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Esel-Sprüche kratzen sie nicht

Langenhagen Esel-Sprüche kratzen sie nicht

Frauenfußball ist wie Pferderennen mit Eseln. Solche und andere blöde Sprüche müssen sich Spielerinnen oft anhören. Die Mädchen vom TSV Godshorn haben trotzdem Spaß auf dem Rasen.

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Die E-Juniorinnen des TSV Godshorn spielen in dieser Saison endlich gegen andere Mädchenmannschaften. Rollenhagen

Quelle: Isabell Rollenhagen

Langenhagen. Milena hat sich den Arm gebrochen. Nicht beim Fußballtraining, sondern beim Sport in der Schule. Deshalb kann sie im Moment nicht im Tor stehen. Und ob sie bis zum Saisonstart am 12. September wieder fit ist, ist noch nicht sicher. Also suchen die E-Juniorinnen des TSV Godshorn dringend eine zweite Torhüterin. „Die anderen Spielerinnen werden auf dem Platz gebraucht. Und so richtig trauen sie sich auch nicht“, sagt Trainer Björn Wiekenberg.

Gegründet wurde die Mädchenmannschaft im vergangenen Jahr. Nach der Fußballweltmeisterschaft wollte Wiekenbergs Tochter Sophia (8) auch gern spielen. In Godshorn gab es allerdings keine Mannschaft für Mädchen in ihrem Alter. Also gründete der Familienvater einfach selbst eine. Sophia sorgte in ihrer Klasse und in der Schule für Mitspielerinnen. Mittlerweile kommen 15 Mädchen, die zwischen 2006 und 2007 geboren wurden, mittwochs und freitags auf den Sportplatz, um jeweils für eineinhalb Stunden zu trainieren. „Fußball macht mir viel Spaß“, sagt Feldspielerin Mia. Torfrau möchte die Achtjährige aber nicht sein. „Ich habe einmal im Tor gestanden und einen Ball an den Arm geschossen bekommen. Das tat voll weh.“

Milena dagegen ist nicht so zimperlich. Sie hat keine Angst vor den Torschüssen. Auch nicht, wenn ein Junge richtig draufhält. Sie schmeißt sich trotzdem auf den Rasen, um den Ball zu halten. In der vergangenen Saison hat die Mannschaft noch in der männlichen Liga gespielt, weil es keine Staffel für Mädchen gab. Einmal wurde Milena sogar als bester Torwart eines Turniers ausgezeichnet. Da ist klar, dass sie auf dem Platz fehlen wird, wenn sie bei den ersten Spielen ausfällt.

Trotzdem freuen sich die Mädels auf die neue Saison. Dann werden sie in der ersten Kreisklasse gegen andere Mädchenteams aus der Region spielen - endlich. „Die Jungs waren immer zu gut und manche haben auch ganz schön doll gefoult“, sagt Katherina. Trotzdem: Auf den Trikots, die die Mädchen beim Training tragen, stehen Namen wie Müller, Neuer und Götze, und nicht Popp, Angerer oder Henning, also von Spielerinnen aus der Nationalmannschaft der Frauen. Auch Mädchen finden ihre Idole in der Bundesliga der Männer.

Und so muss sich Trainer Wiekenberg bei den Kameraden aus seiner eigenen Herrenmannschaft auch den ein oder anderen Spruch anhören. Neugierig sind sie dennoch. „Zu den Spielen kommen immer mehr Zuschauer.“

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