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Einsatz für die biologische Vielfalt

Langenhagen Einsatz für die biologische Vielfalt

Neun Mitglieder des Naturschutzbundes haben am Wochenende die Ausgleichsfläche am Flughafen mit Harken und Wiesenmäher bearbeitet – zum Wohle der Tierwelt.

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Hagen Richter (links) und Ricky Stankewitz vom Nabu mähen die Wiese.

Quelle: Kallenbach

Langenhagen. Es geht grob in Richtung Kananoher Straße, hinter der Hasenheide Richtung Süden den Feldweg hinein: Neun Naturschützer sind dort am Sonnabend schon früh bei der Arbeit.

Verpflegungschefin Edeltraud Richter bringt zum Pflegeeinsatz wie immer belegte Brötchen und selbst gebackenen Kuchen mit. Die Wintervariante ist heiße Suppe. Bis zur Pause jedenfalls müssen die Nabu-Mitglieder erst einmal ackern: Harken und von zwei Teichen die Rohrkolben entfernen, mit dem Wiesenmäher die Flächen um die Gewässer Nummer 03 bis 07 bearbeiten. Ohrenbetäubend laut starten und landen währenddessen die Maschinen jenseits des Zauns am Nabu-Biotop auf der Nordbahn des Flughafens Langenhagen. Aber es ist eine gewünschte Zweck-Nachbarschaft.

„Es ist eine Wiesenfläche von einem Hektar, wenn wir damit fertig sind“,sagt Ricky Stankewitz. Er führt den Nabu Langenhagen seit 2008 und ist außerdem als Naturschutzbeauftragter der Region für Langenhagen tätig. Als er 2005 Mitglied im Nabu Langenhagen wurde, war die Sache mit der Ausgleichsfläche schon gelaufen. „In den Neunzigerjahren wurden hier Teiche angelegt als Ausgleichsmaßnahmen für die damalige Verlängerung der Start- und Landebahn Nord“, rekapituliert er. 27 Kleingewässer waren es 2012.Davon sind 25 inzwischen auf einem Sanierungsstand, wie ihn die Naturschützer haben wollen. Seit 2014 steht das Gelände festgeschrieben in einem Pacht- und Pflegevertrag mit dem Flughafen; der zahlt jährlich 1500 Euro für den Pflegeaufwand.

Einmal im Jahr muss auf dem Gelände am Flughafen von Hand gemäht werden. Diesmal konnte der Nabu neun Helfer mobilisieren, insgesamt stehen bei den Einsätzen bis zu 30 Naturschützer parat. Wenn sie mit ihrem Gerät auf der Wiese loslegen, verschwinden Ringelnattern und Blindschleichen schnell von der Bildfläche. Gemäht wird für die biologische Vielfalt. „Viele Arten würden durch hohes Gras nicht durchkommen“, verdeutlicht Stankewitz. Weidevieh ist nicht zugelassen, um den Graswuchs natürlich kurz zu halten. „Der Flughafen meint, dass dann die Gefahr von Vogelschlag größer ist. Das können wir nachvollziehen.“

Nur maximal einen Meter tief sind die Teiche angelegt. So kann auch dort das Sonnenlicht gut durchkommen und sich eine Pflanzenvielfalt entwickeln. Auch erwärmt sich so das Wasser im Frühjahr schneller - gut für die Amphibienarten. Ein bisschen Sumpfiges soll bleiben: Zwei Teiche, haben die Naturschützer beschlossen, sollen ohne Helferaufwand die Biotopvielfalt hochhalten.

Von Ursula Kallenbach

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