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Steckt Stadt Geld ins Hallenfreibad?

Langenhagen Steckt Stadt Geld ins Hallenfreibad?

Knapp 150.000 Euro pro Saison braucht die Hallenfreibad GmbH von der Stadt, um das Freibad auch in Zukunft betreiben zu können. Diese Kalkulation hat Geschäftsführer Stefan Otte jetzt der Stadtverwaltung vorgelegt mit einem ersten Gutachten zu nötigen Technik-Investitionen.

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Der Freibadbereich in Godshorn wird aktuell für die Sommersaison auf Vordermann gebracht. Doch wie lange die Einrichtung nach dem geplanten Start am 15. Mai geöffnet haben wird, hängt von der Fertigstellung der neuen Wasserwelt in Langenhagen ab.

Quelle: Sven Warnecke

Godshorn. Exakt 147.540 Euro pro Saison ruft die Hallenfreibad GmbH in Godshorn bei der Stadt auf, um das Freibad auch noch in den nächsten Jahren betreiben zu können. Diese Zahl hat der Geschäftsführer der Gesellschaft, Stefan Otte, jetzt der Stadtverwaltung vorgelegt, dies kombiniert mit dem angekündigten Gutachten zum Zustand der technischen Anlagen und einer Art Unternehmensbeschreibung, in der es aber vor allem um die Angebote der Vergangenheit geht. Die Kalkulation geht von einem jährlichen Erlös an Eintrittsgeldern von 164.920 Euro bei einer Öffnung von Mai bis September aus. Weitere 72.750 Euro pro Saison soll ein Bistro einspielen, das Otte nach eigenen Angaben nicht mehr verpachten, sondern auf eigenes geschäftliches Risiko hin betreiben möchte. Dem gegenüber stehen Ausgaben für Personal, Technik oder auch Versicherungen, die die Erlöse um jene knapp 150.000 Euro übersteigen.

Nicht ersichtlich in der Kalkulation sind die diesen Zahlen zugrunde liegenden prognostizierten Besucherzahlen, die Höhe der Eintrittspreise sowie der erwartete Durchschnittsumsatz im Bistro als Basis für die vorausgesagten Erlöse. Auf eine Nachfrage dieser Zeitung bat Otte urlaubsbedingt um Geduld. Nach den Ferien wollten er und sein Rechtsbeistand Gerold Papsch allen politischen Gruppierungen Rede und Antwort stehen. "Dann machen wir einen zentralen Termin, an dem wir alle Fragen beantworten werden." Ebenso ist von Kurs-Angeboten oder Entgelten durch die Nutzung von schwimmsporttreibenden Vereinen keine Rede mehr.

Drei Wochen früher als angekündigt hat Otte in diesem Zusammenhang das Gutachten zum Zustand der technischen Anlagen vorgelegt. Weil einige Bestandteile derzeit nicht in Betrieb sind, konnten sie von dem Gutachter, einem von der Industrie- und Handelskammer Oldenburg bestellten Sachverständigen für Schwimmbad- und Whirlpool-Technik, nicht im Detail untersucht werden. Gleichwohl kommt der Gutachter zu der Aussage, das Freibad könne "ohne größere Probleme" für die nächsten "zwei bis drei Jahre" im Sommer weiter betrieben werden.

Keine Aussage trifft das Gutachten zu der Frage, ob die Anlage ohne Probleme nach den Wintermonaten wieder hochgefahren werden kann. Dazu hatte ein stadteigenes Gutachten, das allerdings einige Jahre alt ist, dem Vernehmen nach Zweifel dokumentiert.

Wie schon der Antrag auf einen um monatlich um 20.000 Euro zu erhöhenden Betriebskostenzuschuss für das erste Halbjahr 2017 wird auch dieses Schreiben von der Stadtverwaltung nicht zum Gegenstand politischer Beratungen gemacht. Dieser Impuls, so heißt es im Rathaus, müsse aus der Politik kommen. Dies aber zwingend vor dem Hintergrund, dass zu dem Betriebskostenzuschuss für Godshorn noch einmal der jährliche Einnahmeverlust in der Kernstadt hinzuzurechnen sei. Wie hoch dieser ausfallen könne, müsse mit dem Wasserwelt-Betreiber GMF allerdings erst noch ausgelotet werden.

Tatsächlich dem Badausschuss vorgelegt wird dagegen ein Beschluss-Entwurf, in dem die endgültige Schließung des Freibades zum 31. Juli besiegelt werden soll. Zu diesem Datum hat Otte bereits allen derzeitigen Mitarbeitern fristgerecht gekündigt. Dazu muss allerdings die Verwaltung durch die Politik bevollmächtigt werden, den geltenden Vertrag zwischen Stadt und Hallenfreibad GmbH zu ändern. Darin ist das Ende des Godshorner Bades acht Wochen vor Eröffnung der Wasserwelt vorgesehen. Diese Frist gilt inzwischen jedoch als zu lang. Derzeit geht die Stadtverwaltung von einer Eröffnung der Wasserwelt Ende August aus. Deshalb solle das Freibad bis zum Ende der Sommerferien geöffnet bleiben, der letzte Ferientag ist am 2. August.

Der Badausschuss tagt am Dienstag, 2. Mai, um 17.45 Uhr im Ratssaal. Zu Beginn und am Ende dürfen Langenhagener Fragen an Politik und Verwaltung stellen.

Pre-Opening-Phase startet

In der Sitzung des Badausschusses wird es auch um die jetzt sogenannte Pre-Opening-Phase gehen, in der es vor allem um die innerbetrieblichen Vorbereitungen für den Schwimmbadbetrieb geht. Während im Hintergrund vor allem an Betriebskonzepten gefeilt oder über die Einrichtungsgegenstände für das schwimmbadeigene Lädchen beraten wird, werden die Langenhagener voraussichtlich Mitte Mai erstmals etwas davon merken: So soll es zu Muttertag eine erste Verkaufsaktion für Gutscheine geben. Ebenfalls im Mai soll die eigene Homepage im Internet aufrufbar sein.

Und auch für einige Mitarbeiter der Hallenfreibad GmbH in Godshorn wird es ernst, die einen Wunsch auf Weiterbeschäftigung in der Wasserwelt geäußert haben. "Es fanden Gespräche mit städtischem Personal statt", ist in der Drucksache zu lesen, das gegenwärtig im Schwimmbad Godshorn beschäftigt ist, "und das Interesse an einem Wechsel zur Wasserwelt mitgeteilt hatte." Mündlich sei seitens der GMF zugesagt worden, "dass die Übernahme in die Wasserwelt vorgesehen ist". Eine schriftliche Bestätigung werde nun die Stadt Langenhagen als Arbeitgeber versenden.

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