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Grenzheide: Keine Alternative zum Standort

Langenhagen Grenzheide: Keine Alternative zum Standort

Anwohner der Grenzheide wollen die geplante Unterkunft von Flüchtlingen verhindern: Sie haben eine Interessengemeinschaft gegründet und einen Anwalt eingeschaltet. Als Argumente führen sie den nahe gelegenen Friedhof, den Schießstand und die Badeseen in der Nachbarschaft an.

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Anwalt Daniel Kühl vertritt die Interessengemeinschaft, zu der sich Anwohner der Grenzheide zusammengeschlossen haben.

Quelle: Bismark

Langenhagen. Etwa 120 Anwohner nutzten am Donnerstagabend die Versammlung der Stadt, um sich über die geplanten Flüchtlingsunterkunft an der Grenzheide zu informieren. Ihre Interessen lassen viele von ihnen von Anwalt Daniel Kühl vertreten, haben dafür eine Interessengemeinschaft gegründet. "Einige Bedenken erledigen sich dank der jetzt vorgesehenen modularen Bauweise", sagte Kühl mit Blick auf die Ankündigung von Bürgermeister Mirko Heuer, die Stadt werde die Unterkünfte für maximal 60 Menschen in Eigenregie und nicht, wie zunächst vorgesehen, in Kooperation mit der Region bauen. Diese Fragen bewegen die Anwohner vor allem:

Wie viele Flüchtlinge bringt die Stadt wie lange unter?

Derzeit nutzt die Verwaltung nach Aussage Heuers die gesetzliche Möglichkeit, eine Unterkunft für bis zu fünf Jahre einzurichten. In den zweigeschossigen Containern werden bis zu 60 Schutzsuchende aufgenommen. Wer in die Stadt komme, könne Langenhagen nicht beeinflussen. Zudem könne niemand sagen, wie lange die Bewohner bleiben.

Setzt die Stadt einen Sicherheitsdienst ein?

In Absprache mit der Polizei sei dies nicht vorgesehen, sagt Heuer. Sozialdezernentin Monika Gotzes-Karrasch ergänzt, dass sich der Sozialberatungsdienst in den Unterkünften aufhalte, Kontakte zwischen Bewohnern und Nachbarn herstelle und die Flüchtlinge betreue. Steinmetz Uwe Spiekermann sagte: "Nach vielen Einbrüchen am Pferdemarkt funktioniert die soziale Kontrolle. Können wir als soziale Gemeinschaft nicht die beste Sicherheit garantieren? Ich glaube: Ja."

Inwieweit hat die Stadt die Nähe zum Friedhof berücksichtigt?

Ja, sagt Heuer. Alle rechtlichen Vorgaben würden erfüllt. Uwe Spiekermann betonte, viele Muslime pflegten eine intensive Friedhofskultur: "Schon jetzt feiern Menschen in den Schrebergärten, Schnapsflaschen fliegen dann auf den Friedhof." Er plädierte wie Gotzes-Karrasch dafür, den Flüchtlingen die Regeln zu erklären. Rainer Skowronek sagte, drei seiner Verwandten seien auf dem Friedhof beerdigt. "Sie waren Flüchtlinge und Vertriebene, deshalb finde ich das Argument problematisch."

Wie sollen Kinder und Jugendliche sicher nach Hause kommen?

Ein Anwohner fordert ein Beleuchtungskonzept, diese Anregung nimmt Heuer für die Stadt mit. Andere Besucher, die bei der Tafel, als Mitarbeiter oder als Ehrenamtliche in Unterkünften arbeiten, verweisen auf gute Erfahrungen mit den Schutzsuchenden. "Sie sind ausgesprochen höflich", sagt eine Teilnehmerin. Gleichwohl, sagt Gotzes-Karrasch, könne sie nicht für jeden Flüchtling ihre Hand ins Feuer legen. "Das kann ich aber auch nicht bei jedem Langenhagener."

Welche Freizeitangebote plant die Stadt?

Ein Basketballkorb oder eine Tischtennisplatte lasse sich schnell aufstellen, sagt Gotzes-Karrasch - dabei zeichnet sich immer der Konflikt ab: Einige Anwohner fordern Angebote zur Beschäftigung, auch im Freien, andere sorgen sich um eine mögliche Lärmbelästigung. "Wir nehmen Ihre Sorgen und Ängste ernst, können aber eben nur mit Kontakten und Informationen dazu beitragen, dass sich Ihre Ängste reduzieren", sagte Gotzes-Karrasch.

Müssen Anwohner für Erschließung zahlen?

Nein, sagt Heuer.

Steht die Platzierung der Container schon fest?

Noch nicht. Mit der Interessengruppe will die Stadt nun nach Aussage Heuers die beste Variante ausloten.

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