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Pferderennen lockt Tausende auf die Neue Bult

Großer Preis der Hannoverschen Volksbank Pferderennen lockt Tausende auf die Neue Bult

Der Große Preis der Hannoverschen Volksbank lockte am Pfingstwochenende Tausende Besucher auf die Neue Bult. Galopptrainer Christoph Sprengel führte seinen Derbyfavoriten Boscaccio auch auf der Neuen Bult nach vorn.

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Boscaccio ging aus dem Hauptrennen beim Großen Preis der Hannoverschen Volksbank mit Dennis Schiergen als Sieger hervor.

Quelle: Sielski

Langenhagen. Christian Sprengel neigt nicht zu großen Gefühlsausbrüchen. Gestern lächelte der 59-Jährige nach dem 6. Rennen und gestikulierte so gut wie gar nicht. Aber seine Augen strahlten – und das bedeutete: Sprengel war etwas Bedeutendes gelungen.
Der Galopptrainer aus dem benachbarten Trainingszentrum in Langenhagen führte seinen dreijährigen Hengst Boscaccio zu einem überlegenen Erfolg im Großen Preis der Hannoverschen Volksbank. Und damit fuhr Sprengel auf der Heimatbahn den Sieg im wichtigsten Rennen des Pfingstmontags ein. Dieses mit 25 000 Euro dotierte Listenrennen über 2200 Meter gilt als wichtiger Trendsetter für das Deutsche Derby Anfang Juli in Hamburg-Horn.

Das maßgeschneiderte Programm für Familien und Kinder lockte zahlreiche Besucher zum Pferderennen auf die Neue Bult in Langenhagen. Zeitweise sorgten die Pferdebegeisterten für Verkehrschaos rund um die Rennbahn.

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Und nach dem  Eindruck am Pfingstmontag kommt niemand umhin festzustellen, dass Sprengel einen aussichtsreichen Starter in das wichtigste Zuchtrennen hierzulande bringt. Boscaccio gewann bei seinem dritten Start zum dritten Mal. Sein Jockey Dennis Schiergen hält so große Stücke auf den Hengst, dass er sich schon vor dem Rennen sicher war: „Wir gewinnen.“ Und Sprengel sprach gegenüber der freudestrahlenden Besitzergruppe um den Hamburger Rainer  Hupe von eigener Verblüffung. „Der Start war nicht optimal“, sagte er. Damit meinte er nicht das lange Warten von Boscaccio, ehe er in die Box einrücken durfte – Konkurrent Larry hatte sich beharrlich geweigert, die Startposition zu beziehen und ging deshalb gar nicht ins Rennen. Vielmehr begann das Feld zu langsam, Boscaccio musste früh die Spitze übernehmen. „Es war die schlechteste Möglichkeit“, sagte Sprengel. „Aber er hatte genügend Stehvermögen.“

Boscaccio festigt Favoritenposition

Boscaccio festigt mit dieser Vorstellung seine derzeitige Favoritenposition, aber wie groß die Chancen auf das Blaue Band wirklich sind, wird sich erst im traditionsreichen Kölner Union-Rennen Mitte Juni zeigen. Dort plant Sprengel die Generalprobe mit seinem Hengst. Wie steinig der Weg zu einem Derbysieg ist, musste der Vorjahressieger im hannoverschen Derbytrial erfahren. 2015 galoppierte Shimrano, vom damals auf der Neuen Bult tätigen Coach Paul Harley trainiert, der Konkurrenz auf und davon. In Hamburg reichte es für den Hengst allerdings nur zum 11. Rang.

Sprengel rettete auch gestern die Bilanz für die hannoversche Trainerzunft. Nachdem es zum Saisonauftakt vor zwei Wochen fünf Heimerfolge in elf Rennen gegeben hatte, blieb Boscaccio einziger Triumphator am Pfingstmontag. Dabei  hatte in der R+V-Trophy, einem mit 22 500 Euro dotierten Ausgleich I über 1750 Meter, Sprengels hannoverscher Kollegen Hans-Jürgen Gröschel gleich drei Pferde aufgeboten. Doch kein Teilnehmer schaffte den Sprung unter die besten drei.

Bult in Zahlen

1. Rennen: Words of Love (J. Bojko) – Dark Forrest – König Arte; Siegwette: 34:10; Platzwette: 17, 20:10; Zweierwette: 209:10; Dreierwette: 593:10.
2. Rennen: Wai Key Star (J. Bojko) – Amiga – Gaugin; 23:10; 15, 25:10; 167:10; 482:10.
3. Rennen: Oriental Ghost (B. Ganbat) – Descardo – Minnetonka; 19:10; 12, 18, 25:10; 125:10; 320:10.
4. Rennen: Florida (J. Bojko) – Vooddoo – Restless Mind; 192:10; 37, 31, 21:10; 5472:10; 18 382:10.
5. Rennen: Starwood (A. Best) – Atreju – Seewolf; 66:10; 14, 11, 13:10; 145:10, 673:10.
6. Rennen: Boscaccio (D. Schiergen) – Moonshiner – Dschingis Secret; 17:10;11, 14, 12:10; 135:10; 458:10.
7. Rennen: Geladi (B. Ganbat) – Novacovic – Winola; 91:10; 15, 14,13, 31:10; 622:10; 1866:10; Viererwette: 39 215:10.
8. Rennen: Gereon (D. Schiergen) – Abendwind – Darasita; 22:10; 13, 16:10; 45:10; 48:10.
9. Rennen: Wameera (J. Bojko) – Donau – Glam Rock; 75:10; 34, 55:10; 269:10; 1480:10.
Besucher: 17 000 – Wettumsatz: 202 948,72 Euro
(ohne Gewähr).

Jozef Bojko gewinnt vier Rennen

Gelohnt hatte sich die Reise nach Hannover für Jozef Bojko. Der Slowake gewann vier von neun Rennen und war damit erfolgreichster Jockey. Der Hannoversche Rennverein (HRV) freute sich über 17 000 Besucher, die trotz der kühlen Witterung gekommen waren.

HRV-Präsident Gregor Baum dankte besonders dem Renntagssponsor Hannoversche Volksbank. „Sie sind ein treuer und nachhaltiger Partner“, sagte er.

Lauter Sieger

Die Ehrengäste schwänzten die Renntagseröffnung. Aber Lina Larissa Strahl, Lisa-Marie Koroll und Louis Held hatten eine gute Entschuldigung für ihre Abwesenheit bei der Prominenz in der Garden Lounge. Die drei Nachwuchsschauspieler im Teenager-Alter mussten helfen, einen Stau auf dem Rennbahngelände aufzulösen. Viele Kinder standen geduldig Schlange für die begehrten Schriftzüge des Trios, und noch mehr Eltern und Verwandte hatten die Handys gezückt, um den großen Moment des Treffens mit den Lieblingen aus den „Bibi und Tina“-Filmen festzuhalten.

Koroll und Held hatten noch einen Auftritt auf der Rennbahn. Sie ritten in einem Sechserfeld auf Haflingern um die Wette und rahmten die Konkurrenz hübsch ein: Koroll gewann, Held wurde Letzter. Der 19-Jährige nahm es gelassen: „Ich bin wohl Sieger der Herzen“, sagte er lachend und schrieb Autogramme für all die kleinen Fans, die bis dahin leer ausgegangen waren. Koroll dagegen war erleichtert: „Ich hatte ja einen Titel zu verteidigen“, sagte die Nachwuchsschauspielerin, die im Vorjahr ebenfalls die Einlage gewonnen hatte. Mit der Siegerin um die Wette strahlte auch Jürgen Wache, Sprecher des Vorstands der Hannoverschen Volksbank. Das Geldinstitut hatte als Renntagssponsor auch die Preise für das Tippspiel zum Einlagerennen ausgelobt. „Lisas Namen werden viele Kinder auf dem Zettel haben“, sagte Wache. „Also haben auch viele eine Gewinnchance.“

Fußball und Rennpferde sind keine ungewöhnliche Vorlieben-Konstellation. So versteht es sich von selbst, dass seit einigen Jahren Ulli Potofski die Neue-Bult-Besucher durchs Programm führt. Der Fernseh-Pionier der Bundesliga-Übertragungen beim Privatsender RTL gab gestern fachkundig Tipps im Führring und war trotz einiger Frotzeleien über seine Lieblingskicker des FC Schalke 04 richtig nett zu Gastgeber Gregor Baum – der HRV-Präsident ist großer 96-Fan. „Hannover kommt 2017 zurück in die 1. Liga“, sagte der 63-Jährige.

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Renntag auf der Neuen Bult
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Der Italiener Michael Cadeddu feiert fünf Siege beim VGH-Renntag auf der Neuen Bult – und 8800 Besucher haben ihren Spaß auf der Bahn. Denn auch beim Wettbewerb der Sport-Maskottchen wurden die Zuschauer bestens unterhalten. Auf den letzten Metern schlug Rossmann-Ente Elli noch 96-Hund Eddi.

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