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Geocacher finden wilde Müllhalde

Langenhagen Geocacher finden wilde Müllhalde

So sauber war die Gegend rund um den Silbersee vermutlich lange nicht mehr: Geocacher aus der Region und ganz Deutschland haben kürzlich das Langenhagener Naherholungsgebiet vom Müll befreit. Dabei entdeckten sie auch eine wilde Müllkippe. Dort hat jemand in größerem Stil Unrat vergraben.

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Kein Schatz: Michael Brausen zeigt den Haufen Kunststoffmüll, den eine Geocachergruppe bei der gemeinsamen Umweltaktion ausgegraben hat - es ist erkennbar, dass noch mehr in der Erde steckt.

Quelle: Zottl

Langenhagen. Das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden: Das war die Idee, die der Langenhagener Michael Brausen im Hinterkopf hatte, als er für seine Heimatstadt eine Aktion mit dem Namen „Cache In Trash Out“ (CITO) auf die Beine stellte. Die   CITO-Aktionen, die weltweit zweimal jährlich im Frühjahr und im Herbst in der Geocacherszene organisiert werden, sind eine Kombination aus der klassischer Geocaching-Tour und einer Umweltaktion - während die Schatzsucher ihrem Hobby frönen, bücken sie sich und sammeln im großen Stil auf, was andere Mitbürger in die Natur geworfen haben.

Für die Langenhagen-Aktion hatte sich Brausen gemeinsam mit seiner Frau und einer von zwei Töchtern die Gegend um den Silbersee ausgesucht - wohl wissend, dass dort eine Menge Müll herumliegt. "Sobald man hier ins Unterholz steigt, findet man sehr viel, was hier nicht hingehört", sagt der IT-Experte. Er sollte recht behalten: Die 65 Geocacher aus Langenhagen, der Region und ganz Deutschland, die seinem Aufruf gefolgt waren, brauchten nicht mehr als zwei Stunden, um 56 von der aha Abfallwirtschaft gesponserte Müllsäcke zu füllen. Auch ein Fahrrad, mehrere Grills, Autoreifen und eine Geldbörse inklusive Bank- und Versichertenkarte sammelten die Gruppen ein. "Es ist erschreckend, was die Leute so abkippen", sagt Brausen.

Doch damit nicht genug: Eine Geocachergruppe entdeckte - in dem Moment eigentlich auf der Suche nach einem in der Erde vergrabenen Cache - in einem Waldstück nahe des Regenrückhaltebeckens eine sogenannte wilde Müllstelle. Unbekannte haben dort unzählige Kunststoffsäcke sorgsam vergraben. „Viel zu groß, um die Menge zu bewältigen“, sagt Brausen und fügt kopfschüttelnd hinzu: "Der Aufwand, der dort betrieben wurde, um den Müll einzugraben, steht in keinem Verhältnis zu dem einer Fahrt zum Wertstoffhof."

Die Gruppe hat die Langenhagener Stadtverwaltung mittels Mängelmelder im Internet über den Fund informiert. Doch die ist nach Auskunft von Stadtsprecherin Juliane Stahl gar nicht zuständig - denn tatsächlich befand sich die Cachergruppe an der Fundstelle nicht mehr auf Langenhagener, sondern auf hannoverschem Gebiet. "Wir werden die Information an die Landeshauptstadt weiterleiten", sagte Stahl. Über die Mühe, die sich der Müllsünder damit gemacht hat, den Unrat richtig einzugraben, wundern sich aber auch die Fachleute im Langenhagener Rathaus ein wenig. "Das haben wir bisher noch nicht gehabt", berichtet Stahl.

Der Lohn der Cacher für ihren Einsatz ist übrigens virtueller Natur: Für die Teilnahme an einer CITO-Aktion gibt es digitale Souvenirs - eine Art Abzeichen, mit dem sich die Cacher im Internet schmücken können.

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Eine der Gruppen zeigt stolz ihre Ausbeute von zwei Stunden. Insgesamt füllten die 65 Geocacher mehr als 50 Säcke.

Quelle: privat
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