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Ein Blick zurück mit Wehmut und Genugtuung

Langenhagen Ein Blick zurück mit Wehmut und Genugtuung

Einen Tag vor dem endgültigen Aus des Freibads an der Berliner Allee am 31. August hat der ehemalige Godshorner Gemeindedirektor Hermann Euscher sich vom Areal verabschiedet - mit Wehmut, aber auch mit Genugtuung.

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Hermann Euscher lässt einen wehmütigen Blick über das Freibad-Gelände schweifen.

Quelle: Stephan Hartung

Godshorn. Er lässt seinen Blick über das Gelände schweifen. Zum letzten Mal. „Es ist viel Wehmut dabei. Aber auch Genugtuung, dass wir den Menschen hier 45 Jahre lang eine Möglichkeit zur Freizeitgestaltung geboten haben“, sagt Hermann Euscher. Am Mittwoch hat er noch einmal das Freibad in Godshorn besucht, ehe es für immer schließt.

Euscher ist 96 Jahre alt.Dass das Bad überhaupt gebaut und schließlich im Sommer 1972 eröffnet wurde, war maßgeblich Hermann Euscher zu verdanken. Der damalige Direktor der vor der Gebietsreform noch eigenständigen Gemeinde Godshorn war eine treibende Kraft. Heute erinnert er sich exakt an die Anfänge. „Die Stadt Hannover hatte hier ein Grundstück, mit dem sie so recht nichts anfangen konnte“, berichtet Euscher und weiß, „dass es damals schon die Idee für ein Bad gab, 1968 hatten wir die ersten Gedanken dafür“. Wir, das waren die Gemeinden Godshorn, Vinnhorst, Schulenburg und Engelbostel. Nach vielen Diskussionen in den vier Gemeinderäten wurde die Vision schließlich in die Tat umgesetzt. „Das Grundstück haben wir in Erbpacht von der Stadt Hannover bekommen, das waren im Vergleich zu heute nur ein paar Pfennige. Das Bad hat dann selbst 7,5 Millionen Mark gekostet“, erinnert sich Euscher und weiß sogar noch, „dass Godshorn und Vinnhorst rund 90 Prozent der Kosten aufgebracht haben, gebaut hat das Bad dann die Firma Neue Heimat Städtebau aus Hamburg“.

Am 22. Juli 1972 und damit sogar noch vor der offiziellen Eröffnung („Es war ein heißer Tag und die Leute wollten rein“) begann der Betrieb im sogenannten Gemeinschaftsbad Nordkreis. „Vier Gemeinden für ein Bad, das war eine Sensation und gab es nirgendwo“, sagt Euscher, der während der Bauphase sogar dem NDR ein Radioninterview gab. Auch die Franzosen aus Le Trait, damals war die Freundschaft in die Normandie noch recht frisch, staunten 1972 kurz nach der Eröffnung nicht schlecht. „Als sie bei uns in Godshorn zu Besuch waren, haben wir ihnen unser Bad gezeigt. So etwas kannten sie nicht“, erinnert sich Hermann Euscher. Dann macht er auf seinem Rollator kehrt und verlässt das Freibadgelände. Für immer. Noch ein Blick zurück – nicht im Zorn, aber eben doch emtional angefasst. „Es macht mich alles sehr traurig und bricht mir das Herz. Das war doch alles so schön hier.“

Am Donnerstag ist das Hallenfreibad an der Berliner Allee zum letzten Mal geöffnet, ehe es Geschichte ist. Die HAZ-Redaktion berichtet den gesamten Donnerstag über live von den Aktionen der Schwimmer, die sich verabschieden. Die erste Schicht der Redaktion beginnt mit den Frühschwimmern um 6.30 Uhr. Unter haz.de/langenhagen und auf der Facebook-Seite HAZ Langenhagen können Interessierte in Text, Bild und Videos verfolgen, was am Finaltag des Bads passiert, welche Menschen es besuchen und welche Anekdoten sie erzählen.

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Von Stephan Hartung

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