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Ausstellung: Welche Folgen hat der Krieg?

Langenhagen Ausstellung: Welche Folgen hat der Krieg?

Mit einer Foto-Ausstellung im Rathaus hat die Stadt die "Internationalen Wochen gegen Rassismus" eröffnet. Gleich mehrere Schulklassen nutzten die Gelegenheit, um den aus Syrien geflohenen Fotografen Adnan Sharbaji zu seinen Bildern und seiner Flucht zu interviewen.

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Die Eröffnung der Internationalen Wochen gegen Rassismus im Rathaus nutzten viele Schulklassen, um aus nächster Nähe etwas über den Krieg in Syrien zu erfahren. Sie interviewten dazu den nach Deutschlang geflohenen Fotografen Adnan Sharbaji.

Quelle: Neander

Langenhagen. Nicht allen Besuchern im Foyer des Rathauses sind die Bilder fremd. "Wir kennen das in echt", erzählt ein Junge. Die syrische Grenzregion, in der die seit Donnerstag im Rathaus ausgestellten Bilder 2014 und 2015 aufgenommen wurden, ist sein Zuhause. Vielmehr: Sie war es. Auf die Frage, was denn auf den Bildern fehlt, haben die Kinder aus der Sprachlernklasse des Gymnasiums eine so klare wie erleichternde Antwort: "Die Toten und das Blut."

Das ist wichtig. So wichtig, dass Romy Bierwirth, die als Lehrerin die Sprachlernklasse betreut, sich vorher bei der Integrationsbeauftragten der Stadt, Justyna Scharlé, erkundigte, was die Kinder beim Besuch der Ausstellung erwarten würde. "Ich kann den traumatisierten Kindern bestimmte Bilder einfach nicht zumuten."

Nein, Tote und Blut zeigen die Bilder nicht. Im Gegenteil. Es sind gefühlvoll aufgenommene und beim Betrachter tiefgehende Studien. Und wenn ein Kind mit großflächig vernarbtem Gesicht wie unberührt aus dem Bild lächelt, geht dies direkt unter die Haut. Sharbaji berichtet später im Ratssaal im spontanen Interview von gleich drei Klassen aus Gymnasium und Gesamtschule, dass er den Menschen außerhalb des Krieges zeigen wollte, dass "es da Menschen gibt wie sie, die auch leben wollen, aber in ihrem Zuhause dafür keinen Sinn mehr sehen".

Bis 23. März werden die Bilder im Rathaus zu sehen sein - während außen am Gebäude die Stadt buchstäblich Flagge zeigt. Der stellvertretende Bürgermeister Willi Minne hatte zur Eröffnung deutliche Worte gefunden: Er verwies nicht nur auf den Artikel 1 des Grundgesetzes, nach dem die Würde des Menschen unantastbar ist. Er orientierte sich auch an der jüngst von Bundespräsident Joachim Gauck gehaltenen Rede: "Wer meint, das christliche Abendland durch Herabsetzung anderer zu verteidigen, hat es schon verraten."

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Fotostrecke Langenhagen: Ausstellung: Welche Folgen hat der Krieg?

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Von Rebekka Neander

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