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Amtlich wirkende Schreiben sind Trick

Langenhagen Amtlich wirkende Schreiben sind Trick

Die Unternehmen Gewerberegistrat und Zentrales Gewerberegister schreiben derzeit gezielt Langenhagener Firmen und Institutionen an - um ihnen ein zweijähriges „Leistungspaket“ zu verkaufen. Verbraucherschützer warnen, sich darauf einzulassen.

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Mit amtlich aussehenden Schreiben hoffen die Anbieter auf viele Kunden, die das Kleingedruckte nicht lesen. Bismark

Quelle: Bismark

Langenhagen. Die fett gedruckten Worte „Langenhagen“ und „Gewerbe“ sowie ein Hinweis, dass der Empfänger ein erstes Schreiben nicht beantwortet hat, vermitteln auf den ersten Blick einen seriösen Eindruck. Und eigentlich, so empfehlen es die Absender, müssten die Befragten nur ankreuzen, dass der Firmenname, die Betriebsstätte und das Telefon stimmen - dann unterschreiben und kostenlos zurückfaxen. Nur wer sich die eng beschriebenen Zeilen am rechten Blattrand durchliest, findet beim Gewerberegistrat in der viertletzten Zeile die Summe von 588 Euro. Das „Zentrale Gewerberegister zur Erfassung und Registrierung inkl. Umsatzsteuer-Identifikationsnummern“ benennt erst etliche Gesetze und schreibt dann, dass es ein kostenpflichtiges Angebot ist. Die jährlichen Kosten liegen bei 398,88 Euro plus Mehrwertsteuer. In beiden Fällen würde die Summe mit dem Abschluss des Vertrags fällig werden.

Vor genau dieser Unterschrift warnen Verbraucherschützer inzwischen bundesweit. Denn die Briefe enthalten neben dem Fallstrick des Preises meist auch ein falsches Datum, das mehr als einen Monat zurückliegt. Wer darauf antwortet und dann innerhalb der gesetzlichen Rücktrittsfrist seine Zustimmung zurückzieht, scheitert. So erhielt ein Langenhagener Unternehmen jetzt einen Brief, abgeschickt am 30 Juni mit einer Frist für den 10. August. Hinzu kommt: Auch wenn die behördlich anmutenden Schreiben es vermuten lassen, weder das Gewerberegistrat noch sein Konkurrent sind eine Behörde, die Daten abfragt und erfasst, sondern Unternehmen, die bei Nichtbezahlen offenbar sehr nachdrücklich ihr Geld einfordern. Davon berichten mittlerweile etliche Geprellte im Internet.

Aus Sicht der Polizei liegt eine Straftat damit noch nicht vor: „Die Summe findet sich ja auf dem Papier“, sagt ein Sprecher. Gleichwohl hat die Polizeiinspektion Burgdorf jetzt einen Brief zur weiteren Prüfung an die Staatsanwaltschaft nach Hildesheim geschickt.

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Von Redakteur Antje Bismark

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