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Eltern haben Angst um ihre Kinder

Langenhagen Eltern haben Angst um ihre Kinder

Schulenburger Eltern macht der Schulweg ihrer Kinder große Sorgen: Um in die Grundschule nach Engelbostel zu gelangen, müssen die Kleinen die als „gefährlich“ eingestufte Auffahrt der A 352 passieren. Abhilfe ist wohl eher nicht in Sicht – denn offiziell gilt die Stelle nicht als Unfallschwerpunkt.

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Das macht Angst: Dieser Abschnitt des offiziellen Schulwegs soll nach Elternwunsch sicherer werden.

Quelle: Sven Warnecke

Engelbostel/Schulenburg. Matthias Voß ist Vater von kleinen Kindern, die in die Grundschule Engelbostel gehen. Doch der Mann hat Angst – nicht vor der Bildungsstätte, sondern vor dem Schulweg. Denn die Schüler müssen aus Schulenburg-Süd kommend die Auffahrt der Autobahn 352 in Richtung Dortmund queren. Und dort lauere eine große Gefahr, hat Voß ausgemacht. Und nicht nur er. Auch Oliver Tuntke hat Sorge um seine Kinder und fordert Veränderungen.

Die Langenhagener Stadtverwaltung selbst hatte die Situation als schwierig identifiziert und den Punkt bereits im Jahr 2011 als „gefährlich“ eingestuft. Andere Eltern machen sich auch Gedanken. Sie hatten sich an die Ortsräte Engelbostel und Schulenburg gewandt. Am morgigen Dienstag steht das Thema ab 19 Uhr in Engelbostel auf der Tagesordnung. Die Eltern wünschen sich dort etwa eine Bedarfsampel oder zumindest Warnlampen, die auf die Fußgängerfurt hinweisen. Denn die Fahrzeuge kämen durchaus mit hoher Geschwindigkeit von der Autobahn herunter, haben Voß und seine Mitstreiter beobachtet.

Und nicht nur die Eltern gehen wegen der Gefahrenquelle auf die Barrikaden. Auch Schulleiterin Stefanie Haller fordert Veränderungen. „Ich unterstütze das Anliegen“, betont die Schulleiterin gegenüber dieser Zeitung. „Ich will, dass unsere Kinder sicher zur Schule kommen“, fordert sie. Das Problem würde bereits seit Jahren diskutiert, schiebt Haller nach. Deshalb sei sie froh, dass das Thema wieder auf den Tisch komme.

Die Langenhagener Stadtverwaltung betont auf Anfrage, dass der Gefahrenpunkt bereits etwa 2005 für Fußgänger und Radfahrer dergestalt geändert worden sei, dass sie „möglichst senkrecht die Fahrbahn queren, um so die Sichtbeziehungen der jeweiligen Verkehrsteilnehmer zu verbessern“. Warum dieser Punkt auch im Jahr 2011 weiter als „gefährlich“ eingestuft wurde, sagt Stadtsprecherin Juliane Stahl nicht. Allerdings könne die Kommune ihren Angaben zufolge auch nicht mehr tun, denn die Zuständigkeit liege beim Land. Dass sowohl Eltern, wie auch die Schulleitung diesen Punkt als gefährlich einschätzen, könne sie so auch nicht bestätigen. „Weder die Abteilung Verkehr und Straßen noch die Abteilung Sicherheit, Ordnung, Umwelt kennen gleichlautende Einschätzungen seitens der Elternvertreter oder Schulleitung“, betont Stahl.

Das mag auch daran liegen, dass auch die Polizei Langenhagen diesen Punkt als „nicht auffällig“ bezeichnet. „Nach Einschätzung des Polizeikommissariates Langenhagen ist der Zu- und Abfahrtsbereich der BAB 352 – Anschlussstelle Engelbostel – als unkritisch zu bezeichnen“, hebt Rüdiger Vieglahn auf Anfrage hervor. Auch weil es in den vergangenen fünf Jahren dort lediglich zwei Verkehrsunfälle mit Fußgängern oder Radfahrern gegeben habe.

„Die Stadt Langenhagen hat in zirka 2011 für alle Grundschulen vom Fachdienst Planung und Geoinformation Pläne für die Schulwege aus den einzelnen Wohnquartieren erstellen lassen“, teilt der Leiter der zuständigen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Friedhelm Fischer, mit. Der ehemalige Bürgermeister Langenhagens erinnert auch daran, dass es ob der Gefährlichkeit bereits diverse Gespräche gegeben habe. „Die Gefährlichkeit eines Punktes ist natürlich immer auch ein Stück subjektive Einschätzung und steht in Relation zu weniger gefährlichen Bereichen“, betont Fischer. Insofern könne man auch keine einhundertprozentige Sicherheit im Straßenverkehr erreichen, meint er. „Der Mensch, mit seinem Verhalten ist der ausschlaggebende Faktor.“ Auch wenn der Knotenpunkt bislang als unauffällig gilt, wolle er die Hinweise aufgreifen und einen Ortstermin mit den Beteiligten der Verkehrskommission vereinbaren.

Der Kommentar: Viel zu gefährlich!

Vermutlich kennt jedes Elternteil dieses mulmige Gefühl: Das Kind kommt in die Schule, und den Weg dorthin soll es möglichst bald alleine bewältigen – da ist man gerade am Anfang froh, wenn alles gut geht. Doch nicht umsonst dringen Pädagogen darauf, die Kinder schnell selbstständig werden zu lassen. Auch die Kinder wollen das. Umso wichtiger also, dass sie den Weg schnell alleine auf sich nehmen.

In Schulenburg gibt es da aber ein Problem. Jeder, der sich einmal selbst ein Bild von der Situation an der BAB 352 gemacht hat, wird ganz schnell zu der Erkenntnis kommen: Hier lässt niemand sein Kind gerne alleine gehen. Stattdessen begleiten viele ihre Kinder wieder. Die Gefahr an dieser Stelle haben irgendwann einmal auch Verantwortliche der Stadtverwaltung erkannt. Deren Weitsicht sollte sich nun auch bis in die zuständige Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr rumsprechen.

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