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Explosionsgefahr: Gebäude in Langenhagen evakuiert

Unbekannte Flüssigkeit Explosionsgefahr: Gebäude in Langenhagen evakuiert

Achtung: Die Feuerwehr bittet darum, keine brennenden Gegenstände in Wiesenau, Langenforth und Brink in die Gullys zu werfen. Grund sind "unbestimmte Flüssigkeiten" in der Kanalisation, die eventuell explodieren könnten. Zudem wurde die Hans-Böckler-Straße in Langenhagen am Mittwochmittag im Bereich Famila gesperrt.

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Die Feuerwehr geht benzinartigem Geruch in der Kanalisation auf den Grund.

Quelle: Feuerwehr Langenhagen

Langenhagen. Eine „explosionsartige Atmosphäre“ – so beschreibt Feuerwehrsprecher Stephan Bommert die Situation, die Einsatzkräfte der Feuerwehren Langenhagen und Godshorn Mittwochmittag in einem Wohnhaus an der Hans-Böckler-Straße wahrgenommen haben. Am Vormittag hatte ein Bewohner am Waschbecken unbekannte Gerüche bemerkt und die Feuerwehr alarmiert. „Die Besatzung des Messzuges konnte auf dem gesamten Grundstück, aber insbesondere in dem Haus, den Benzingeruch feststellten“, sagt Bommert.

Seinen Angaben zufolge zeigten Mehrgasmessgeräte im gesamten Haus möglicherweise gefährliche Gaskonzentrationen an. An Waschbecken und Abflüssen ließen sich noch höhere Messwerte feststellen. Deshalb ließ Einsatzleiter Marcel Hofmann unter anderem die Hans-Böckler-Straße sperren, um Autofahrer und Passanten nicht zu gefährden. Erst nach 90 Minuten war die Strecke wieder passierbar, rund um die Zufahrt stauten sich Lastwagen, die unter anderem Famila beliefern wollten.

Gefahr besteht im Kanalnetz

Benzinartigen Geruch machten die Einsatzkräfte und die Mitarbeiter der Stadtentwässerung auch in einem unterirdischen Abwasserkanal aus. Die Besatzung des Messzugs zog mit einem Prüfröhrchen Proben, die die Konzentration von Benzolen angeben. „Sie waren allesamt positiv“, sagt Bommert.

Mit speziellen Dichtblasen versuchte die Ortsfeuerwehr Langenhagen – die zudem das evakuierte Wohnhaus belüftete – den Kanal zu schließen, um ein Ausbreiten der bislang unbekannten Flüssigkeit zu verhindern. „Das Einsetzen von zwei Blasen war zunächst nicht erfolgreich“, sagt Bommert und fügt hinzu, dass die Stadtentwässerung letztlich den Kanal mit einer Blase abdichten konnte. „Diese bleibt so lange an dem privaten Zulauf, bis wir die Ursache gefunden und behoben haben“, sagt Sandra Bosold, Betriebsleiterin des Eigenbetriebs Stadtentwässerung. Weil sich die Flüssigkeit im Kanalnetz verteilte, dürfen im Bereich Brink, Langenforth und Wiesenau keine brennbaren Gegenstände in die Gullys geworfen werden. „Diese Warnung bleibt bestehen“, sagt Bosold.

Eine Spezialfirma konnte nach Aussage Bosolds an einem Pumpwerk gut 20 Kubikmeter des Stoffes abpumpen. Dabei wurde eine Probe gezogen, deren Ergebnis aber wohl erst am Donnerstag vorliegen wird. „Ob und wie wir die restliche Flüssigkeit, die im Klärwerk landen wird, neutralisieren können, hängt von dem Stoff ab, der in die Kanalisation eingeleitet wurde“, sagt Bosold. Ihren Angaben zufolge hatten Unbekannte erst in der vergangenen Woche einen Stoff ins Abwassernetz eingeleitet, der nach Benzin roch und erst am Klärwerk auffiel.

Die Stadtentwässerung war mit einem Großteil der Mitarbeiter am Einsatzort, die Feuerwehr mit 16 Ehrenamtlichen.

Von Antje Bismark

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