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Geschenke bereiten Probleme

Langenhagen Geschenke bereiten Probleme

Rund 30 gespendete Computer samt Monitore warten beim Repair-Treff darauf, an bedürftige Familien verschenkt zu werden. Doch die gute Idee hakt. Denn derzeit ist völlig unklar, wie der Verein es korrekt beweisen kann, dass die Empfänger auch wirklich verdienen, was sie bekommen sollen.

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Uwe Guelke (Zweiter von links) will die dem Repair-Treff gespendeten Fahrräder und Computer weitergeben an Bedürftige - nur wie macht er es richtig?

Quelle: Rebekka Neander

Langenhagen. Es scheint wie verhext. Egal, wen Uwe Guelke fragt, er erntet Schulterzucken. Seit fast zwei Wochen rennt der Vorsitzende des Trägervereins des Repair-Treffs von Behörde zu Behörde, um bloß alles richtig zu machen. Schlauer ist er deswegen aber noch lange nicht.

Problem gelöst

Nun also doch: Der Repair-Treff hat vom Jobcenter grünes Licht für die kostenfreie Vergabe gespendeter Computer bekommen – dies nur ein Tag nach der Berichterstattung dieser Zeitung über die bisherigen Probleme.

„Wir sind kein Flüchtlingshilfsverein“, stellt Guelke klar. „Und deshalb wollen wir die vielen Spenden, die inzwischen bei uns eintreffen, wirklich allen Bedürftigen zukommen lassen.“ Dazu gehören derzeit vor allem knapp drei Dutzend von Firmen ausrangierte Computer. Weil Guelke nach langem Ringen mit den Finanzbehörden nun endlich auch den Bescheid für die Gemeinnützigkeit für den Verein in Händen hält, ist er sehr darum bemüht, dem Finanzamt keinen Grund zur Rüge zu geben. „Die haben mir gesagt, ich müsse belegen, dass die Empfänger der Spenden bedürftig sind.“

Guelke sprach sofort bei der Sozialdezernentin der Stadt, Monika Gotzes-Karrasch, vor. „Die hat gesagt, das Sozialamt der Stadt betreut nur jene, die nicht mehr arbeitsfähig sind.“ Aber die, so Guelke, benötigten dann ja gar keinen Computer mehr. Also ging Guelke zum Jobcenter Langenhagen. Dort sah sich der zuständige Sachbearbeiter in seinen Kompetenzen überschritten und verwies Guelke an die zentrale Pressestelle in Hannover. Dort wiederum versprach man ihm einen Rückruf. Auf diesen wartet Guelke bis heute.

Er will sich nun mit Vereinen austauschen, die vergleichbare Situationen kennen müssten. „Wie macht das denn die Tafel? Oder die Fördervereine der Schulen? Die müssten doch auch derlei als gemeinnützige Vereine belegen können?“

Eine Antwort braucht Guelke jedoch nicht allein der Computer wegen. Auch Fahrräder sollen künftig nicht mehr nur für Flüchtlinge aufbereitet werden. „Wir haben seit Beginn der Aktion rund 250 Fahrräder als Spende erhalten und sie mit unserem dreiköpfigen Team verkehrstauglich aufbereitet.“ Das Lager sei jetzt erstmals wieder leer. „Das heißt, wir nehmen derlei Spenden gern wieder an, für alle, die sich sonst kein Rad leisten können.“

Wer Guelke Tipps geben kann für die korrekte Vergabe von Spenden oder Fahrräder spenden möchte, erreicht ihn per E-Mail an info@repair-treff.de.

Von Rebekka Neander

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Foto: Uwe Guelke (Zweiter von links) kann Fahrräder und Computer nun endlich an Bedürftige vergeben.

Nun also doch: Der Repair-Treff hat vom Jobcenter grünes Licht für die kostenfreie Vergabe gespendeter Computer bekommen – dies nur ein Tag nach der Berichterstattung dieser Zeitung über die bisherigen Probleme.

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