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Helfer bei Evakuierung zeigen großen Einsatz

Langenhagen Helfer bei Evakuierung zeigen großen Einsatz

Die erlösende Nachricht kam Sonntagabend gegen 19.20 Uhr: Die Stadt gab den Evakuierungsradius wieder frei - nach mehr als zehn Stunden konnten die Langenhagener nach Hause zurückkehren. Für die Helfer indes begann die nächste Schicht.

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Die Johanniter kümmern sich mit Elke Zach (von links), Bärbel Volber, Dietmar und Alexandra Staudt sowie Nicole Zweig gut gelaunt um die Verpflegung.

Quelle: Bismark

Langenhagen. Gut 200 Frauen und Männer, die wegen ihres Alters oder einer Erkrankung auf einen Transport mit der Johanniter-Unfallhilfe (JUH) angewiesen waren, warteten im und am Schulzentrum. „Wir bringen sie jetzt alle wieder zurück“, sagte JUH-Sprecherin Antje Heilmann. Allein von ihrer Hilfsorganisation waren 150 Freiwillige mit 60 Fahrzeugen im Einsatz - nur am Sonntag.

Denn bereits am Sonnabend bauten 20 Johanniter und 20 THW-Mitglieder sechs Stunden lang etwa 200 Betten sowie 600 Sitze für die Einsatzkräfte und die Evakuierten auf. „Das müssen wir noch heute Nacht zurückbauen“, sagte Langenhagens JUH-Chef Tim Heinrich und betonte, auch dabei unterstütze das THW wieder mit 20 Kräften. Dessen Mitglieder waren zum Teil schon seit Freitag im Einsatz: Sie bauten unter anderem die Container rund um die Aral-Tankstelle auf, schafften dann am Sonnabend mit mehreren Fahrzeugen die sogenannten Big Packs heran. Diese wurden rund um die Verdachtspunkte positioniert, um mögliche Druckwellen abzufangen. „Das THW hat 60 Einsatzkräfte gestellt“, sagte Sprecher Pierre Graser.

Fünf von ihnen arbeiteten zudem Hand in Hand mit der JUH-Küchentruppe zusammen. „Als erstes hat unser Koch Maik Möller morgens um sechs Kaffee zubereitet“, sagte Heilmann. Es folgten im Laufe des Tages die Hühnersuppe für 900 Evakuierte und weitere 610 Portionen für die Einsatzkräfte. „Es gab aber auch kleine Küchlein und Kekse für zwischendurch“, sagte Bärbel Volber vom Küchenteam.

14.400 Einwohner von Langenhagen und 1600 in Vinnhorst, Vahrenheide und Brink-Hafen müssen ihre Wohnungen und Häuser, damit drei Verdachtspunkte für Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg nachgegangen werden kann. Der Tag in Bildern.

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Sie und ihre Mitstreiter blickten bereits auf Erfahrungen von vergangenen Bombenräumungen zurück. Für Diana Gorskova hingegen war es eine Premiere. Die 19-Jährige schminkte seit dem frühen Morgen die jüngsten Evakuierten. „Es waren bestimmt 50 Kinder“, sagte sie nach 18.30 Uhr sichtlich erschöpft - doch sie musste noch den Abbau der Liegen und Sitze mit ihren Kollegen bewältigen. Gleichwohl sagte sie: „Es ist eine gute Erfahrung in der Situation, dass man sich auf das Team verlassen kann.“ Als besonders schwierig habe sie die Kommunikation mit einigen Evakuierten empfunden: „Wir konnten uns zum Teil nur mit den Händen und Füßen verständigen.“

Problemlos hingegen klappte die Verständigung bei der Freiwilligen Feuerwehr, die mit 235 Mitgliedern aus allen Langenhagener Ortsfeuerwehren und aus Vinnhorst im Einsatz war. So koordinierten Stefan Krüger, Ingo Lorek und Florian Köpke die Anweisungen zwischen dem Stab, der in der Wache an der Konrad-Adenauer-Straße untergebracht war, und den unterstellten Einheiten am Evakuierungsbereich. Aus Sicht von Stephan Bommert, Sprecher der Stadtfeuerwehr, verlief dies ohne Zwischenfälle. Und deshalb konnte die Feuerwehr, im Gegensatz zu Johannitern sowie Mitgliedern von THW und DRK, gegen 19.30 Uhr auch den Einsatztag beenden.

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