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Großbaustelle im Theatersaal

Langenhagen Großbaustelle im Theatersaal

Derzeit gleicht der Theatersaal in Langenhagen einer gigantischen Baustelle. Von der Spielstätte der Mimuse oder des Theater für Niedersachsen ist derzeit nur ein Rohbau übrig. Bis Oktober aber soll die Grundsanierung fertig sein. 1,9 Millionen Euro investiert die Stadt in das Gebäude.

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Auf der Galerie entstehen insgesamt 104 Plätze, verteilt auf vier Stufen. Damit ist von allen Plätzen ein guter Blick auf die Bühne möglich.

Quelle: Neander

Langenhagen. Festes Schuhwerk. So lautete der wichtigste Tipp von Stadtsprecherin Juliane Stahl für diesen Termin. Recht hatte sie. Denn wo noch vor einigen Monaten blaue Plüschsessel einluden, Platz zu nehmen vor Theater oder Kabarett, da trägt derzeit sogar der Feuerlöscher eine Schutzhaube vor Staub und Schutt.

Klar zu erkennen ist nicht viel. Hier der Eingang, dort die Bühne. Soviel kann auch der Laie sofort deuten. Der Rest: buchstäblich im Aufbruch. Die Treppe zur Galerie - weg. Der Bühnenboden - aufgerissen. Die Decke - offenbart ein gähnendes Loch in die Innereien der Robert-Koch-Realschule, die den Theatersaal quasi umarmt. Und die die auf ein Jahr festgelegten Bauarbeiten nicht eben unkomplizierter macht. "Wir müssen unsere Arbeiten abstimmen auf Schul- und Pausenzeiten", erläutert Frank Güsewelle, städtischer Projektleiter der Grundsanierung. "Das macht die Arbeiten nicht eben schneller. Aber so ist es eben, wenn man im Bestand umbaut und noch dazu inmitten einer Schule."

Zugleich ist die komplette Entkernung des Theatersaals wie kaum ein anderes Bauprojekt der Stadt in ein starres Korsett gesteckt: 1,9 Millionen Euro und keinen Cent mehr darf das Projekt kosten. So lautet der Mehrheitsbeschluss des Rates. Und: Im September muss Schluss sein mit Bauen, damit das Kulturprogramm wieder starten kann. Sowohl der Verein Klangbüchse für die Mimuse als auch die Disponenten des Theaters für Niedersachsen (TfN) mussten ihre Termine mit einem Jahr Vorlauf bestätigen.

Dabei könnte das Auftragsvolumen nicht größer sein. Was mit der Sanierung im Sinne des Brandschutzes begann, entwickelte sich nach tieferer Betrachtung zum Komplettumbau. Elektrik, Belüftung, Verlauf von Leitungen - nichts hielt der Prüfung stand.

Frank Güsewelle aber ficht dies an diesem Vormittag nicht an. Bei einem ersten Rundgang hat er nicht nur Presse, Bürgermeister und Stadtbaurat dabei, sondern auch zwei Vertreterinnen des TfN. Bettina Friedel und Katharina Kohtz wollen sich für ihre Abonennten einen eigenen Eindruck verschaffen, um bei Anfragen Antworten bieten zu können. Weil das TfN in Langenhagen keine Ausweich-Spielstätte finden konnte, wurde ein Shuttle-Service nach Hildesheim eingerichtet. Es kämen zwar immer ein bis zwei Busse zusammen, sagt Friedel an diesem Morgen, doch so viele Zuschauer wie in den Theatersaal folgten diesem Angebot nicht. Etwaige Sorge um einen pünktlichen Start im September nimmt Güsewelle den zwei Theater-Abgesandten lachend. "Aus der Phase der möglichen Überraschungen in einem solchen Bau sind wir langsam raus."

Inklusion wird groß geschrieben

Im neuen Theatersaal bleibt die Zahl der Plätze gleich. Und doch ändert sich vieles. Mit Hilfe einer induktiver Hörschleifen können auch Menschen mit Beeinträchtigungen jedes Wort und jeden Ton miterleben. "Es gibt zudem zehn Plätze für Rollstuhlfahrer", betont Stadtbaurat Carsten Hettwer. Barrierefrei zugänglich wird auch die Bühne sein. "Dafür haben wir eigens einen Aufzug an der Bühne eingebaut", sagt Projektleiter Frank Güsewelle. Zudem wurden die Sanitär-Anlagen umgebaut. Sämtliche Hinweise im Theater, betont Hochbauchef Carsten Busch, werden auch in Braille-Schrift für Sehbehinderte angezeigt.

Programmstart im Oktober

Am 17. September beginnt im Theatersaal der Probebetrieb. Das betrifft vor allem die neue Belüftungsanlage, die sicherstellen soll, dass niemand mehr - bis bislang oft beklagt - im Zug sitzen muss. Auch die Temperatur soll damit konstant zu halten sein. Zudem wird die komplett erneuterte Bühnentechnik samt Beleuchtung eingestellt. Die erste öffentliche Veranstaltung ist für den 15. Oktober geplant.

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Von Rebekka Neander

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