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Lampedusa ist nicht weit weg

Langenhagen Lampedusa ist nicht weit weg

Im Mittelmeer ertrinken fast täglich Menschen auf der Flucht vor Krieg und Gewalt – in Deutschland und auch in Langenhagen suchen Flüchtlinge, die einen langen und gefährlichen Weg hinter sich haben, Schutz.

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Werben für eine szenische Lesung (von links): Justina Scharlé, Claudia Koch, Mohamad Hussein und Delil Al Mohammad.

Quelle: Sven Warnecke

Langenhagen. Aktuell haben nach Auskunft von Langenhagens Integrationsbeauftragten Justyna Scharlé 857 Schutzsuchende in der Stadt eine neue, sichere Bleibe gefunden. Genau deshalb wollen nun verschiedene Akteure und Initiativen in Langenhagen mit einer szenischen Lesung eine Brücke zwischen den grauenhaften Ereignissen nicht nur vor Italiens Küste und der aktuellen Flüchtlingssituation vor Ort schlagen. „Das Thema ist aktuell und sehr präsent“, meint Scharlé. Passend zum Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen am 20. Juni wird zwei Tage später im Langenhagener KSG-Quartierstreff Wiesenau „Ein Morgen vor Lampedusa“ vorgetragen.

Die szenische Lesung mit Musik – sie beginnt am Mittwoch, 22. Juni, um 19 Uhr im Quartierstreff an der Freiligrathstraße 11 – wurde von der Projektgruppe „Unser Herz schlägt auf Lampedusa“ erarbeitet. Zeugenaussagen und dokumentarisches Material ermöglichen so einen Blick aus verschiedenen Perspektiven auf die Katastrophe am 3. Oktober 2013, die 366 Menschen vor der italienischen Küste das Leben kostete. „Unser Ziel ist es, das Thema breit in die Öffentlichkeit zu tragen“, berichtet Claudia Koch vom Quartierstreff. Denn es sei ein Irrglauben, das Lampedusa weit weg sei, betont sie.

In der Lesung kommen insbesondere die Einwohner von Lampedusa zu Wort. Die Dialoge werden von Bürgermeister Mirko Heuer, Superintendent Holger Grünjes, Siegfried Volker von der KSG, Ute Mau von der Langenhagener Integrationsstelle sowie von NHZ-Redakteurin Rebekka Neander vorgetragen. Koch ist sich sicher, dass die „ergreifende Lesung die Menschen zum Nachdenken“ anregen wird.

Der Text der szenischen Lesung, der auf Aussagen von Augenzeugen, Rettern und Überlebenden basiert, stammt von Antonio Umberto Ricco. Er wurde für sein Engagement vom Bündnis für Demokratie und Toleranz gegen Extremismus und Gewalt als „Botschafter für Demokratie und Toleranz“ ausgezeichnet. Der italienische Musiker Francesco Impastato komponierte eigens für das Projekt die Musik. Im Anschluss an die Lesung ist ein offenes Gespräch unter anderem mit Doris Lange vom Sozialberatungsdienst und Erwin Eder vom Integrationsbeirat geplant. Dabei berichten auch der syrische Arzt Mohamad Hussein und Delil Al Mohammad, syrischer Praktikant im Quartierstreff, über ihre Erlebnisse auf der Flucht vor dem Bürgerkrieg in ihrer Heimat.

Der Eintritt ist frei. Allerdings wird um Spenden gebeten. Sie gehen an den Sozialberatungsdienst der Stadt Langenhagen. Mit dem Erlös soll das Projekt „Therapeutisches Reiten für traumatisierte Flüchtlingskinder“ unterstützt werden. Um Voranmeldungen wird per E-Mail an integration@langenhagen.de oder telefonisch unter (05 11) 73 07 91 07 gebeten. Doch auch spontane Besucher sind willkommen, betont Koch.

Von Sven Warnecke

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