erzbischof von Canterbury steht einer Kirchenreform offen gegenüber. Im Gegensatz dazu überbieten die machthungrige Premierministerin und der ebenso nach Einfluss strebende Oppositionsführer in Sorge um Staat und Staatskirche mit Strategien, um die Hochzeit der zwei zu verhindern.

Ob das klappt, welche Wendungen und welches Ende das Stück nimmt, verrät ein Ensemble des TfN in seiner Interpretation des Dramas: Mit einer großen Portion an Klischees, Ressentiments und politischer Inkorrektheit bietet das Stück einen tiefen Blick ins britische Zentrum der Macht. „König der Herzen“ lässt den Zuschauer durch viel Humor seine eigenen Lehren aus dem Stück ziehen.

Die Schauspieler sind am Mittwoch, 18. Oktober, ab 20 Uhr mit ihrer Aufführung im Theatersaal, Rathenaustraße 14, zu Gast. Karten kosten zwischen 11 und 28 Euro und sind bei allen bekannten Vorverkaufsstellen, etwa in der HAZ/NP-Geschäftsstelle im CCL, Marktplatz 5, erhältlich.

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Von Konstantin Klenke

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