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Flughafen will Storch-Konflikt entschärfen

Langenhagen Flughafen will Storch-Konflikt entschärfen

Der Flughafen versucht, den Konflikt um die Störche am Flughafen zu lösen - und will den Nabu-Langenhagen mit ins Boot holen. Die Verantwortlichen versichern: „Wir wollen Störche nicht bejagen, aber wir haben ein Problem.“

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Quelle: dpa (Archivbild)

Langenhagen. Dass der Weißstorch zurecht ein überaus geschütztes Tier ist, stellt Flughafen-Prokurist Michael Hesse nicht infrage. Aber für die aktuelle Situation werde eine Lösung gebraucht. Vier Storchennester gibt es in unmittelbarer Nähe des Flughafens: Zwei davon - in Schulenburg und Stelingen - existieren bereits seit der Jahrtausendwende und waren bislang kein Problem. „Doch 2013 kam eines in Kananohe dazu, und seit 2014 gibt es eines in Engelbostel.“ Insgesamt 14 Tiere hat der sogenannte Bird-Controler des Flughafens derzeit auf dem Schirm. Nahezu täglich seien Tiere auf dem Areal auf Futtersuche.

Diese Entwicklung ist keine Überraschung. „Wir versuchen schon, wo es geht, das Gras möglichst hoch stehen zu lassen“, sagt Hesse. „Aber aus Sicherheitsgründen müssen wir es eben an vielen Stellen kurz mähen.“ Für den Storch ein gedeckter Tisch: „Der sieht bis zu sieben Kilometer weit, wo er ohne viel Aufwand Nahrung findet.“ Diese bestehe vornehmlich aus Mäusen und „zu meiner Überraschung nicht aus Fröschen“, sagt Hesse. Die These, der Flughafen habe mit der Pflege von Feuchtbiotopen in Kananohe das Problem quasi hausgemacht, greife daher nicht. Zumindest nicht dort.

Tatsächlich kamen zu der in diesem Jahr idealen Witterung für Störche diverse Großbaustellen auf dem Gelände des Flughafens dazu. „Dazu musste weiträumig Oberboden abgeschoben werden - für die Störche auf Mäusesuche natürlich ideal“, sagt Hesse. Weil sich die Tiere, einmal an ihre Umgebung gewöhnt, nur noch schwer vergrämen lassen, hat der Flughafen vor einigen Wochen Rat beim Weißstorchbeauftragten der Region gesucht. „Wir möchten eine rechtssichere Lösung auf transparentem Weg suchen“, sagt Hesse. Nach derzeitiger Rechtslage sei ein Abschuss im Einzelfall selbst bei Gefahr im Verzug nicht erlaubt. Auch ein Umsetzen der Nester scheidet aus.

Die aktuellen Gespräche ähneln der Diskussion um die Zukunft des NJK-Teichs vor einigen Jahren, der - so die letztlich gefundene Lösung - nach einer Lebendentnahme der Großfische nun verfüllt wird. Auf diese Weise sollen keine Großvogelschwärme mehr angelockt werden. In der Frage der Störche will der Flughafen demnächst auch den Nabu-Langenhagen ins Boot holen, mit dem das Unternehmen seit Jahren Kooperationen zur Pflege der Biotope hat. Auch am Grünen Runden Tisch der Stadt will Hesse darüber sprechen. Zudem hat er eine Bitte an seine Nachbarn von Isernhagen bis Garbsen: „Bitte keine zusätzlichen Nisthilfen mehr anbringen.“

Von Rebekka Neander

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