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Schulbau: Grüne halten an Leibnizstraße fest

Langenhagen Schulbau: Grüne halten an Leibnizstraße fest

Wenn es nach den Bündnisgrünen im Rat geht, soll das Gymnasium an der Leibnizstraße und nicht - wie derzeit politisch gewünscht - an der Rennbahn neu gebaut werden. Verkehrliche Probleme halten sie für lösbar. Dem widersprechen zwei Gutachten der Stadt, die diese bislang nicht veröffentlicht hat.

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Die Grünen im Rat halten einen Neubau des Gymnasiums an der Leibnizstraße für die beste Lösung.

Quelle: Grafik: Constrata

Langenhagen. "Die Vorteile eines Neubaus an der Leibnizstraße sind bislang nicht ausreichend diskutiert worden", deshalb, so Grünen-Fraktionschef Dirk Musfeldt, will er mit seinen Parteikollegen auch "bis zur letzten Minute" für diese Fläche als neuen Standort des Gymnasiums kämpfen. Das derzeit politisch favorisierte Areal an der Rennbahn sei ökologisch problematisch und liege zu weit vom Stadtkern entfernt, kritisieren die Grünen. "Es werden sich noch gravierende Probleme dort zeigen", meint auch Grünen-Mitglied Ronald Kunze. "Deshalb sollten wir die Leibnizstraße als Plan-B weiterhin verfolgen."

Nach Aussage der Stadtverwaltung sprechen vor allem verkehrliche Probleme an der Leibnizstraße gegen die Idee, auf Grundstücken nördlich der Leibnizstraße sowie westlich des Vereinsgeländes des SCL das Gymnasium zu bauen. "Richtig, aber diese Argumente wurden öffentlich bislang nur schnodderig am Rande fallen gelassen", moniert Musfeldt. "Uns ist nicht bekannt, wie weit da im Hintergrund tatsächlich etwas geprüft worden ist." Nach Auffassung der Grünen können die Linienbusse von Norden kommend die Schüler an der Walsroder Straße aussteigen lassen. Busse von Westen kommend sollten die Leibnizstraße über eine noch auszubauende Sackgasse von der Theodor-Heuss-Straße aus erschließen. Privater Hol- und Bringverkehr, so Musfeldt, müsse aus den Wohnstraßen rund um das Schulgelände ausgeschlossen werden. "Zur Not eben baulich: Dann werden die Leibniz- und die Virchowstraße eben zu den Stoßzeiten mit einer Schranke nur noch für Anlieger erreichbar sein."

Stadtbaurat Carsten Hettwer hatte wiederholt am Rande erwähnt, Voruntersuchungen hätten gezeigt, die Leibnizstraße sei an einen öffentlichen Nahverkehr nur schwer anzunbinden. Gleiches gelte für die zusätzliche Belastung durch privaten Hol- und Bringverkehr. Gutachten, die dies untermauern, hatte Hettwer dazu bislang nicht vorgelegt, sondern die ablehnende Haltung der Stadt stets mit den baulogistischen Argumenten des Ingenieurbüros Constrata belegt. Erst auf Nachfrage dieser Zeitung hat Hettwer nun Details dazu genannt. So gab es Anfang September eine Untersuchung durch das Büro SHP-Ingenieure sowie Mitte Oktober durch das Büro Schubert, das bereits den Verkehrsentwicklungsplan der Stadt erarbeitet hatte. Auf die Frage, warum diese Untersuchungen bislang nicht vorgestellt worden sind, sagte Hettwer, dass ihn bislang niemand danach gefragt habe.

Der Rat der Stadt wird in einer Sondersitzung am Mittwoch, 26. Oktober, 18 Uhr, über den Neubau des Gymnasiums an der Rennbahn beschließen. Die Sitzung im Ratssaal ist öffentlich. Zu Beginn und am Ende können Fragen an Politik und Verwaltung gestellt werden.

Der Kommentar: Kein Sinn für die Realität

Von Antje Bismark

Es ist das gute Recht eines Kommunalpolitikers, für seine Ideen zu kämpfen – allerdings sollte er dabei die Augen nicht vor der Realität verschließen. Genau diese Gefahr aber droht beim Thema Schulzentrum den Grünen: Sie können oder wollen offenbar nicht akzeptieren, dass sich die Leibnizstraße wegen der Verkehrsanbindung nicht als Standort einer Schule eignet. Anders lässt sich die Argumentation einer Schranke für Anwohner nicht erklären, denn diese Lösung ist nicht praktikabel.

Von Rebekka Neander

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