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Radweg mit Familienanschluss

Langenhagen Radweg mit Familienanschluss

46 Jahre nach dem ersten Antrag haben die Schulkinder im Benskamp nun offiziell einen beleuchteten Radweg zur Grundschule in Krähenwinkel. Bei der Eröffnung wurde dem Initiator des Weges, Walter Hoops, gedacht. Er hatte von der Bauentscheidung noch erfahren - wenige Tage vor seinem Tod.

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Wohl der einzige Radweg mit Familienanschluss: Christine Finkendey durfte als Tochter des Initiators des Radweges, Walter Hoops, an der offiziellen Freigabe mit Hand anlegen. Ihr zur Seite standen Ulf-Birger Franz, Verkehrsdezernent der Region (von links), Bürgermeister Mirko Heuer und Krähenwinkels Ortsbürgermeister Andreas Hartfiel. Der neue Radweg führt vom Benskamp, in dem noch immer Schulkinder wohnen, über die Wagenzeller Straße hinweg bis zur Walsroder Straße. Auch Hoops' Ehefrau Ella nahm an der Zeremonie teil.

Quelle: Neander

Krähenwinkel. Die technischen Daten wirken nüchtern: 450 Meter Geh- und Radweg führen jetzt vom Benskamp über die Wagenzeller Straße hinweg bis zur Walsroder Straße. Die Region Hannover hat dafür 235.000 Euro investiert, die Hälfte kommt vom Land zurück. Die LED-Leuchten hat die Stadt aufgestellt. Im Juli hatten die Bauarbeiten begonnen, beendet wurden sie einen Monat früher als geplant.

Die menschliche Geschichte hinter diesem Asphaltstück indessen hat einige Kapitel mehr. Abzulesen war dies am Dienstagvormittag bei der feierlichen Eröffnung unter anderem an der Zahl der Gäste. Eingeladen war unter anderem der versammelte Ortsrat Krähenwinkel unter Ortsbürgermeister Andreas Hartfiel. Die Anwohner des Benskamps hatten von dem Termin indessen aus der Zeitung erfahren.

Zwischen den Honoratioren mit den obligatorischen Scheren am symbolischen Absperrband fand sich vor allem aber Christine Finkendey wieder. Vor fast 46 Jahren hatte ihr Vater Walter Hoops den Kampf um den sicheren Schulweg für die Kinder im Benskamp begonnen. "Wir sind seinerzeit mit zwölf Kindern jeden Tag auf der Straße zur Grundschule nach Krähenwinkel gelaufen", erzählte Finkendey später, "mein Vater hat einfach versucht, für uns eines sichere Piste zu schaffen."

Davon hat Hoops nie abgelassen. Nachdem die eigenen Kinder der Schule entwachsen waren, kämpfte er für seine Enkel und deren Spielkameraden. Enkelin Joanna, eine Nichte Finkendeys, schrieb später mit dem Großvater einen Brief an die Region Hannover und erreichte einen Minimalsterfolg: Kleine orangefarbene Plastikhütchen lieferten fortan eine Art Schutzstreifen. Heute ist Joanna 21 Jahre alt.

Hoops Engagement blieb auch dem Landkreis Hannover und dessen Rechtsnachfolger, der Region Hannover, nicht verborgen. Als Gerald Roloff, der sich über Jahre bei der Region ums Hoops Ansinnen gekümmert hatte, in den Ruhestand ging, verabschiedete sich dieser nicht nur persönlich bei Hoops. Er stellte auch sogleich einen Kontakt zu seinem Nachfolger her: Conrad Vinken, heute Teamleiter Straßenbau bei der Region, zeigte sich am Dienstag während der Eröffnung hörbar beeindruckt von Hoops. "Als ich ihm am Telefon sagte, ich hätte soeben den Weg in die Planung aufgenommen, war erstmal ein wenig Stille in der Leitung."

Auch als die endgültige Entscheidung in der Regionsversammlung schließlich getroffen war, blieb Hoops im Hinterkopf der Verantwortlichen dabei. "Als mein Vater bereits im Krankenhaus war, rief eines Tages Klaus Abelmann von der Region bei uns an", erzählte Christine Findendey. "Er sagte uns, dass es nun losgehen würde." Finkendey konnte diese Nachrichten ihrem Vater noch übermitteln. Wenige Tage später, am 3. Dezember 2015, verstarb Hoops - kurz vor seinem 80. Geburtstag.

Wird Radweg Pilotprojekt?

"Wenn der Antrag noch in diesem Jahr vom Bund bewilligt wird, könnten wir im kommenden Jahr anfangen zu bauen." Genaueres kann Verkehrsdezernent Ulf-Birger Franz über das Pilotprojekt einer Überdachung des Radweges mit Solarelementen derzeit nicht sagen. Die Gesamtkosten beliefen sich auf "mehrere hunderttausend Euro", würden dann aber zu 80 Prozent vom Bund gefördert. Sollte der Antrag bewilligt werden, müsste die neue Regionsversammlung dem noch zustimmen. Krähenwinkel bekäme mit einem Stück im Raum Burgdorf Deutschlands ersten durch Photovoltaikelemente überdachten Radweg.

Abgebaut werden müssten dafür die just von der Stadt aufgestellten LED-Leuchten entlang der Strecke. Dafür hat Langenhagen 28.000 Euro investiert. Für Bürgermeister Mirko Heuer ist das aber kein Problem. "Ich wollte das Projekt trotzdem hier verwirklicht wissen", sagte Heuer am Rande der Feierlichkeit. "Für die Planung und den Bau würde ja in jedem Fall noch Zeit ins Land gehen. Und solange sollten die Radfahrer den Weg zu jeder Stunde gut nutzen können." Nach der Überdachung müsse neu geprüft werden, welche Art der Beleuchtung installiert werden kann.

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Von Rebekka Neander

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