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Für 96 und die Liebe nach Hannover

Kaltenweide Für 96 und die Liebe nach Hannover

Wegen Hannover 96 ist Cornelia Baxmann nach Kaltenweide gekommen – und natürlich wegen ihrem Mann Klaus-Peter. Das Besondere: Trotz Sehbehinderung verfolgt sie alle Heimspiele von 96.

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Cornelia Baxmann hat mit ihrem Mann Hans-Jürgen einen Stammplatz in der HDI Arena.

Quelle: Stephan Hartung

Langenhagen. Auch wenn zuletzt nach langer Wartezeit der erste Saisonsieg gelang: Fan von Hannover 96 zu sein, ist insbesondere im Kalenderjahr 2015 nicht einfach. Für Cornelia Baxmann spielt das aber keine Rolle. Die Kaltenweiderin hält dem Fußball-Bundesligisten schon seit vielen Jahren die Treue, seit 2002 besitzt sie eine Dauerkarte für die Heimspiele der „Roten“.

Die Besonderheit: Cornelia Baxmann sieht vom Spiel nicht das, was der überwiegende Teil der bis zu 49.000 Zuschauer in der HDI Arena sieht. Baxmann leidet seit ihrer Geburt an einer Sehbehinderung. Ihre ursprüngliche Sehkraft von 50 Prozent ging über die Jahre sukzessive auf einstellige Werte zurück. „An manchen Tagen ist es besser, an manchen schlechter.“

Gute Tage sind für sie in jedem Fall immer dann, wenn ihre Lieblingsmannschaft ein Heimspiel hat. Und bezüglich ihrer Sehschwäche geht sie sogar mit Humor um. „Schade, dass Jan Schlaudraff und Jiri Stajner nicht mehr bei 96 spielen. Die mochte ich gerne - und konnte sie auch immer gut erkennen, sie hatten so wenig Haare.“ Und wie kann sie überhaupt etwas erkennen? Zusammen mit ihrem Mann Klaus-Peter, der ebenso nur wenige Prozent Sehkraft besitzt, schaut sie die Spiele mit einem ultrastarken Fernglas, das speziell für Blinde und Sehbehinderte hergestellt wird. Und weil sie die Stimmung im Stadion hören, setzt sich das Puzzle des Spiels für sie zusammen.

Die 43-Jährige wuchs im schwäbischen Attenweiler auf. Ihren späteren Mann lernte sie im Berufsförderungswerk bei Würzburg während einer Ausbildung zur Telefonistin kennen. „Er hat mich bei einem Treffen in Hannover mal mit zu einem Fußballspiel genommen.“ Dann war es in doppelter Hinsicht um sie geschehen - wegen 96 und wegen der Liebe.

Cornelia Baxmann ist übrigens eine prima Torball-Spielerin. In dieser Sportart für blinde und sehbehinderte Menschen orientieren sich die Spieler an einer im Ball eingebauten Glocke. Ansonsten sind die Augen verbunden - gleiche Voraussetzungen für alle. Im Juni wurde Baxmann mit dem deutschen Nationalteam Weltmeister. Ihr Heimatverein ist die BSG Langenhagen. „Leider fehlt uns der Nachwuchs, wir könnten Verstärkungen vertragen.“

von Stephan Hartung

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