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Schulbau: Rennbahn schnellste Lösung

Langenhagen Schulbau: Rennbahn schnellste Lösung

Es bleibt dabei: Die zeitliche Belastung bei einem Umbau des Schulzentrums wäre bei einem Umzug des Gymnasiums an die Rennbahn am geringsten. Dies hat eine Prüfung des Ingenieurbüros Constrata ergeben. Nach kurzer Kontroverse hat sich die Politik auf eine neue Sondersitzung am 29. September vertagt.

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Der gemeinsamen Sitzung von Bildungs- und Stadtplanungsausschuss folgten auch viele Zuschauer. Sie lieferten sich in der Einwohnerfragestunde durchaus kontroverse Diskussionen.

Quelle: Neander

Langenhagen. Achteinhalb Jahre - solange wird es brauchen, bis das Gymnasium auf dem bisherigen A-Platz neu gebaut und die Gesamtschule erweitert werden kann. Zu diesem Schluss kommt eine vertiefende Prüfung der sogenannten Variante 1b, nach der als Ersatz des überbauten A-Sportplatzes eine entsprechende Fläche im angrenzenden Stadtpark gestaltet würde. Constrata-Projektleiter Jens Kerkhoff stellte dieses ergänzende Gutachten in einer gemeinsamen Sitzung des Bildungs- und Stadtplanungsausschusses vor. Nach kurzer, aber durchaus kontroverser Diskussion wollen beide Gremien bereits am 29. September zu einer erneuten Sondersitzung zusammenkommen. Alle von Constrata vorgestellten Zeitpläne sind nur einzuhalten, wenn vor November ein Ratsbeschluss vorliegt. Dies deckt sich mit der Erklärung der Politik, noch der amtierende Rat werde über den Verbleib des Gymnasiums entscheiden.

Wie Kerkhoff ausführte, könnte die Außenstelle des Gymnasiums an der Hindenburgstraße in der Variante 1b aus Gründen des Baubetriebes erst am Ende der gesamten Bauzeit aufgelöst werden. Weil die Baustelle für alle Schulbereiche ausschließlich aus Richtung der Konrad-Adenauer-Straße erschlossen werden kann, würden in dieser Phase auch der Großteil der dortigen Parkplätze wegfallen. Gleichzeitig aber steige die Zahl von Schülern und Lehrkräften in der Spitze auf insgesamt 3500 Personen. Und schließlich würde für mehrere Jahre Hallenfläche für beide Schulen verloren gehen.

Aus diesen Gründen plädiert Constrata weiterhin für eine Trennung von Gymnasium und Gesamtschule. Nur wenn das Gymnasium an anderer Stelle neu gebaut werden könnte, wäre eine Fertigstellung vor dem Schuljahr 2020/2021 möglich. Dieses gilt für Rektor Matthias Brautlecht als neuralgisches Datum: Dann wechselt das Gymnasium vom achtjährigen auf den neunjährigen Betrieb, das sogenannte G9. Sollte der Schulbau dann nicht fertig sein, würden ab diesem Jahrgang deutlich mehr Interimsbauten notwendig werden. Für beide Schulen reduziere sich die Bauzeit damit auf maximal fünfeinhalb Jahre.

Untersucht worden war diese Variante auf Wunsch der SPD, die sich zu Beginn der Grundsatzdiskussion für einen Verbleib beider Schulen im Stadtkern ausgesprochen hatte. Constrata hatte einen Umzug der Sportflächen in den Stadtpark für politisch nicht durchsetzbar wahrgenommen und deshalb auf diesen Part verzichtet. In der Sitzung zeigte sich Langenhagens SPD-Chef Marco Brunotte ausdrücklich interessiert an technischen Detailfragen. Grünen-Fraktionschef Dirk Musfeldt hingegen warf Kerkhoff vor, das Gutachten wirke, als sei "auf das Ergebnis hin untersucht worden". Eine Mutmaßung, die Stadtbaurat Carsten Hettwer deutlich zurückwies. Bislang gilt in Langenhagen ein mit rotgrüner Mehrheit verabschiedeter Ratsbeschluss, der einen Verbleib beider Schulen am bisherigen Standort vorsieht.

Davon haben sich die Grünen inzwischen verabschiedet. Als neuen Standort für das Gymnasium lehnen sie die Rennbahn aus Naturschutzgründen ab. Sie favorisieren einen Umzug an die Leibnizstraße. Auch diese Fläche wurde daraufhin von Constrata jetzt noch einmal vertiefend untersucht - mit ebenfalls negativem Ergebnis.

Denn die Fläche nördlich der Leibnizstraße alleine ist für einen maximal dreigeschossigen Schulbau zu klein. Allein für Parkplätze müssten die benachbarten Kleingärten eingeebnet werden. Auch ein dreigeschossiger Bau würde zudem die Gärten der Einfamilienhäuser im Norden verschatten. Deshalb hat Constrata eine weitere Fläche westlich des Vereinsgeländes des SCL hinzugenommen. Dann müsste nur die Sporthalle nördlich der Leibnizstraße gebaut werden. Hochproblematisch, so Kerkhoff, bleibe dort allerdings in jedem Fall die verkehrliche Erschließung über die Leibnizstraße. Busse des Öffentlichen Personennahverkehrs hätten dort Schwierigkeiten zu manövrieren. Dieser Sicht schloss sich in der Sitzung wiederum die SPD unmissverständlich an.

Sowohl die vorangegangene Einwohnerfragestunde als auch die Diskussion nach der Präsentation offenbarten, wie weittragend die Entscheidung ist. Während sich beide Schulleiter, Schüler- und Elternvertreter ohne jeden Zweifel und entschieden für den Umzug des Gymnasiums an die Rennbahn einsetzten und sogar der Nabu-Vertreter Georg Obermeyr nicht mehr kategorisch gegen eine Bebauung der dortigen Grünfläche plädierte, warnten Anwohner vor einem Verkehrskollaps auf der Theodor-Heuss-Straße. Diese sei bei Veranstaltungen schon jetzt übervoll. Dabei sei das neue Schwimmbad dort noch nicht einmal in Betrieb. Eine Schule mit Hol- und Bringverkehr sei entsprechend kaum noch vorstellbar. Gymnasiums-Rektor Matthias Brautlecht machte unmissverständlich klar, dass er weder Personal noch Qualität der Schule werde halten können, sollte die jetzige Situation für die Schule knapp zehn Jahre vorhalten. Zugleich unterstellte der scheidende BBL-Ratsherr Werner Knabe, die IGS benötige keineswegs wie von Rektor Timo Heiken beteuert zwingend einen A-Sportplatz am Standort.

Bis zum 29. September wollen nun alle politischen Gruppierungen intern über das neue Gutachten beraten. Die letzte reguläre Ratssitzung vor der Konstituierung des neuen Rates wird dann bereits vorbei sein. Es wird deshalb in jedem Fall zu dieser Entscheidung eine Sondersitzung einberufen werden. Zudem werden Vertreter der Schulen, der Politik und der Verwaltung am 27. und 28. September modellhafte Schulen in Nordrhein-Westfalen besichtigen, um Anregungen für die Neugestaltung der abrissreifen Schulen zu sammeln.

Von Rebekka Neander

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