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Flughafen plant Gewerbe-Zukunft

Langenhagen Flughafen plant Gewerbe-Zukunft

Auch der Flughafen will im neuen Raumordnungsprogramm der Region seinen Standort stärken. Seine Vorschläge haben jetzt in der Politik erstes Unverständnis ausgelöst. Doch sind einige Vorschläge schon lange bekannt, andere Befürchtungen sind Irrtümer. Am Donnerstag geht die Debatte weiter.

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Über das südliche Ende der Evershorster Straße möchte der Flughafen Gewerbeverkehre abfließen lassen.

Quelle: Neander

Langenhagen. "Wir werden erst Stellung nehmen, wenn die Region den endgültigen Entwurf vorgelegt hat." Wer Michael Hesse, Prokurist der Flughafen Gesellschaft, in diesen Tagen auf den jüngsten Entwurf des Regionalen Raumordnungsprogramms (RROP) anspricht, bekommt als erstes diese eine klare Antwort. Wer ihm dann aber die jüngste Pressemitteilung der SPD-Krähenwinkel vorlegt, erhält schnell Klarheit: Um die Gewerbeentwicklung werden Stadt und Flughafen noch lange ringen.

Die SPD-Krähenwinkel sorgt sich vordringlich um eine von rund einem Dutzend Eingaben, die der Flughafen der Region zugesandt hat. Danach soll die Bedeutung der Evershorster Straße als Zuwegung von Gewerbeverkehr verstärkt werden. Doch die Schlussfolgerung, die Marc Köhler, SPD-Ortsratsherr und SPD-Fraktionschef im Rat, zieht, ist zumindest missverständlich formuliert. Köhler fürchtet darin, die Evershorster Straße könne als Folge der Forderung von einer Gemeinde- zu einer Regionsstraße hochgestuft werden. Dies allerdings ist sie längst als "K 324". "Ja, das habe ich übersehen", räumt Köhler ein. Gemeint sei: Die Straße erhalte womöglich eine überregionale Bedeutung für Gewerbeverkehre.

Überdies hat der Flughafen bereits vor mehreren Jahren offen angekündigt, für die Evershorster Straße mittel- bis langfristig ein Planfeststellungsverfahren zu beantragen als Abfluss Richtung Süden zur Flughafenstraße. "Dieses ist grundsätzlich immer notwendig, wenn Sie eine Regionsstraße ausbauen wollen", hält Hesse im Gespräch mit dieser Zeitung fest. Auch der Wunsch, in Schulenburg-Nord Gewerbe zu entwickeln sei nichts Neues: Es ist im Integrierten Stadtentwicklungskonzept klar benannt.

Den Ausblick Köhlers, den auch SPD-Ratsherr Wolfgang Langrehr in der jüngsten Sitzung des Verkehrsausschusses unterstrichen hat, ein Ausbau führe unweigerlich zu einer Mehrbelastung von Krähenwinkel und Kaltenweide, weist Hesse ebenfalls vehement zurück. "Das geht gar nicht. Denn die Autobahnbrücke zur Heinrich-Hagemann-Allee darf mit nicht mehr als 22 Tonnen befahren werden. Wenn ein LKW-Fahrer mit einem 38-Tonner sich entscheidet, die Brücke trotzdem zu nutzen, hat er ein ernstes Problem." Löse sich aus der Brücke ein Bauteil und verursache dies auf der Autobahn einen Unfall, hafte der Fahrer und nicht die Spedition.

Untermauert wird die Sorge der SPD jedoch von weiteren Eingaben des Flughafens, in denen immer wieder die Stärkung des Standortes als "Vorranggebiet für Logistik" oder gar als "Kompetenzzentrum in Norddeutschland" für "Luftfracht und Logistik" erwähnt wird. Die Region folgt den Vorschlägen des Flughafens an keiner Stelle eindeutig. Oft ist "wird zur Kenntnis genommen" zu lesen oder auch "wird nicht gefolgt". Die Bedeutung des Flughafens als Gewerbe- und Logistikstandort sei bereits ausreichend festgeschrieben, heißt es, oder auch: Dies sei nicht Sache der Region sondern der Bauleitplanung der Stadt.

Was Hesse davon hält, verrät er vorerst nicht. Auch mit der Stadtverwaltung hat er sich zuvor nicht ausgetauscht. Dass der Flughafen mit diesen Eingaben vor allem einen generellen Ausschluss von Logistik verhindern will, bleibt indes unwidersprochen.

Der Stadtplanungs- und Umweltausschuss beschäftigt sich mit der Informationsdrucksache am Donnerstag, 19 Uhr, im Ratssaal. Auch wenn Hesse dazu nichts sagen möchte, zur Sitzung kommt er.

Von Rebekka Neander

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