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Schützenfest gehört in Langenhagens Mitte

Langenhagen Schützenfest gehört in Langenhagens Mitte

Erstmals haben vier Schützenvereine gemeinsam in Langenhagen gefeiert. Mehr noch als die Hitze und eine Standortdebatte beschäftigen die Vereine, wie das Fest künftig noch attraktiver werden kann.

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Das Schützenfest zieht nach wie vor sein Publikum an.

Quelle: Moers

Langenhagen. Blaskonzert, Haxenessen, Zeltparty und der größte Schützenausmarsch seit Jahren. Montagabend gehen fünf Tage Schützenfest in Langenhagen zu Ende. Rekordverdächtige Temperaturen lockten am Sonntag viele Besucher zum Ausmarsch, führten am Abend zuvor aber gleichzeitig zu überschaubaren Reihen im Festzelt. Eine Premiere feierte die Schützenvereinigung aus Krähenwinkel. Weil deren traditioneller Schützenplatz bebaut wird, beschloss der Verein, sich künftig der Schützen-Gemeinschaft in Langenhagen anzuschließen. Nach dem 54. Schützenfest steht dieses in Langenhagen möglicherweise bereits in absehbarer Zukunft selbst vor einem Umzug. Die derzeit diskutierte Bebauung des südlichen Parkplatzes am CCL war auch auf dem Fest ein Thema. Für Schützen und Besucher scheint es unstrittig, was auf ein Schützenfest und wo dieses in Langenhagen hingehört.

„Ein Bierstand und die Gemeinschaft, das ist, was zählt“, fasst Schützenkönig Oliver Rust (SV Brink) zusammen, was für ihn das Fest ausmacht. Er und die anderen jüngeren Brinker Schützen haben sich dieses Jahr als „Prolos“ verkleidet. Im heißen Festzelt erweisen sich die Burt-Reynolds-Gedächtnis-Schnauzer und achtziger Jahre „Vokuhila“-Perücken am Sonnabend als praktische Sperre gegen den Schweiß. Wegen der Hitze haben auch die meisten älteren Schützenbrüder das ansonsten obligatorische Jackett zu Hause gelassen.

Kalt hingegen lässt die meisten Schützen die jüngste Diskussion um einen möglichen Umzug ihres Traditionsfests. „Es ist am Ende egal, wo das Schützenfest stattfindet, Hauptsache die Stimmung bleibt gleich“, findet Rust. Wen man an diesem Wochenende auch fragt, auf die Standortfrage gibt es für die allermeisten Schützen und Besucher nur eine Antwort. „Das Schützenfest muss bürgernah und deshalb in der Mitte bleiben“, resümiert Oberschützenmeister Michael Freiberg. Längst hat sich der Vorstand deshalb auf dem benachbarten Grünwald-Gelände umgesehen. „Die Fahrgeschäfte müssten ein wenig zusammenrücken, aber sonst passt es.“

Freiberg hält den Ausweichplatz zweifelsohne für geeignet. Weiter draußen, etwa an der Pferderennbahn, das würde nicht funktionieren, findet Schützenfest-Besucher Konstantin M. „Für Langenhagener ist das viel zu weit draußen“, ist er überzeugt. Seine Meinung teilt auch Bürgermeister Mirko Heuer. „Das Schützenfest ist nicht an einen Ort gebunden, aber an die Stadtmitte“, sagt er. Nach der Eröffnung am Donnerstag und dem Haxenessen hatte das Stadtoberhaupt am Sonnabend ein Infekt erwischt. Er zog daher die Musikschulaufführung seiner Kinder im Forum dem Trubel im Festzelt vor.

Mit einem Aufruf an die örtlichen Vereine und Geschäftsleute hatte Heuer im Vorfeld dafür gesorgt, dass sich in diesem Jahr wieder mehr Vereine und Initiativen an dem Fest beteiligen. Denn obwohl die Standortfrage für Diskussionen sorgt, sind die eigentlichen Herausforderungen für die Schützen ganz andere. „Veränderungen prägen das Bild unserer Zeit“, beginnt das Grußwort des Oberschützenmeisters Freiberg in der Festschrift. Ein Blick auf den Festplatz am Sonnabend zeigte, was er meint. Am Sonnabend dauerte es lange, bis sich das Festzelt füllte. Auch der Schützenplatz blieb übersichtlich. Denn längst sind Schützenfeste in den meisten Städten nicht mehr das, was sie einmal waren: Volksfeste für jedermann.

Für die Schützen und Feierfreudigen gibt es das Festzelt, für die Jugendlichen die „Heißen Räder“, den Autoscooter. Traditionsferneren Städtern ist das mitunter zu wenig. „Wir haben möglicherweise in den letzten Jahren zu wenig gemacht. Jetzt wollen wir wieder alle mitnehmen“, kündigt Oberschütze Freiberg weitere Anstrengungen zur Belebung an. Der guten Stimmung unter den Besuchern taten allerdings weder Standortfrage noch Hitze einen Abbruch. Bis zum Zapfenstreich um zwei Uhr wurde ausgelassen gefeiert.

Über die Zukunft des Schützenfests muss nun die Politik beraten. Voraussichtlich noch in diesem Herbst steht die Bebauung auf der Tagesordnung. „Der Investor macht Druck. Am Ende muss er aber die Politik mit einem passenden Konzept überzeugen“, sagt Bürgermeister Heuer.

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Von Mario Moers

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