Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
Carsharing: Neustart in Kaltenweide

Langenhagen Carsharing: Neustart in Kaltenweide

Mag sich in Kaltenweide niemand mehr ein Auto teilen? Das Carsharing-Angebot der städtischen EL und Stadtmobil wagt jetzt noch einen Anlauf, um das Angebot nicht vollends sterben zu lassen. Die Nachfrage ist in den vergangenen drei Jahren jedenfalls stark eingebrochen.

Voriger Artikel
Erstmals Schüler aus Chantilly zu Gast
Nächster Artikel
Stadt klagt nach Schuss auf Schilder

Etwas abseits im Hedwig-Kettler-Weg steht das Stadtmobil in Kaltenweide.

Quelle: böger

Kaltenweide.  Die Zahlen sprechen erst einmal für sich: "In 2014 haben die beiden in Kaltenweide stationierten Fahrzeuge noch einen Umsatz von 3800 Euro erwirtschaftet", berichtet Langenhagens Wirtschaftsförderer Jens Monsen. "Schon in 2015 waren es nur noch 1700 Euro, 600 Euro dann in 2016 und seit Beginn dieses Jahres sind es gerade einmal 60 Euro." Monsen, der zugleich Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft Langenhagen (EL) und damit Kooperationspartner von Stadtmobil in Kaltenweide, ist ein wenig rat-, aber nicht mutlos. "Wir wollen jetzt einen Neuanfang versuchen."

Dieser heißt zunächst: Verzicht. Seit Anfang März ist nur noch ein Fahrzeug in Kaltenweide stationiert, das sich Mitglieder bei Stadtmobil teilen können. Bislang steht das verbleibende Fahrzeug am Niet Hus an der Clara-Schumann-Straße. In den nächsten Wochen jedoch soll das Auto umziehen in die Nähe des S-Bahnhofs auf einen der Parkplätze der Maria-Montessori-Straße. Für Irritationen unter den bisherigen Nutzern hatte ein Schreiben von Stadtmobil gesorgt. Darin hatte das Unternehmen vom Ende der Koorperation mit der EL geschrieben. Von einem Neuanfang war darin nichts zu lesen. Wie und warum es zu dem Schreiben gekommen ist, konnte Monsen auf Nachfrage nicht erklären.

Auch warum das Angebot in Kaltenweide eingebrochen ist, vermag Monsen nicht wirklich einzuschätzen. Die EL, die das Weiherfeld als Wohngebiet entwickelt und vermarktet hat, hatte seinerzeit mit Stadtmobil ein Angebot entwickelt: Wer im in dem Neubaugebiet Eigentum erwirbt, kann Stadtmobil beitreiten ohne Grund- und Aufnahmegebühr. Diese Kosten starten bei 29 Euro für die Aufnahme und 5 Euro monatlich für die Grundkosten, je nach Nutzungsart varieren die monatlichen Erhebungen. Damals, vermutet der EL-Geschäftsführer, sei der wirtschaftliche Druck vieler neuer Eigenheimbesitzer noch größer gewesen. "Heute sind viele Kredite zu weiten Teilen bedient, da bleibt mehr übrig für ein eigenes Auto", mutmaßt er. Hinzu komme die gute Anbindung des Ortsteils über die S-Bahn.

Derzeit hat Stadtmobil 84 Mitglieder in Kaltenweide in der Kartei. Viele davon, beklagt Monsen, sind zwar beigetreten, haben aber die Fahrzeuge nie genutzt. Ein Teufelskreis. "Wir hatte Fälle, da konnte ein Auto, obwohl gebucht, nicht genutzt werden, weil während der zu langen Standzeit dazwischen sich die Batterie entleert hatte." Zwar sei dann in der Regel sofort ein Service-Mitarbeiter zur Stelle. Praktikabel für den Alltag sei das allerdings nicht.

Alle 84 Mitglieder werden jetzt von Stadtmobil und der EL erneut angeschrieben und auf das Angebot aufmerksam gemacht. Ob die Kostenerstattung durch die EL künftig auch auf Mieter im Weiherfeld ausgedehnt werden könnte, hält Monsen für bedenkenswert. Ob sich dies auch für die Kooperatonspartner rechnen lässt, müsse sich zeigen. Monsen will dazu mit Stadtmobil eine neue Marketingstrategie erarbeiten.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Schulzentrum Langenhagen

Nahezu vollständig müssen das Gymnasium und ein Teil der IGS abgerissen und neu gebaut werden, weil der Brandschutz nicht gewährleistet ist. Mehr zum Schulzentrum Langenhagen lesen Sie hier. mehr